Unterwegs 2009 |
19. bis 23. November - Normandie |
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Obwohl die Wetteraussichten mich hätten eigentlich in den Süden locken sollen – immerhin meldete Florenz 22 Grad an – führte mich die Reise dann doch Richtung Nordwest, an die Küste der Normandie.
Irgendwie war es passender dieses Wochenende an der rauheren See, in Gischt, Sturm und Regen zu verbringen. So tauschte ich also am Donnerstag noch meine fast leeren Gasflaschen gegen volle um und dann ging es los. Durch den Pfälzerwald und Luxemburg nach Belgien. Und hier auf den beleuchteten Autobahnen noch ziemlich weit bis hinter Mons. Auf einen recht ruhigen, großen Parkplatz verbrachte ich den Rest der Nacht, um dann am nächsten Tag bis an die Küste vorzustoßen. Zwischen De Panne und Bray-Dunes überquerte ich dann die Grenze nach Frankreich. Endlich bekam ich auch das Meer zu Gesicht, jedoch in ziemlich ungemütlichem Zustand. Hatte ich bisher wunderbares Sonnenwetter gehabt, zog sich der Himmel Richtung See immer mehr zu und es begann dann auch zu regnen. Und so erblickte ich eine zerzauste grüne Wassermasse, die scheinbar damit beschäftigt war, in endlosen Wogen das Land und den Himmel zu überwältigen. Mein Weg führte mich nun auf kleinen Küstenstraßen auf der Suche nach einem schönen Parkplatz für die Nacht. Und das Ergebnis war mehr als frustrierend. Alles was einen schönen Parkplatz hätte abgeben können, war für Wohnmobile gesperrt. Und so fuhr ich im Feierabendverkehr durch Dunkerque bis nach Calais, ohne Resultat. Als ich direkt am Tunnel nach Dover verbeifuhr, sah ich einen PKW, der gerade an der Passkontrollstelle anhielt und dachte kurz daran, auch mal schnell auf die Insel zu wechseln, aber dann wurde mir klar, dass ich mir für einen derartigen Ausflug dann doch besser mehr Zeit nehmen sollte. In Calais gab es dann einen Wohnmobilparkplatz direkt am Hafen, fur 7,50 Euro die Nacht. Aber so schön war der Platz dann doch nicht, dass er mir das wert gewesen wäre. Und so fuhr ich weiter. Und weiter ergebnislos. Und weiter Richtung Wissant. Und weiter Richtung meines letztjährigen Silvesteraufenthaltes. Und so kam es, dass ich dann tatsächlich dort endete, weil ich keine Lust und auch keinen Sinn mehr sah, weiterzusuchen. Hier war ein Womo noch keine Belästigung, hier gab es extra Parkplätze für uns und so bezog ich also in Sturm und Regen wieder Stellung auf diesen Parkplatz, auf dem nur noch ein weiteres Womo aus Frankreich die Nacht verbrachte. Am Samstag wurde ich von den Strahlen der Wintersonne geweckt – hatte ich das wirklich verdient? Und tatsächlich wurde es ein wunderschöner Tag. Warme Sonne und mäßiger Wind ließen mich den schönen Spaziergang genießen. Knospen an einigen Sträuchern und dann diese pelzige Raupe, die meinen Weg kreuzte, ließen mich allerdings daran zweifeln, dass es Ende November war - etwas vom Frühling lag in der Luft. Doch am Horizont zeigten sich langsam erste Wolkenwände, während über mir nur Schleierwolken seltsame Gebilde in den Himmel malten. Und kurz nach 15 Uhr war es dann vorbei mit dem schönen Wetter. Wolken und kräftige Böen jagten über das Land, die vielen Ausflügler eilten gebückt über die Wege und die inzwischen zahlreichen Wohnmobilbesatzungen verschanzten sich in ihren Fahrzeugen. So auch ich. Ich öffnete dann im Gedenken an 50 Jahre Sonne, Sturm und Regen eine Flasche Sekt und verbrachte im schwankenden Auto den Rest dieses Tages. Der böige Wind entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Sturm, so dass ich eine sehr unruhige Nacht verbrachte, da das Fahrzeug stöhnend und krächzend von einer Seite zur anderen schwankte. Am Morgen hatte ich sogar Schwierigkeiten Wasser in die Kaffeemaschine zu gießen, da die Kiste immer noch schwankte wie ein betrunkenes Kamel. Vom Rest der Tour gibt es dann nicht mehr sehr viel zu erzählen. Der Sturm nahm erst wieder ab, als ich mitten in Belgien war und der Regen noch später, in Deutschland. |
24. Oktober - Wald in Farben |
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Die kleine Samstagstour führte mich wieder einmal durch den Schwäbisch-Fränkischen-Wald; von Backnang über Nebenstraßen nach Fichtenberg, Wüstenrot und Ilsfeld. Buntes Laub, blauer Himmel, warme Sonnenstrahlen im Cockpit - es wurde ein sehr schöner Ausflug. ![]() |
15. bis 18. September - Kleine deutsche Herbstreise |
