Unterwegs 2010 |
15. und 16.12. - Berlin-Marzahn |
| Im Schneechaos zu Wolfgang ... |
21. und 22.11. - Novemberreise |
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Trister geht es wohl nicht ... Konnte ich in diesem Jahr wegen Basketball und Büroaufgaben sowieso nur eine novemberliche Kurzreise starten und dann gab das Wetter sich auch noch endlos Mühe, mir diese völlig zu verderben. Ich war kaum losgefahren, da begann es zu regnen, Nebel zog auf, es wurde kälter und finster. Was sollte ich da schon groß anfangen. So fuhr ich ein wenig um den Stuttgarter Westen herum, mit einem Abstecher zum Bärensee und endete dann auf einen ruhigen Parkplatz am Schloss Solitude. Trotz des gruseligen Wetters waren hier noch eine Reihe von Hundebesitzern unterwegs, aber sonst war bald Stille. Das am Morgen dann Schnee lag, krönte diese Reise dann noch. Manno ... |
31.10. und 1.11. - Schwäbische Seen und Burgen |
| Herbstbuntes Blätterrauschen |
| Blauwölbender Oktoberhimmel |
| Spaziergängervolle Wanderwege |
| Autoberstende Seeparkplätze |
| Nachtstiller Härtsfeldsee |
| Dräuende Kapfenburg |
| Wochenendende |
12. bis 17. September - Französische Alpen |
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Sonntag, 12.09.2010 Anreise Tatsächlich hatte ich es geschafft, schon gegen Mittag die Segel zu setzen; da war wohl das wunderbare Spätsommerwetter dran Schuld. Autobahn bis kurz vor der Rheinüberquerung vor Mulhouse. Dann musste ich allerdings einen verwegenen Haken schlagen, um nicht auf die mautpflichtige Autobahn zu geraten, doch das klappte ganz gut und mein neues Navi bewies deutlich aktuelleres Kartenmaterial, kein Kreisverkehr und keine Umgehungsstraße schien ihm fremd zu sein. Südwarts auf Nebenstrecken, durch scheinbar ausgestorbene Ortschaften und dann plötzlich hinein in die Schweiz. Nun stiegen auch Berge auf und die Straßen wurden noch kleiner. Dafür eine wunderschöne Landschaft, nur leider blendete die tiefstehende Abendsonne. So sah ich auch nur ziemlich wenig von der malerischen Fassade Ursanne's. Danach ging es wieder zurück nach Frankreich. Hier tauchten dann die versprochenen finsteren Wolken auf und brachten bald die ersten Tropfen. Da entdeckte ich in le Russey einen Sportplatz samt großer Parkfläche ein ganzes Stück abseits der Straße und ich hatte kaum angehalten, da öffneten sich die Schleusen; Windböen ließen das Auto schwanken und es wurde finster. Na ja, diesen Regen hatte der Wetterbericht angekündigt ... |
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Montag, 13.09.2010 Grenoble Grandiose Landschaften, einfach nur herrlich! Das setze ich gleich mal zu Beginn dieses Eintrages, denn sonst müsste ich das fast bei jedem Satz wiederholen. Pünktlich am Morgen setzte sich die Sonne wieder durch, es gab zwar viele Wolken, manchmal, vor allem im Stau der Berge, auch ziemlich dunkle, doch die Sonne setzte sich immer wieder durch. 350 Kilometer auf Landstraßen, eine lange Tour lag vor mir. Zuerst ging es nun durch das französische Jura, mit vielen Felsen und Schluchten, immer nicht weit von der schweizer Grenze. In Saint-Claude verfranzte ich mich etwas, weil die Verkehrsführung ziemlich unübersichtlich war. Das gab mir dafür Gelegenheit einige Eindrücke dieser zwischen und an steile Felsen geklebten Stadt zu sammeln. Und dann fuhr ich viele Kilometer entlang der Rhone. Wieder Felsen und Schluchten; diesmal noch höher und tiefer. Vorbei ging es am Lac du Bourget und dann von Chambery auf gut ausgebauten Straßen schnell weiter bis Grenoble. Und da war dann auch bald die Route Napoleon ausgeschildert. Noch ein paar Kilometer folgte ich der Straße, doch schon sah ich mich nach einem Nachtlager um. Und als ich im Tal einen kleinen See mit Campingplatz und Bootsplatz sah, bog ich in Laffrey ab und fand hier auch einen einsamen Parkplatz im Grünen, ganz nah am See. |
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Dienstag, 14.09.2010 Route Napoleon Als ich kurz vor neun erwachte, hatte es gerade einmal 9 Grad im Raum. Sollte ich die Heizung vielleicht doch einschalten? Aber dann blieb ich einfach im Bett und ließ das Heizen von der Sonne übernehmen. Bei knapp 13° traute ich mich dann unter der warmen Decke hervor und der Tag begann gemächlich. Die Reiseroute war diesmal nicht sehr lang, nur etwa 70 km die Route Napoleon bis Gap. Ein wenig hatte ich davon schon bei der Tour de France gesehen der Asphalt zeigte auch einige Aufschriften davon aber in Natura ist das natürlich etwas anderes. Fast könnte man eine Videokamera anschrauben und die ganze Tour oder die meisten Teile jedenfalls filmen. So baute ich diesmal auch einige Stopps ein, um zu schauen und zu fotografieren. An einer Brücke über eine sehr tiefe Schlucht konnte man zum Bungyjumpen antreten, wenn man denn wollte :) So wurde es schon später Nachmittag, als die Straße abwärts nach Gap führte; ringsherum die Alpengipfel.