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15.09. - Rheinaufwärts |
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Einmal mehr trafen die Wetteraussichten für die nächsten Tage die Entscheidung über meine Reisepläne. Während für den südlichen Teil Deutschlands und auch Mitteleuropas durchwachsenes Wetter angesagt war, sollte der nordöstliche Teil eine Menge Sonne abbekommen. So begann ich also die Reise entlang des Rheins, von Bingen bis Linz. Eine schöne Reise, aber der Rhein empfing mich mit dicken Wolken und gelegentlichem Sprühregen. Da ich ja in diesem Sommer mehrere Regentests erfolgreich bestanden hatte, beunruhigte mich das erst einmal nicht und ich genoß den Blick über den großen Strom. In Koblenz wechselte ich die Rheinseite, um dann kurz hinter Linz das Tal zu verlassen, weil ich mich nun so langsam nach einer Übernachtungsstelle umschauen musste, denn der Herbst machte sich deutlich bemerkbar – es wurde ja bereits gegen 20 Uhr dunkel. Und schon die erste richtige Gelegenheit nahm ich dann gleich wahr; eine ruhige Nebenstraße, mit einem breiten Parkstreifen an der Seite, auf dem auch zwei alte Wohnmobile parkten. Das eine davon hatte hier wohl seinen letzten Ruheplatz gefunden ... |
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16.09 – Westerwald und Sauerland |
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Die Erkenntnis, dass ich manchesmal doch recht schwer von Begriff bin, ja auch diese hat lang gebraucht, um bei mir anzukommen :) Das eine Wohnmobil war am späten Abend davon gebraust und traf dann am Morgen wieder ein. Ein wenig überrascht konnte ich sehen, dass eine jüngere, blonde Frau damit unterwegs war. Noch dachte ich mir ja nichts dabei. Dann kam allerdings ein Polizeiauto, hielt bei der Frau an, der Polizist stieg aus und unterhielt sich mit der Dame; das Ganze etwa 40 bis 50 Meter von mir entfernt. Als der Streifenwagen dann später, ohne mich zu beachten, davor fuhr, regte sich zum ersten Mal so eine Ahnung in mir. Als dann ein großer Audi anhielt, der Fahrer ins Wohnmobil einstieg und daraufhin eine Art Schal am Fenster der Fahrertür herabgelassen wurde, ja da, da habe ich endlich begriffen. Ich war wohl in einer „Gewerbestraße“ angekommen. Da immer wieder Autos auffällig langsam diese Straße entlang fuhren, wurde mir klar, dass hier wohl normalerweise nicht nur die eine Dame ihr Geschäft betrieb. Und so kam ich auch noch in das zweifelhafte Vergnügen, zu sehen, wie eklig sex-lüsterne Männer auf der Suche nach Beute schauen können, denn Blicke bohrten sich auch ins Innere meines Gefährtes – furchtbar. Diese Blicke sollten mich noch tagelang verfolgen. Es gibt so Sachen, die man wohl in Büchern liest, aber nicht wirklich empfinden kann ... das muss man ganz real erleben ... beschreiben können Worte es nicht in Gänze. Meine Reise führte dann im Wechsel von Wolken und Sonne durch wunderschöne Landschaft. Wälder, Berge, Ortschaften und viele Kurven begleiteten mich. Als Ziel hatte ich mir den Kahlen Asten ausgesucht, den mit 841 m zweithöchsten Berg Westfalens, der einen tollen Blick über das „Land der tausend Berge“ bieten soll. Nun ja, ich hatte immerhin den Blick auf zwei Berge, der Rest war im Nebel verborgen. Und da auf dem zugehörigen Parkplatz auch noch Gebühren zu zahlen waren, fuhr ich lieber noch etwas weiter in der Gegend spazieren. So kam ich dann auch nach Winterberg und musste überrascht feststellen, dass das das Winterberg war. Also dieser Wintersportort, der so manchen bekannten Sportler hervorgebracht hat. Dementsprechend war hier alles auf's beste touristisch organisiert. Und das bedeutete für mich – Augen auf und durch; Anschauen reicht. Ich fuhr noch einige Kilometer weiter, bog auf eine Nebenstraße ab und warf auf dem Wanderparkplatz des Schloßberges meinen Anker für die Nacht. |
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17.09 – Hessisches Bergland |
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Nach einer ziemlich kühlen Nacht startete der Tag mit dem versprochenen Sonnenschein und ich meine Weiterreise durch die hessischen Berge. Über Korbach ging es zum Ederstausee, den man wunderbar auf einer
Straße umkurven kann. Ungeplanterweise ging es dann durch Bad Wildungen und direkt an der Werner-Wicker-Klinik vorbei, in der ich einige weniger schöne Monate meines Lebens verbringen musste.