Da war natürlich eine Menge Verkehr, stockend an vielen Kreisverkehren und ich als Tourist hielt
auch öfters an Fußgängerschutzwegen, bekam dafür aber auch immer freundliches Lächeln als Dankeschön. Als Endziel dieses Tages hatte ich mir den Lac de Serre Poncon, ein großer Stausee ca 20 km östlich
von Gap, ausgesucht. Zuerst führte die Straße hoch oberhalb des Wassers entlang, immer wieder gab es auch Parkplätze, zwei sah ich mir auch näher an, doch der Verkehr der stark befahrenen Straße gefiel
mir nicht so recht. Also fuhr ich weiter, bis eine lange Brücke den See überquerte, bog danach rechts ab von der Hauptstraße und fuhr nun auf der anderen Seite des Sees zurück. Auch hier wieder viele
Parkplätze; die schönsten Stellen am Wasser waren allerdings von Campingplätzen belegt. Dann ging es steil bergauf, über 1000 Meter und die Blicke auf den See wurden noch imposanter. Mir war das aber zu
hoch, in Erinnerung an die vergangene kalte Nacht und ich fuhr weiter. Tatsächlich führte die Straße dann auch wieder abwärts, immer näher zum See und auch die Parkplätze wurden schöner. Und dann sah ich
in einer Kehre kurz steiniges Ufer auftauchen, samt geeigneter Stellfläche direkt am Wasser. Und tatsächlich bog ein schmaler Schotterweg ab, dem ich folgte und einen traumhaften Platz ganz allein für mich
fand, nur ca. 20 Meter vom Wasser entfernt.Am Abend gegen 19 Uhr hatte es noch 21 Grad und das auf rund 800 Meter Höhe. Doch ziemlich südliche Gefilde hier. Überrascht hatte mich allerdings noch mehr der Anblick einer großen Lachmöwe auf der Brücke. Hallo?! Ich war doch in den Alpen, oder nicht?! |
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Mittwoch, 15.09.2010 Lac de Serre Poncon Diesmal dauerte es lange, bis mir endlich warm wurde, denn die Morgensonne erreichte mein Auto nicht gleich. Dafür gab es dann wolkenlosen Himmel und es wurde richtig sommerlich. Den ganzen restlichen Vormittag verbrachte ich dann am See in der Sonne. Na ja, Matt Ruff war auch nicht ganz schuldlos, denn jedesmal muss ich mich förmlich aus seinen Büchern herausreißen. So gegen 14 Uhr ging es dann aber doch los. Ich wählte aus einem Gefühl heraus aber nicht den Weg zurück über Gap, sondern weiter östlich die N94 Richtung Briancon, also die Alternative um das Ecrins-Massiv. Und das erwies sich als absoluter Höhepunkt. War schon die Strecke bis Briancon auf der sehr gut ausgebauten Nationalstraße herrlich, kam nach der Stadtdurchquerung nebst Tankstopp die schönste Bergstrecke, die ich bis jetzt erlebt habe. Na ja, Erlebtes lässt sich nicht wirklich beschreiben, man muss es eben erleben. Nur soviel - eigentlich hätte ich jeden Kilometer anhalten können, um zu schauen und zu fotografieren. Immer wieder gab es auch Blicke auf die über 3900 Meter hohen Mont Pelvoux und La Meije; als dann später noch dieser riesige Wasserfall auftauchte, war alles komplett. Der Rest bis Grenoble war auch sehr schön, zum Beispiel die tiefen Schluchten entlang der Romanche, aber da musste ich mich dann echt darauf konzentrieren, nachdem ich vorher dermaßen gewaltige Natur erleben konnte. Ich fuhr noch bzw. streifte Grenoble und fand einige Kilometer vor Chambery auf einem großen Parkplatz einen ruhigen Ort für die Nacht. Richtung Norden zeigten sich hier viele Wolken, Richtung Süden grüßte Abendrot. |
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Donnerstag, 16.09.2010 Rückzug Das Sprichwort sollte natürlich Recht behalten und so regnete es ein wenig in der Nacht. Dafür war es aber so warm geblieben, dass ich mitten in der Nacht das Fenster öffnen musste. Während meines Frühstückes rissen die Wolken wieder auf und schönes Wetter begleitete mich durch den Tag. Eine der Felsklippen auf der linken Seite war von Paragleitern umflogen, dass es aussah, als würde dort ein Nest riesiger Schwalben seinen Sitz haben. Als ich näher kam, flogen einige dicht über die Straße zu einer großen Rasenfläche, um die herum einige Zelte und Stände aufgebaut waren; hier fand also eine Art Flugfest statt. Ich fuhr aber weiter zum Lac du Bourget und passierte diesen auf einer kleinen Höhenstraße - steil, kurvig, sehr schmal, aber zum Glück auch völlig einsam. Dann wieder entlang der Rhone, wieder durch das wunderschöne Jura, knapp an Geneve vorbei und erneut durch Saint-Claude, diesmal ohne Fehlversuch, dafür aber mit anderem 'Ausweg'. Immer wieder kleine Straßen und doch kam mir so mancher Ortsname bis Champagnole von der Anreise bekannt vor. Einige Kilometer nach Besancon wählte ich einen großen, ziemlich düsteren Parkplatz eines Golfplatzes als Nachtlager. |
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Freitagtag, 17.09.2010 Und nach Hause Immer wieder die Nebenstrecken nutzend führte der Weg Richtung Mulhouse. Lange Zeit ging es dabei durch nicht so aufregende Landschaft - wellig, kultiviert - Abwechslung boten vor allem die Ortsdurchfahrten. Aber dann kamen ja noch die Vogesen. Und wieder suchte ich mir eine Nebenstrecke. Langsam ging es aufwärts, durch eine langgestreckte Bergbausiedlung, die wirkte wie aus einem vergangenen Jahrhundert. Danach hörte jeglicher Verkehr auf und die Staße, die aber ziemlich gut ausgebaut war und zu Beginn von malerisch im Wald gelegenen Picknickplätzen gesäumt war, schraubte sich steil die Hänge hinauf. Das Navi war die nächsten rund 20km damit beschäftigt, mich zum Umkehren zu überreden. Ich konnte aber doch erkennen, dass die Richtung Nordost im wesentlichen gehalten wurde und auch irgendwelche Verbotsschilder waren nicht zu entdecken. Stur setzte ich also meinen Kopf durch und wurde von herrlichen Herbstwald belohnt. Irgendwann dann, ganz oben auf dem Pass, musste auch meine neue Freundin in dem kleinen Kasten meiner Meinung beipflichten und führte mich dann weiter; bis es dann auch bald abwärts Richtung Rheinebene ging. Der Rest war dann mehr oder weniger Routine, rauf auf die Elsass-Autobahn und Tempomat ein. Freitag Nachmittag - viel Verkehr und so ging es dennoch nicht sehr schnell voran. Erst am späteren Abend war ich dann zurück. |
21. und 22. August - Großes Lautertal |
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Am vermutlich letzten heißen Sommerwochenende zog es mich auf die Alb. Über Nürtingen, Bad Urach in Richtung Münsingen auf kleinen Straßen zum
Naturreservat Beutenlay. Doch der volle, kleine Parkplatz liess mich gleich weiterfahren zum ehemaligen Truppenübungsplatz Gruorn. Hier gab es zwar ausreichend Raum auf dem großen Parkplatz, aber der
lag voll in der Sonne, die Hitze war kaum zu ertragen, da verging mir die Lust auf einen schweißtreibenden Ausritt. Also kreuzte ich lieber noch durch Wald und Berge und liess mir den halbwegs kühlen