Etwas später folgte wieder einmal eine großräumige Umleitung wegen einer Straßensperrung, das ist mir in diesem Jahr so oft passiert wie noch nie. Mein Navi spielte verrückt, das Mädel dachte wohl, ich
bin diesmal zickig. Und dann war die Umleitung so ausgeschildert, dass ich dort rauskam, wo ich angefangen hatte :( Da blieb nichts, als einfach mal "blind" einen anderen Weg einzuschlagen; das klappte
dann auch. Am Kloster Haina vorbei, durch Münchhausen, um Marburg herum und dann fiel mir natürlich in der hier recht flachen Gegend diese doppelte Anhöhe von Amöneburg auf. Der Abstecher nach oben war dann leider eine Niete, da es keinerlei Parkmöglichkeiten gab. Am Abend steuerte ich Schloss Eisenbach bei Lauterbach an und musste hier in der Nacht das erste Mal die Heizung auf kleinster Stufe einschalten, so stark kühlte es bei klarem Himmel ab. |
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18.09 – Main und Tauber |
| Vogelsberg und Spessart durchquerte ich zuerst. An den Bäumen zeigten sich die ersten Spuren des Herbstes, manchmal nur einzelne Blätter, manchmal auch ganze Äste schillerten bunt in der Sonne. Von Lohr bis Wertheim ging es durch das malerische Maintal. In Kreuzwertheim lockte ein großer Parkplatz direkt am Mainufer, auf dem sich zwar viele Wohnmobile eingefunden hatten, aber es gab noch ausreichend freie Stellfläche. Ich fuhr dann aber doch weiter und nun den Tauber entlang. Nach der letzten kalten Nacht wollte ich die folgende zu Hause im warmen Bett verbringen. Na ja, der Stau bei Weinsberg hielt mich dann doch noch einige Zeit auf und so kam ich erst in dunkler Nacht 'hereingeritten'. |
4. bis 6. September - Berlin-Kreuzberg |
Nichte Kathrin's Tochter Lina hatte ihren großen Tag - Einschulung. Und wer aus der Familie es fertig brachte, reiste also nach Berlin.
Ich traf am Freitag Abend in Kreuzberg ein - und wurde erst einmal überrascht vom prallen Leben in den abendlichen Straßen. In der zweiten Reihe parkend wartete ich auf mein familiäres Empfangskomitee, das
dann auch bald eintraf und mich zum Park- und Übernachtungsplatz hinter dem Friedhof geleitete. Der Abend klang dann in einem Kreuzberger Straßencafè aus.Am nächsten Tag stieg der Kreuzbergerfamilienteil in mein Womo und wir machten uns auf die Fahrt nach Friedrichshain. An einer Ampel mussten wir halten und da küssten sich zwei hübsche junge Frauen voller Leidenschaft. Die waren völlig abgetaucht in ihre kleine Welt. Oli zeigte uns so manch Berliner Sehenswürdigkeit auf dieser Tour und in Friedrichshain folgte ein ausgedehnter Spaziergang durch die alternativ bewohnten Straßen. Auch ein Abstecher auf den Wochenmarkt Boxi war noch drin, bevor wir uns dann auf den Weg in die Wohnung von Kathrin machten. Es folgte eine lustige Feier - 19 Personen in einer 2-Zimmer-Wohnung :) Während der Rest der Familie dann noch einen weiteren Tag in Berlin verbrachten, machte ich mich wieder auf die Heimreise. Und obwohl ich den Würzburger-Baustellenstau großräumig umfahren musste, war ich nach 8 Stunden wieder daheim. |
15. und 16. August - Odenwald |