Fahrtwind um die Ohren streichen. Am Ende des Tages landete ich dann an einem eigentlich sehr idyllisch gelegenen Parkplatz bei Anhausen; allerdings war auch der so voll, dass ich erst einmal nur am Rande
parken konnte und erst viel später, als es schon dunkel wurde und die Tagesausflügler verschwanden, einen guten Platz wählen konnte. Am nächsten Tag genoss ich dann das Lautertal in seiner ganzen Länge Richtung Norden. Einfach nur wunderschön. Wenn auch touristisch voll erschlossen und auch in Anspruch genommen. Viele große Park- und Picknickplätze, die fast alle völlig überlastet waren, entlang der Straße. Und natürlich viele Motorräder, die hier einigermaßen gesittet unterwegs waren, evtl. tatsächlich von den Straßenschildern betroffen, die auf ein drohendes Motorradfahrverbot hinwiesen. Am Nachmittag tauchten dann Richtung Norden die ersten größeren Wolken auf, die sich auch bald verdichten sollten. Aber ehe es richtig zuzog, war ich schon zu Hause. |
14. und 15. August - Grillfest Eppingen |
| Wie schon die vergangenen Jahre stellte Familie und Firma Gumpert ihre Werkhalle, Hof, Grill und Gastfreundschaft zur Verfügung, damit die Noch- und Ex-Basketballer des VfR Ludwigsburg einen heben konnten. Schön war es wieder; Spieler und Angehörige der Teams Ludwigsburg, Heilbronn, Göppingen und Augsburg fanden sich also ein und erst gegen 2 Uhr war endgültig Schluß. Nachdem wir den ganzen Abend im Freien um ein warmes Feuer saßen, begann es nun erst zu regnen. Kaum lag ich im Bett, da prasselte heftiger Regen auf's Dach. Die Nacht war viel zu kurz und so ging es bei miesem Wetter alsbald nach Hause. |
17. bis 21. Juli - Durch die Vogesen |
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Sonntag, 17.07.2010 Rheinebene Den Samstag wählte ich als Reisetag, da es eine Hitzepause gab, sogar Gewitter, Regen und dunkle Wolken begleiteten mich auf die Fahrt nach Westen. Vor allem über dem Schwarzwald türmten sich noch finstere Regenberge, während es Richtung Frankreich schon deutlich heller aussah. Auf der Rheinbrücke behinderte eine Baustelle zwar etwas den Verkehr, doch dann ging es schon bald auf die Elsass-Autobahn bis Strasbourg und am Horizont wurden die Vogesen immer größer. Dann waren die letzten größeren Ortschaften durchquert und auf ruhigen Waldstraßen ging es aufwärts. Am Abend hatte ich dann mein Ziel erreicht, den Parkplatz unterhalb der Kapelle bei Dabo. |
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Montag, 18.07.2010 Dabo Endlich hatte ich mal wieder eine richtig kühle Nacht erlebt, was für eine Erleichterung. Weitere drei französische Wohnmobilbesatzungen hatten auch hier geschlafen, die Ruhe und Erfrischung sicher ebenso genossen wie ich. Nach dem Frühstück plante ich meine Weiterreise, doch dann siegte der Einfall, den Tag hier, auf dem schönen Parkplatz zu verbringen. Es war Sonntag, herrlichstes Ausflugswetter, die Ferien in Frankreich hatten begonnen, da konnte das Reisen eigentlich kaum ein wirkliches Vergnügen bringen. Und so blieb ich also bis zum späten Nachmittag. Viele Touristen erstiegen den steilen Hang zur Kapelle, Autos und lärmende Motorräder dröhnten die Straße aus dem Tal nach oben. Ab dem Mittag besetzte eine Kindergruppe den Parkplatz. Angeführt von 5 Jugendlichen in lustigen Kostümen, kamen sie herunter vom Gipfel, setzten sich in einen großen Kreis und futterten die nächste Stunde gefülltes Fladenbrot, Tomaten und Äpfel. Die etwa 30 Kinder unterschiedlicher Altersgruppen hatten eine Menge Spaß, der sich auch auf uns Zuschauer übertrug. Ich musste mich später jedoch ins Wohnmobil zurück ziehen, da die Schultern zu brennen begannen. Am späten Nachmittag, die Kinder waren längst verschwunden, setzte auch ich meine Reise fort. Ziemlich dichter Reiseverkehr begleitete mich in Richtung Strasbourg und ich war froh, als ich auf eine Nebenstraße abbiegen konnte. In einem Kreisverkehr verpasste ich die richtige Ausfahrt und schon war ich in einem langen Tunnel, an dessem Ende eine Mautstation auf mich wartete für etwa 8 Kilometer durfte ich 16,40 Euro löhnen. Außerdem hatte ich mir noch etwa 20 Kilometer Umweg eingehandelt. Als es dann aber durch ein einsames Tal aufwärts ging und ich den Parpkplatz am Col des Bagenelles erreichte, mit einem wunderbaren Blick ins Lebertal, war das wieder vergessen. |
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Dienstag, 19.07.2010 Route des Crêtes Die Vogesenkammstraße hatte ich mir extra für den Montag aufgehoben, da sie am Wochenende wohl mächtig von Touristen heimgesucht wird. Es ist aber auch wirklich eine wunderschöne Strecke. Zwischen 1100 und über 1200 Meter schlängelt sie sich, gut ausgebaut, mit vielen Parkmöglichkeiten um die Berge und natürlich gibt es auch immer wieder tolle Ausblicke auf die Landschaft. Selbst an diesem Montag, allerdings auch bei kaum zu übertreffenden Sommerwetter, waren sehr viele Ausflügler unterwegs viele Franzosen, viele Holländer und auch einige Deutsche. Am Horizont tauchte bald der Gipfel des Grand Ballon auf, dem mit 1424 Metern höchsten Berg der Vogesen. Doch dieser war nicht mein Ziel, sondern sein kleiner Bruder, der Petit Ballon. So bog ich also von der Hauptstrecke ab und es ging durch dichte Wälder abwärts, dann wies mein Navi mich an, auch diese Straße zu verlassen, aber der Abzweig sah so unscheinbar aus, dass ich erst einmal vorbei fuhr. Aber das Navi beharrte auf seiner Meinung und ich drehte bei nächster Gelegenheit um, fuhr zurück und tatsächlich gab es aus dieser Richtung sogar einen Wegweiser und ich nahm die schmale Straße in Angriff. Steil ging es bergauf, Schlaglöcher und Kurven hinderten an schnellem Fahren und ich war heilfroh, dass mir kein Fahrzeug entgegen kam. Oben fand ich dann mitten im Wald einen idyllischen Parkplatz und genehmigte mir einen steinigen Spaziergang der mir immerhin auch einen schönen Blick über die Ebene bis zum Schwarzwald einbrachte - über einsame Waldwege, ein Sonnenbad und am Abend ein kühles Bier. |
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Mittwoch, 20.07.2010 Schwarzwald Die Morgensonne fiel auf meine Wohnung und so wurde es schnell wieder warm, vorher hatte es auf 900 Meter eine ziemlich kühle Nacht gegeben. Der Wetterbericht kündigte die nächste Hitzewelle mit anschließenden Gewittern an, ich plante deshalb schon einmal die Heimreise. Es ist weder Spaß noch Urlaub bei über 35 Grad Wohnmobil zu fahren, dass ist schon eher harte Arbeit :) Auf Schotterstraße ging es langsam abwärts vom Petit Ballon, ich streifte im dichten Verkehr die Außenbezirke von Colmar und bei Marckolsheim ging es über den Rhein. Auch hier viel Verkehr, viele Baustellen, doch als ich am Kaiserstuhl vorbei war, nahm ich eine Nebenstraße hinauf in den Schwarzwald und hier war es dann ruhiger, wenn auch nicht wirklich kühler. Freiamt, Wolfach und Freudenstadt durchquerte ich, bis ich am Sportplatz in Bad Wildbad Nachtquartier bezog. |
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Donnerstag, 21.07.2010 Und nach Hause Da war es dann ja auch nicht mehr weit bis nach Asperg. Dunkle Wolken zeigten sich schon im Norden, doch sonst war immer noch Sommer. So richtig Genuß war die Strecke dann aber nicht mehr, denn vor Pforzheim wurde der Verkehr ziemlich stark, aber da ich es nicht eilig hatte, nutzte ich noch ein paar Nebenstraßen, ehe ich auch diese Tour beendete. Und dann zog auch bald das Tiefdruckgebiet mit Gewittern, Regen und Abkühlung heran; doch da war ich ja schon zu Hause. |
10. und 11. Juli - Jena |
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Der 75. Geburtstag von Mutter/Oma/Uroma bot geschickt Anlaß zu einem Familientreffen in der alten Heimat Thüringen. Während der größere Teil der
Sippe bereits schon Donnerstag und Freitag anreiste, konnte ich erst am Samstag losfahren. Zum einen wegen dienstlicher Belange, aber vor allem schaffte es die Werkstatt erst auf dem allerletzten Drücker,
den kleinen Schaden am Auto zu reparieren - Freitagabend konnte ich es erst abholen. Dann war mein Start in den Samstag mal wieder von ausgesprochener Trägheit belastet und es dauerte bis nach Mittag, dass ich mich endlich auf die Reise machte. Hinein in die Rekordhitze; glücklicherweise aber immer Richtung Norden, so dass die Sonne nicht auf's Cockpit knallte. Immerhin fuhr ich so auch wieder einmal bei Sonnenschein und herrlicher Sicht durch den Thüringer Wald. Zwischendurch hatte ich per SMS erfahren, dass ich direkt vor der Burg parken konnte, bzw. hätte parken können. Vom offiziellen Parkplatz war es nämlich noch ein nicht ganz einfacher Weg bis zum Eingang, den ich mir sparen wollte. Doch dem war zuerst ein Kleinbus davor, der den Weg versperrte. Als er zur Seite fuhr, nahm ich die letzte Steile Kurve zum Fuchsturm Jena in Angriff. Und dann stand ich plötzlich einer kleiner Durchfahrt mitten am Berg gegenüber, durch die mein Womo beim besten Willen nicht passen würde. Und das bedeutete nun, unter fachmännischer Anleitung meiner Brüder, den ganzen schmalen Weg rückwärts bis zum Parkplatz noch einmal zu bewältigen. Aber irgendwann kam ich dann doch im Biergarten an und wurde lautstark von den rund 30 Familienangehörigen empfangen. Unter den alten Bäumen hier oben wehte ein angenehmes Lüftchen, die Rostbratwürste waren hervorragend und das Bier kühl; also wurde es ein sehr angenehmer Abend. Ein Teil der Gruppe hatte den Berg zu Fuß erklommen und wollte also vor Einbruch der Dämmerung den Abstieg noch hinter sich bringen. Der motorisierte Teil nahm es ruhiger und wir hatten uns schon für die Nacht einen schönen Parkplatz nur wenige Kilometer entfernt ausgesucht. Hier hatten wir geplant noch zusammenzusitzen, doch empfing uns dröhnende Techno-Musik, ein Party-Zelt, vergnügte Menschen und anreisende Fahrzeuge. Da wir keine Lust auf diese Party hatten und diese sicher die ganze Nacht anhalten würde, beschlossen wir auch ins Tal zu fahren und auf dem großen Parkplatz zu übernachten, der sich direkt beim Hotel befand, in dem die anderen Familienmitglieder schlafen würden. Und so konnten wir dann doch noch bis spät in die Nacht quatschen, trinken und erinnern. Und auch am nächsten Morgen waren wir dann alle noch einmal zusammen, bevor sich die Wege doch trennen sollten. ![]() |
05. bis 15. Juni - Toskana |
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Samstag, 05.06.2010 Reschenpass Knapp 400 km war die Tagesetappe lang, bis ich gegen 19:30 Uhr auf dem Parkplatz am Reschensee ankam. Hier wollte ich, wie eigentlich bei jeder meiner bisherigen Italienreisen, die Nacht verbringen. Und da der Platz auch nicht so voll war, wie ich befürchtet hatte, gönnte ich mir vorher noch einen kleinen Abstecher ins Rojental, um schneebedeckte Alpengipfel zu betrachten. Die Anreise war für einen Freitagnachmittag erstaunlich problemlos gewesen, wobei ich allerdings auch schon kurz nach 16 Uhr in Kempten war, also alle Berufsverkehrsgefährdungsstellen bereits hinter mir lagen. Dafür konnte ich einen ewig langen Stau von Imst bis zum Fernpass 'bewundern', was ja zum Glück die Gegenrichtung war. Im Radio hörte ich später noch von zahlreichen Staus Richtung Norden. Der Pfingsturlaub in Deutschland ging dem Ende entgegen, die wollten also alle heim. Heiß war es gewesen 30 Grad und mehr. Mir schwante für morgen Unheimliches, wenn ich denn die italienische Tiefebene erreichen würde |
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Sonntag, 06.06.2010 Reisetag Reschenpass Ravenna/Adria. Das war die Sonntagstour. Nicht schlecht, da kein Kilometer Autobahn dabei war, dafür aber Pässe, kleine Straße und viele Ortsdurchfahrten. Und das Ganze bei Temperaturen bis mindestens 35 Grad. Bis oben auf den Gampenpass kamen mir massenhaft Touristen und unglaubliche Mengen von Motorrädern entgegen. Meine Richtung dagegen war einigermaßen fahrbar. Trient, Verona, Modena, Ferrara das waren die großen Städte auf der Tour. Das Navi leitete mich meistens gut darum herum und wenn es auf Grund des Kartenmaterials Umgehungsstraßen nicht kannte, schaltete ich ein paar eigene Schaltkreise dazu und alles funktionierte prima. Über Südtirol und den Trentin, bzw. deren Schönheit, muss ich keine Worte hier bemühen, da habe ich ja früher schon einiges geschrieben. Und das italienische Tiefland lasse ich mal lieber ohne Bemerkungen in Hitze und Staub liegen; lediglich die lange Stadtmauer von Ferrara ist im Gedächtnis geblieben. Später fuhr ich einige Kilometer entlang des Comacchiosees. Links das grünliche Wasser des großen Sees und rechts das tiefblaue eines Kanals. Seltsam mutete dabei an, dass das Seewasser sicher zwei Meter höher stand, als das des Kanals. Und dazu zeigte der Höhenmesser -4 m Dann näherte ich mich der Küste. Eine Blechlawine wälzte sich mir entgegen. Scheinbar das halbe Italien deutsche Nummernschilder hatte ich schon lange nicht mehr gesehen war an diesem herrlichen Tag wohl am Meer gewesen. In den kleinen Strandorten durfte ich mich dann später auch in den Stau einordnen, bis ich dann an einem Sportplatz einen ruhigen Stellplatz für die Nacht fand. Noch stand ich gar nicht lange, da lief ein junger Mann, sehr bemüht unauffällig zu erscheinen, zielstrebig in Richtung meines Womos und ging so vorbei, dass er durch die Frontscheibe hineinschauen konnte. Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei, aber dann wurde mir klar, wo ich mich hier befand und schaute noch mal hinterher. Er stand dann rund 50 Meter entfernt am Feldrand und blickte in die Abendsonne. Hm, seltsam das Ganze. Danach habe ich dann erst einmal alles gut verriegelt |