Der Versuch, der Hitze zu entfliehen, entpuppte sich eher als Fehlschlag; selbst im Wald gab es kaum ein Entrinnen. Am Abend suchte ich einmalmehr den ruhigen, schattigen Parkplatz an der Tropfsteinhöhle bei Eberstadt für die Übernachtung aus, und hier kühlte es dann auch endlich herrlich ab. In den Schlaf gewiegt wurde ich durch Metal-Riffs, die von irgendeiner Veranstaltung aus der Nähe herrühren mussten, ich aber nicht verorten konnte. Mir gefiel es und so hatte ich eine angenehme Nacht. Am Sonntag folgte dann doch noch eine Fahrt durch die wunderbaren Wälder des Odenwaldes, auf teilweise sehr schmalen, kaum befahrenen Straßen. Aber weiterhin Hitze, Hitze, Hitze. Die Reise ging dann weiter zum Neckar, ich wollte mir noch die Flußschleife bei Hirschhorn anschauen, aber da gab es eine Sperrung wegen Bauarbeiten ... Und so zog es mich dann weiter in Richtung Heimat, wo ich am Abend dann auch eintraf, mitsamt den ersten Wolken, die am nächsten Tag auch etwas Gewitter und Regen brachten. |
18. bis 22. Juli - Schlösser an der Loire |
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18.07. - Durch das Elsass Dieser Sommer liess auch diesmal gleich wieder erahnen, dass mit ihm nicht wirklich zu spaßen sei. Heraus aus der Tiefgarage – hinein in den Regen. Am Womo-Stellplatz musste ich dann auch noch ein paar Der Verkehr war erträglich, es folgten Ortsdurchfahrten von Hochfelden und Saverne, anschließend bog ich auf die Nebenstraßen ab und fing ganz langsam an, nach einem Übernachtungsplatz Ausschau zu halten. Bergauf ging es in die Vogesen, die hier aber recht gemäßigt erscheinen. Und ein Stück nach Ende des Waldes von Abreschviller, kurz vor Cirey-sur-Vezouze, fand ich dann auch einen ruhigen Schotterplatz für die Nacht – der Hunger hätte mich nicht viel weiter fahren lassen ... |
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19.07. - Weiter gen Westen Es war dann so ruhig gewesen, dass ich Probleme hatte, überhaupt wach zu werden :) Also war es recht spät geworden; aber da mich ja niemand jagte, liess ich mir auch für den Rest des Morgens viel Zeit. Erst gegen Mittag setzte ich meine Fahrt fort. Ich wählte mir relativ willkürlich ein Ziel in rund 400 km Entfernung Richtung Westen und den Rest musste das Navi übernehmen. Die GPS-Satelliten hatten wohl am Sonntag auch nur Minimalbesetzung, denn die Verbindung fiel regelmäßig aus; meist natürlich an Knotenpunkten, wo sie am meisten gebraucht wird. Aber ich liess mich nicht beirren und hielt dann einfach die Richtung – die Sonne war ja zwischen den vielen Wolken auch immer wieder zu sehen. Und so ging es dahin; durch die Vogesen, durch Champagne Ardennes und was weiß ich noch für Gegenden. Oft kilometerlang geradeaus zwischen den Feldern, nur unterbrochen von ein paar Ortsdurchfahrten. Eindrucksvoll Auxerre. Kirchen und Kathedrale über dem Flussufer. Darunter, direkt am Fluss ein Parkplatz mit zig Wohnmobilen. Schade eigentlich, aber nichts für mich, viel zu viele Menschen. Ach ja, Nancy habe ich ja auch durchquert, vorher. Das war ein irgendwie seltsamer Anblick. Zuerst sieht man aus der Ferne die Stadt und eine Unmenge von nicht unbedingt eindrucksvollen Hochhäusern. Später tauchen dazwischen dann auch Kirchen und Kathedrale auf, eigenartig wird mir dieser Anblick im Gedächtnis bleiben. Die Reise endete für diesen Tag dann auf einem Rastplatz rund 50 km westlich von Auxerre. |
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20.07. - Schlösser ... Dieser herrliche Sommertag war berühmten Schlössern gewidmet. Nur rund 20 km von meinem Schlafplatz entfernt, fand ich das Wasserschloss la Bussiere. Ein recht leerer, ruhiger Parkplatz vor dem Tor – wäre auch gut für eine Übernachtung geeignet gewesen - empfing mit schattenspendenden Bäumen. Die 6 Euro Eintritt allein für den Park waren zwar nicht gerade wenig, aber dafür gab es auch einige sehr schöne Blicke auf das ziemlich zusammengestückelt wirkende Schloss.