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Montag, 07.06.2010 Adriaküste Nach einer sehr warmen Nacht wollte ich mir etwas von der Küstenregion zwischen Ravenna und Rimini anschauen. Aber das kann ich nicht wirklich empfehlen. Um Ravenna herrscht industrielle Revolution, nicht schön anzuschauen. Dann stand ich in einem Stau an einer scheinbar defekten Schranke. Nach und nach drehten alle ab und suchten sich einen anderen Weg, was auch ich tat und etliche zusätzliche Kilometer zurücklegte. Auch weiter bis Rimini gibt es nicht viel zu berichten. Ein paar Kilometer fuhr ich direkt neben der Strandpromenade und konnten zwischen Millionen von Sonnenschirmen gelegentlich auch das blaue Wasser der Adria sehen. Vielleicht ist ein Urlaub in einem Hotel direkt an der Promenade ja ganz lustig, aber ich war dann doch froh, nicht bleiben zu müssen. Schon überlegte ich, gleich Richtung Toskana abzubiegen, deren Berge ich schon seit einiger Zeit am Horizont erkennen konnte. Doch zum Glück vertraute ich meiner 'Kartenlesekunst' und dem Reiseschicksal und setzte meine Fahrt doch noch weiter fort bis Pesaro. Ich bog dann schnell von der SS16 ab Richtung Meer und kam auf eine kleine, wenig befahrene Straße, die sich durch die Berge direkt an der Küste schlängelte. Und dazu gab es dann immer wieder herrliche Blicke auf die sprichwortgetreue Blaue Adria. Auch einige Park- und Aussichtsplätze luden ein, kühler Seewind fächelte die Haut und der Duft von Ginsterblüten überlagerte alles. Dann noch der Abstieg gen Pesaro und nun war der Weg frei Richtung Toskana. Wie herrlich, als dann endlich der dichte Verkehr hinter mir blieb, als es wieder aufwärts höhenmäßig ging und mich dann auch noch Wolken empfingen und das Thermometer zum ersten Mal unter 30 Grad fiel. Nach wunderschönen Kilometern durch die Berglandschaft fand ich am Ortsrand von Balze am Sportplatz einen schöne Stelle für die Übernachtung mit weitem Blick über die Hänge von Emilia-Romagna und Toskana. Und hier schaute ich mir dann endlich Into The Wild an. Die DVD hatte ich mir bereits vor ein paar Monaten gekauft, doch wollte sie auf jeden Fall während einer Reise sehen. Und wirklich, das war die richtige Überlegung. Hier einsam in den Bergen, da entfaltete sich die Kraft der Geschichte und der Bilder so intensiv kein Film, um im Kreis der Lieben mit Wein und Knabberzeug genehmigt zu werden (was natürlich auch möglich ist, weil der Film einfach großartig ist). |
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Dienstag, 08.06.2010 Bergtour mit Kultur Im nördlichsten und von Touristen völlig verschonten Teil der Toskana startete ich den Tag und war auch völlig allein unterwegs. Ich sah sicher mehr Vögel auf den Straßen als Autos. Und selbst die kleinen Ortschaften waren still und leer. So kam ich an das erste Hinweiszeichen zum Kloster La Verna. Im Reiseratgeber hatte ich von Unmengen von Touristen gelesen, aber da ich auch hier nur ganz vereinzelt Autos sah, überlegte ich es mir anders und bog dann doch in die Serpentinen hinauf. Große, aber fast leere Parkplätze bewiesen, dass der Ratgeber nicht so falsch gelegen hatte. Immerhin soll Franz von Assisi seine Wundmale genau hier erhalten haben ... Im Hof des Klosters kam mir ein Mönch entgegen. Sehr jung, schlank und attraktiv. Meinen freundlichen Gruß beantwortete er mit ein paar vermute ich jedenfalls lateinischen Worten und schenkte mir ein ganz warmes Lächeln. Seltsam, was Menschen antreibt ... Später ging es vorbei am Kloster Camaldoli und hinauf zur Einsiedelei Eremo di Camaldoli. Durch dichte Bergwälder ging es hier, Kurven gab es sowieso satt, ebenso wie Sonnenschein und Hitze. Die erhöhte sich dann wieder auf üner 30 Grad, als es abwärts nach Bibbiena ging. Die direkte Anfahrt zur Ruine des Castello di Romena war für Wohnmobile gesperrt und der entsprechende Parkplatz viel zu weit weg, als dass es für mich unterhaltsam gewesen wäre. Immerhin hat Dante hier ein Jahr in Verbannung zugebracht. Als Übernachtungsplatz hatte ich mir einen Parkplatz an der Abbazia Vallombrosa ausgesucht. Dicht daneben gibt es eine große Wiese inmitten dichten Laubwaldes und dort parkte ich dann unter den alten Baumriesen. An einem der Picknicktische verbrachte ich mit einem Buch den Abend, bis es schließlich doch zu kühl wurde immerhin fast 1000 Meter hoch gelegen. |
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Mittwoch, 09.06.2010 Entlang des Arno Eine herrlich kühle Nacht gab mir die nötige Energie um die nächste Hitzeschlacht zu bestehen, denn selbst hier oben entwickelte die Sonne schon am Vormittag enorme Kraft. Meine Ziele lagen diesmal nicht soweit entfernt, allerdings führte der Weg auch in die Tiefebene des Arno und das wurde ziemlich anstrengend. Zuerst ging es in Richtung Florenz und so nahm auch bald der Verkehr zu. Als dann die Tiefebene vor mir flimmernd auftauchte, holte ich tief Luft und es ging abwärts. In Figline überquerte ich den Arno und dann ging es im dichten Kolonnenverkehr durch die ineinanderübergehende Orte Sant Giovanni und Montevarchi, ehe ich endlich die Hauptstrecke verlassen konnte und mich auf kleineren Straßen aufmachte zum Örtchen Lucignano, das hoch oben auf einem Berg von allen Seiten schon kilometerweit zu sehen ist. Den Parkplatz unterhalb der Ortsmauer ignorierte ich, da mich ein laut Reiseführer noch viel schönerer Platz in Cortona erwartete. Auch dieses kleine Stadt war schon aus großer Entfernung zu sehen, da sie ebenfalls hoch auf einem Berg thronte und dazu auch noch von der Festung der Medici gekrönt wird. Steil ging es bergauf, um die Stadt herum und ich hatte schon fast aufgegeben, die richtige Zufahrt zu den Parkplätzen zu finden, als es dann doch ganz einfach war und ich vor der Wallfahrtskirche Santa Margherita unter Bäumen einen schattigen Platz fand. Aber zuerst machte ich dann noch einen Ausflug auf die nächste Parkebene, nämlich direkt zur Festung. Der Parkplatz dort war klein und durch Bauarbeiten an der Burg auch nicht unbedingt leise. Dafür gab es einen Traumblick über die Ebene von Chiano, bis zum Trasimenischen See. Danach kehrte ich aber auf den unteren Platz zurück und suchte mir ein schönes schattiges Plätzchen mit Aussicht. Nach und nach kamen auch andere Touristen, auch ein kleiner Bus mit indisch/indonesisch aussehenden Nonnen war dabei. Also am Abend war es hier keinesfalls einsam. |
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Donnerstag, 10.06.2010 Ein Tag am See Eine Stimmung wie auf der Plaza eines kleinen Städtchens hatte es dann gegeben. Die Nacht wurde aber sehr ruhig, bis auf einen kräftigen Wind, der ausreichend Abkühlung mitbrachte. Mein Ziel lag auch diesmal nur rund 40 km entfernt: Der Lago die Chiusi. Ein kleiner Fischsee in dem das Baden verboten ist und an dem somit der große Rummel nicht stattfindet. Was aber nicht heißt, dass es dort einsam ist, aber es geht recht ruhig zu und viele Tiere gibt es zu beobachten. Zwei Gänse watschelten laut schimpfend über die Wiese und erfreuten die im Schatten lagernden Besucher, viele Reiher zeugten vom Fischreichtum des Sees und natürlich jede Menge Enten und Pleßhühner. Ebenso die Angler, die mit teilweise Ausrüstungen anreisten, als gäbe es einen Wettkampf zu gewinnen. Selbst in der Dämmerung kamen dann noch ein paar Nachtangler dazu. Die Nacht war diesmal ziemlich warm, ich war eben diesmal nicht oben in den Bergen. |
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Freitag, 11.06.2010 Friedhof in den Bergen Schon sehr zeitig heizte die Sonne das Auto auf und ich nahm mir vor, diesmal wieder einen Platz hoch oben zu finden. Malerische Landschaft säumte den Weg. Zypressen und Pinien, Ölbäume und immer wieder blühender Ginster, verbunden mit vielen tollen Gerüchen. Ich kam irgendwann an einem Hügel vorbei, auf dem ein altes Gebäude thronte, zudem ein Weg führte. Als ich in diesen Weg einbog, geriet das rechte Hinterrad in ein Schlagloch, das ich nicht sehen konnte und obwohl ich in Schrittgeschwindigkeit unterwegs war, gab es einen heftigen Aufschlag. Aber erst fuhr ich hoch auf den Hügel und schoss ein paar schöne Fotos. Als ich dann wieder an die Einmündung kam, sah ich die Plastikabdeckung meines Rücklichtes liegen. Die hintere Ecke des Aufbaus war leicht verbogen wurden und dadurch hatte es die Abdeckung abgerissen. Meine Urlaubsstimmung sank erst einmal auf einen Tiefpunkt, doch ich packte das Ding ein und überlegte mir eine Lösung. Erst einmal suchte ich dazu nach einem schattigen Platz, denn es war so heiß, dass ich nicht in der Sonne basteln wollte. Da mein nächstes Ziel nur noch 20 km entfernt und in den Bergen lag, fuhr ich also bei ganz wenig Verkehr weiter. Etwas unterhalb der Burg parkte ich dann im Schatten eines großen Baumes und reparierte den Schaden stilgerecht auf italienisch also mit Improvisation, Schrauben und Klebeband. Dann erst schaute ich mir die Umgebung genauer an herrlich. Ich stand hier unterhalb der Burg von Radicofani, laut meines Reiseführers spielt diese auch eine kleine Rolle in Boccaccio's 'Decamerone', mit Blick auf die Landschaft des südlichen Crete. Ich folgte dann noch dem Hinweisschild direkt zur Burg, aber da war die Straße am Tor wegen Bauarbeiten gesperrt und ich drehte um. Vorher hatte ich schon ein kleines Sträßchen nach oben gesehen und diesem folgend landete ich direkt an einem kleinen Friedhof nebst reichlich Parkmöglichkeiten und Traumblick. Den Friedhof sah ich mir dann genauer an, konnte dabei darüber nachsinnen, dass auch im Tod die Menschen nicht gleich sind bzw. Geld auch dann immer noch eine große Rolle spielt. Ein paar schöne Gräber betrachtete ich, dann auch die Kapelle und an einer Mauer bunte Eidechsen, die durch die Sonne huschten. Dazu nutzte ich die Gelegenheit, um frisches Wasser aufzutanken. Außerdem fühlt es sich ein wenig an, als hätte ich mir die Schultern verbrannt :) Und diesmal also auch ein Sonnenuntergang. Allerdings ließ ein Gruppe Jugendlicher keine besonders besinnliche Stimmung aufkommen. Sie tauchten genau zum Zeitpunkt des Sonnenunterganges auf, alberten herum, testen das Radio des Mini-Autos und knatterten mit den anderen fahrbaren Gerätschaften umher. Wie die Sonne verschwand, reisten auch sie ab. Es war mir nicht aufgefallen, dass ein einziger sich die tolle Landschaft im Abendlich angeschaut hatte aber Rituale kann man wohl nicht verstehen. |
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Samstag, 12.06.2010 Richtung Norden Es war Samstag und so kamen einige Angehörige im Laufe des Vormittags um die Gräber zu besuchen. Der Himmel war schon blau und langsam begann sich auch die ziemlich kühle Luft zu erwärmen. Es war eine Nacht gewesen, um Kräfte gegen die Hitze zu sammeln, gerade im richtigen Augenblick. Mein Plan sah so aus: Ich wollte am Abend am nördlichen Rand der Appennien ankommen, um dann den LKW-freien Sonntag zu nutzen, die recht langweilige Tiefebene bis ins Trentin zu durchqueren. Auf dem Weg nach Siena gab es wieder wunderbarste Toskana-Landschaft. Die Stadt selbst sah ich nur kurz von der Ortsumfahrung aus auftauchen. Richtung Florenz nahm nun auch der Verkehr ordentlich zu und auch die Paßstraße von Pistoia nach Bologna war ziemlich stark befahren, also immer die Augen offen halten, wegen der Rossi-Fans auf ihren fliegenden Kisten. Und dann gab es doch tatsächlich so eine Art Wetterumschwung neben den üblichen 35 Grad zogen Schleierwolken auf, die sich am Nachmittag besonders Richtung Westen verdichteten. Doch nach Überquerung des ersten Passes war das schon wieder vorbei, Sonne und blauer Himmel kehrten zurück. Nun stand ich vor dem Problem eine Übernachtungsstelle zu finden, denn in den Bergen, mit einer einzigen Straße, ist das immer nicht ganz einfach. Also fuhr ich dann doch schon etwas abwärts nach Bologna und nutzte die erste vielversprechende Möglichkeit, um abzubiegen. Da kam ich dann am Ende auf eine sehr steile und enge Nebenstrecke, wo ich bei einer Ortsdurchfahrt links und rechts gerade 5 Zentimeter Platz an den Spiegeln hatte. Extreme Steilkurven und extreme Steigungen führten wieder hinauf. Entgegenkommende PKW's wirkten leicht gestresst, einer hupte sogar empört, weil er Platz machen musste. Aber so sind sie halt, die italienischen Autofahrer, Begriffe wie Rücksichtsnahme und Gelassenheit sind nicht so ihr Ding. Mir machte das alles aber nichts, denn ich hatte ja Urlaub. Und so hielt ich dann auch einen Moment mitten auf der Straße, damit eine grüne Schlange in hektischen Schlängelbewegungen diese unbeschadet überqueren konnte. Erneut bei einem Friedhof fand ich dann aber einen schönen Platz auf einer Wiese um den Tag enden zu lassen, irgendwo in der Romagna kurz vor Bologna. |
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Sonntag, 13.06.2010 Ins Trentino Und der Plan ging voll auf. Relativ wenig Verkehr, dafür mehr als ausreichend Hitze begleiteten mich durch die Ebene. Vorbei an Bologna, durch die Außenbezirke von Modena natürlich voller exklusiver Autohäuser nach Verona. Und hier tauchten dann endlich am Horizont die Berge wieder auf. Den Gardasee ließ ich diesmal links liegen und fuhr weiter Richtung Trento, legte dann aber noch einen kurzen Abstecher zum Lago di Cei ein. Die Straße schraubte sich förmlich die Felswand nach oben und an den verschiedenen Seen war Hochbetrieb, allerdings sahen die Parkplätze auch nicht als besonders übernachtungsgeeigent aus. Also weiter durch das Trentino Richtung Terlago, auch hier gab es einen See. Bis ich aber die richtige Abfahrt nach Terlago fand, dauerte es mindestens 20 Minuten und genauso viele Kilometer. Damit festigte sich auch die Entscheidung, spätestens im nächsten Jahr ein neues Navi-Gerät zu kaufen, da die Karten nun wirklich ziemlich veraltet sind; außerdem gibt wohl auch langsam der Akku seinen Geist auf. Irgendwann war ich dann aber doch richtig, bloß der Parkplatz beim See gefiel mir gar nicht besonders und so folgte ich dem nächsten Tipp und wieder ging es noch ein paar Kilometer steil nach oben, zum Teil auch wieder durch ganz enge Hauspassagen. Inzwischen war es dicht bewölkt und ein kräftiger Wind war aufgekommen, über 30 Grad zeigte mein Thermometer aber immer noch an. Doch mir kamen schon viele Fahrzeuge aus Richtung des Lago di Lamar entgegen. Und als ich dort ankam, herrschte regelrechte Aufbruchstimmung und so konnte ich mir auf dem schattigen Parkplatz einen schönen Platz aussuchen. Bald war es ziemlich leer hier, auch das letzte andere Wohnmobil fuhr davon, ein paar Angler kamen noch, dann aber war ich ganz allein. |
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Montag, 14.06.2010 Und ein wenig Südtirol Eine Nacht und vor allem ein Morgen voller Stimmen der Waldvögel. Dann aber kamen vereinzelte Ausflügler, die Pizzeria am Ende des Sees wurde mit Öl beliefert und die Sonne lugte hervor. Es war eine richtig kalte Nacht gewesen, hier auf 900 m Höhe mitten im Wald. Auch ich brauchte einige Zeit, um halbwegs geschmeidig durch den Tag zu gleiten; doch der starke Kaffee half bereitwillig dabei. Es stand nun an, das Trentin zu durchqueren, ebenso Südtirol und die letzte Nacht der Tour wollte ich natürlich wieder am Reschensee verbringen. Also ging es erst noch einmal zurück nach Trento und dann aber Richtung Meran; über Cles und Fondo zum Gampenjoch. Und hier erwartete mich nun tatsächlich anderes Wetter. Wieder hatten sich dunkle Wolken verdichtet, und dann fielen auch ein paar Tropfen, es wurde spürbar kühler. Je näher aber Lana kam, umso wärmer und heller wurde es wieder, dazu konnte ich schon bald Meran im Tal liegen sehen. Als Zwischenziel folgte nun ein kleiner Ausflug östlich von Meran durch Hafling (ja genau, hierher stammen diese Pferde) zu einer kleinen Kirche St. Kathrein die malerisch auf einer Höhe steht. Leider war das Wetter nicht so angenehm und ich verzichtete auf den Aufstieg zum Kirchlein. Nun zurück nach Meran, hindurch und den richtigen Abzweig zum Reschenpass finden. Ich verliess mich mal lieber auf die Schilder und nicht auf das Navi, da wäre ich wohl durch ein paar enge Gassen gekommen, und so lief das auch ganz gut, trotz Feierabenverkehr. Der begleitete mich dann die nächsten Kilometer und erst ab Schlanders wurde der Weg dann wieder frei. Nicht so der Himmel und auch der Wetterbericht es gab nun ja wieder Radiosender in deutscher Sprache verkündete nichts Gutes. Also das Wetter tat nichts dazu, meinen Aufenthalt zu verlängern Kurz nach 18 Uhr kam ich am Reschensee an und stellte fest, diesmal das einzige parkende Fahrzeug zu sein. Nun ja, Montag. Gerade schloss ich zum ersten Mal auf dieser Reise die Dachluke, da prasselte auch schon der Regen aufs Dach. Aber es war nur eine schwarze Wolke und die war bald verschwunden. |
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Dienstag, 15.06.2010 Heimfahrt Eine (erwartet) kalte Nacht, der ein ebenso kühler Morgen folgte. Nun ja, auf 1500m Höhe darf man so etwas ja erwarten. Tatsächlich war ich die ganze Nacht hier allein geblieben. Nach dem geruhsamen Frühstück begann dann der Abstieg bzw. die Rückreise. Ich kam ziemlich schnell durch Tirol und am frühen Nachmittag ging es schon durch den Tunnel in Füssen. Nun also nur noch deutsche Autobahnkilometer und nach dem Albabstieg erwartete mich dann tatsächlich etwas Sonne und angenehm warme Temperaturen im Ländle. Am Ende war es eine Strecke von etwas über 2600 Kilometer. |
15. und 16. Mai - Löwensteiner Berge |
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Der Breitenauer See war mein Ziel, da ich auf Grund des wieder einmal nicht so tollen Wetters davon ausging, am größten Badesee der Gegend nicht
allzu große Menschenansammlungen vorzufinden. So weit, so richtig. Aber dann erwies sich, dass die Parkplätze oberhalb vom See lagen und ich keinen geeigneten Zugang für mich zum See entdecken konnte.
So tourte ich dann einmal mehr durch die "Schwäbische Toskana", die tatsächlich immer wieder eine Reise wert ist. Am Abend 'ankerte' ich auf einem sehr schönen Waldparkplatz beim Örtchen Vorhof, nahe Löwenstein. Neben mir parkte dann ein älterer Mercedes-Kombi ein. Normalerweise ja nichts ungewöhnliches, auch nicht, dass zwei Frauen, so um die 50 etwa, eine Vesperpause zu machen schienen. Doch dann bereiteten sie ihr Bettzeug aus und schliefen dann tatsächlich an Ort und Stelle. Und noch erstaunlicher :) , sie lagen schon deutlich vor mir im Schlafsack und dennoch lagen sie immer noch darin, als ich mein Frühstück schon beendet hatte. Dabei bin ich immer davon ausgegangen, dass ich ein Langschläfer bin. Auch am nächsten Tag ging es bergauf und bergab durch die Gegend. Einzig die Ameisen im Auto, die nervten mich; und das schon seit ein paar Wochen. Erst bei der folgenden Inspektion fand der Mechaniker das Nest und dampfte es aus. Damit sollte das Fahrzeug auch für die kommenden Sommerurlaubsreisen fit sein ... |
21. bis 24. April - München - Allgäu - Schwarzwald |
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Werkstatttermin in Unterschleißheim: In der Spezialwerkstatt musst dringend der Lifter meines Womo gewartet werden, weil er immer seltener
Lust empfand, abwärts zu fahren. Da mir ans Herz gelegt wurde, möglichst zu Arbeitsbeginn zu erscheinen, fuhr ich schon am Abend vorher los und übernachtete direkt auf dem Hof der Werkstatt. So wurde
ich dann am nächsten Morgen vom Grummeln eines schweren Motorrades später konnte ich dann sehen, dass es sich um ein älteres Moto-Guzzi-Gespann handelte geweckt und etwa eine halbe Stunde später
klopfte es auch schon an der Tür. Kurz darauf stand das Auto auf der Hebebühne und die ersten Untersuchungen begannen. Etwa 14:15 Uhr verließ ich dann den Hof mit einem wieder tadellos funktionierenden
Lifter, aber auch mehr als 400 Euro leichter. Es folgte ein kleiner Abstecher in die Randbezirke Münchens. Aber der chaotische Verkehr ließ mich schnell das Weite suchen. Am Ammersee vorbei ging es Richtung Memmingen; mein Ziel war eigentlich das Schloss Zeil bei Leutkirch. Doch der Parkplatz dort erwies sich nicht als gemütlich und so kurvte ich noch etwas weiter durch die schöne Landschaft. Am Ende landete ich am Premer Weiher in der Nähe von Wolfegg und konnte noch einem emsigen Angler zuschauen, bevor ich todmüde ins Bett fiel.
Am nächsten Tag ging es weiter durch dicht besiedeltes und bewirtschaftetes Land, vorbei an Ravensburg zum Schloß Heiligenberg. Hier war aber der für Womos geeignete Parkplatz ein Stück bergaufwärts
gelegen und ich hatte keine Lust, mich da wieder hinauf zu quälen, obwohl es mit Sicherheit einen herrlichen Blick zum Bodensee gab. Also weiter auf Nebenstraßen zum Kirnbergsee. Hhm, hier wollte man
gleich gar keinen Womos haben; ein Holzbalken versperrte die Einfahrt zum sehr großen und fast leeren Parkplatz, schade irgendwie.Und so erreichte ich am Nachmittag schon den Schwarzwald, kurvte vorher noch durch manche Ortschaft und schlich einigen LKW's hinterher. Abseits der Transitstrecke fand ich dann einen kleinen Waldparkplatz, auf dem ich Stellung bezog und noch einen ausgedehnten Waldspaziergang genoß. Der letzte Tag wurde dann eine herrliche Tour von Süd nach Nord durch den gesamten Schwarzwald; und das auch noch mit überraschend wenig Verkehr, denn es war Wochenende und das erste Mal wirklich dementsprechendes Wetter. Schluch- und Titisee, Furtwangen, Freudenstadt, Bad Wildbad bis Pforzheim, das volle Programm. Am Samstag Abend war ich dann wieder daheim. |
20. und 21. März - Endlich Frühling |
Geplant hatte ich eigentlich eine Fahrt ins Allgäu, um dort bei Fön den Frühling so richtig in Empfang nehmen zu können. Aber dann wurde ich schon
an der Tankstelle sehr lange aufgehalten, es folgte eine Mega-Staumeldung von der Autobahn, so dass ich gleich über Landstraßen fuhr. Da geriet ich in Schorndorf in eine Baustelle, deren
Umleitungsbeschilderung mich drei mal genau an der gleichen Stelle, vor dem genau gleichen Umleitungsschild ankommen ließ. Das war dann zuviel für mich und ich entschied mich, gleich hier in der Region
zu bleiben; ein kurzes Wochenende im Welzheimer Wald.Leineck-, Hüttenbühl- und Hagenwaldsee besuchte ich auf kleinen, kaum befahrenen Straßen, erlebte eine wunderschöne Seite des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Eigentlich kam ich mir eher vor, als sei ich in der Schweiz unterwegs. Bergauf, bergab - kleine Dörfer, ganz viel Wald und ab 400 Meter aufwärts auch noch Schnee. Dazu aber milde Frühlingsluft und Vogelstimmen; nur in der Nacht Regen. Und da stand ich am Waldrand direkt beim "Urbacher Bergrutsch". Am Sonntag kreuzte ich dann noch weiter durch die schöne Gegend. Zwischen dunklen Wolken blitzte immer wieder die Sonne durch und ja, der Frühling war angekommen. |
13. Februar - Ausritt |
Einmal abgesehen vom Wetter, was ja so ziemlich das Hauptthema meiner Reisen ist, wird diese kleine Tour dafür in meiner Erinnerung bleiben,
dass ich den Hauptschlüssel abbrach. Zum Glück war die Tür zum Womo schon aufgeschlossen, der abgebrochene Rest des Schlüssels steckte in einer der Seitenklappen, und so konnte ich die Reise
wenigstens doch durchziehen.![]() |
30. Dezember 2009 bis 01. Januar 2010 - Grub, Bodensee/Schweiz |
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Mittwoch, 30.12.2009 Autohof Aichstetten Und wieder einmal eigentlich kein Reisewetter. Als ich am Wohnmobil eintraf, wurde aus der tröpfelnden Feuchtigkeit ein richtiger Regen. Und sowar ich dann auch ein wenig durchnässt, bis ich all die Ausrüstung umgeladen hatte. Aber beschweren gilt nicht, denn ich hatte den Wetterbericht ja gehört. Und so trat ich dennoch frohgemut meine diesjährige Jahresendreise an. Lange war ich mir unsicher gewesen, wohin ich diesmal fahren sollte. Erst im letzten Moment entschied ich mich dann für ein nicht ganz so entferntes Ziel, weil ... nein, nein, nicht schon wieder vom Wetter reden ... Oder doch? Regen, Wind, Nebelschwaden und später Dunkelheit; alles war dabei. Und so suchte ich mir am Abend schon relativ zeitig einen Platz auf den Autohof, da ich mir bewußt war, in der Dunkelheit, und dazu auch noch am Bodensee, sicher keinen Übernachtungsplatz zu finden. Die Wahl erwies sich als ruhig; bis auf den in der Nacht einsetzenden Dauerregen. |
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Donnerstag, 31.12.2009 Fünfländerblick/Schweiz Als ich meine Reise am nächsten Tag fortsetzte, hörte tatsächlich der Regen auf und ich kam gut voran Richtung Lindau. Bei Wangen gab die Straße einen herrlichen Blick auf die Alpen frei, von denen allerdings nur die höchsten wirklich mit Schnee bedeckt waren. Genau über den Bergen riß die dichte Wolkendecke auf und erleuchtete die weißen Hänge; am Straßenrand dampften Schneefelder. Zwischen Lindau und Bregenz führte die Tour nun über die Grenze zu Österreich und es ging viele Kilometer entlang des Bodensees. Hier gab es am Ufer auch ein paar große Parkplätze, die mich schon in Empfang nehmen wollten, doch mein Ziel waren die Berge der Schweiz. Mein kleiner Womo-Reiseführer empfahl einen Parkplatz namens Fünfländerblick mit Aussicht auf den Bodensee. Ein wenig irrte ich in Rorschach herum, bis ich den richtige Abzweig fand, dann ging es bald steil bergauf 18 % - und im Augenwinkel konnte ich immer wieder tolle Blicke gen Bodensee schießen; irgendwie fühlte ich mich ein wenig an den Gardasee und die diversen Ausblicke erinnert. Ohne Probleme fand ich dann auch den kleinen, gepflegten Parkplatz, den im Laufe der nächsten Stunden nur ein paar vereinzelte PKW aufsuchten. So konnte ich den Wagen auch so abstellen, dass ich direkt zum See schauen und mit ziemlicher Begeisterung die unterschiedlichsten Stimmungen erleben konnte. Erst dräuten dunkle Wolken, während der See im Licht lag. Dann verdunkelte sich alles, ein kurzer Regenschauer ging herunter, Wolkenfetzen schienen das Wasser zu berühren. Dann kam Nebel auf, so dass vom See nichts mehr zu sehen war, doch auch der verzog sich bald wieder. In der zeitigen Dämmerung wurde es immer klarer und als es dunkel war, riß der Himmel auf und ein großer Vollmond schüttete gelbes Licht hinab. Später verschwand er wieder, doch der Blick auf die funkelnden Städte am Seeufer war frei. ![]() Es war kurz nach Mitternacht, das Theater hatte seinen Höhepunkt erreicht, da lief eine schwarz-weiß gefleckte Katze die Straße entlang. Blieb genau an der Stelle stehen, an der man den besten Blick auf den Bodensee hatte und starrte sekundenlang hinab. Ich konnte förmlich ihre Gedanken spüren. Und dann, ganz abrupt, rannte sie davon, kopfschüttelnd irritiert vom angeblich Vernunftbegabten Tier. Irgendwie konnte ich sie ja verstehen |
Freitag, 01.01.2010 Wieder ein neues Jahrzehnt![]() Die Fahrt streifte dann Konstanz und bald ging es auf die Autobahn. Bei Leonberg begann es zu schneien, doch ich kam wohlbehalten in der Heimat an. Am nächsten Morgen lag dann aber reichlich Schnee und ich war froh, daheim zu sein. |
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