In Gien erreichte ich endlich die Loire, mitsamt einem sehr schönen Panorama über dem Fluss. Es folgten nun wieder teilweise mehrere kilometerlange Passagen schnurgeradeaus, diesmal vor allem durch Wälder,
ein Tankstopp in irgendeiner kleinen Stadt, eine Tunneldurchquerung, die mich lehrte, dass mein Fahrzeug exakt 2,60 m hoch ist, denn die Holzwarnbake vor dem Tunnel blieb ein wenig hängen, so dass ich
mit einem ziemlich flauen Gefühl durch die Unterführung schlich. Am frühen Abend traf ich dann am Tagesziel ein, am Chateau de Chambord, den schönsten Schloss an der Loire – sagt mein Reiseführer. Umgeben
von einem 54,4 Quadratkilometern großem Jagdrevier und einer 31 km langen Mauer (!) bietet das Ding wirklich einen grandiosen Eindruck. Ok, zuerst einmal nur im Vorbeifahren, da ich keinen wirklich
geeigneten Parkplatz in der Nähe fand und wieder ein Stück zurück in den Wald fuhr, da ich dort an einladenden Park- und Picknickplätzen vorbeigekommen war. Hier stellte ich mich dann zu drei anderen
französichen Wohnmobilen, Platz war reichlich vorhanden. Anschließend machte ich mich 'zu Fuß' auf den etwa 2,5 km langen Weg zum Schloss. Und diese Mühe lohnte auf jeden Fall. Zwar verzichtete ich auf
eine Schlossbesichtigung – wer will schon 440 Zimmer und 365 Kamine anschauen, an den Bauplänen hat angeblich sogar Leonardo da Vinci bis zu seinem Tod mitgearbeitet – aber der Weg herum, mit immer wieder
neuen Blicken und Lichtwirkungen war eindrucksvoll genug. Und da störten mich diesmal auch die vielen Touristen fast überhaupt nicht. Nach dem Rückweg empfing mich das durch die Sonne aufgeheizte Wohnmobil,
ein kaltes Bier und mein Tagebuch.
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21.07. - ... und noch ein paar Chateaus Abgesehen von einigen hysterischen Krähen früh am Morgen war es ein ruhige Nacht. Von den anderen Wohnmobilen war nur eines auch über Nacht stehen geblieben und fuhr am späten Vormittag davon. Ich zähle mal nur kurz die Etappenziele dieses Tages auf (von einigen sind auch ein paar Fotos zu sehen): Blois, dann viele Kilometer entlang der Loire, die ein sehr schöner Fluss ist, weil ihr Platz gelassen wird; viele Sandbanken, kleine und größere Inseln sind das Ergebnis. Ein Blick im Vorbeifahren auf das Schloss der Madame de Pompadour bei Menars, Beaugency, Orleans, Chateau de Sully, Pont Canal de Briare (dieser schiffbare Kanal überquert auf einer Brücke die Loire), Auxerre, Chateau d'Ancy-le-Franc. Irgendwo auf einer einsamen Landstraße saß eine Horde Tauben auf der Straße und erhob sich rechtzeitig, als ich mich näherte. Auch die letzte hätte es beinahe geschafft ... Und dann begann die Suche nach einem Schlafplatz. Ausgerechnet jetzt fuhr ich allerdings kilometerlang durch die Weizenfelder der Bourgogne, da gab es erst einmal nichts mehr. Aber so kam ich noch einige Kilometer weiter in Richtung Osten und mein Heimweg verkürzte ich also auch schon. Mein letzter gespeicherter Wegpunkt war auch schon längst vorbei und ich fuhr einfach weiter nach Osten, war ja einfach, ich musste nur dem Schatten hinterherrasen. Und siehe da, aus einem Impuls heraus folgte ich bei Vanvey einem Hinweisschild zum Tal der Choues. Ein ganz einsamer Weg entlang eines Baches, später von Seen, führte mich auf einen ganz einsamen Waldparkplatz. Die erhoffte Kühle konnte ich zwar nicht entdecken – Innen 31,5 und Außen 34,4 um 21:15 Uhr – aber ruhig war es hier ganz besonders; selbst von den Waldbewohnern war so gut wie nichts zu hören. Und jetzt noch eine Anmerkung in eigener Sache: Mein liebgewonnenes Navigationsgerät: Wenn Du mich in Zukunft mit Komplettabstürzen ausgerechnet in komplizierten Situationen – wie heute mitten in Auxerre – im Stich lässt, dann wird mir gar nichts anderes übrig bleiben als Dich, Du schöne Japanerin, durch eine Neue, eine Jüngere zu ersetzen. Also, reiß Dich zusammen! |
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22.07. - Und zurück Geplant hatte ich an diesem Tag bis zu den Vogesen zu fahren und mir dort ein Schlafplatz zu suchen. Die Nacht war extrem schwül, bis am frühen Morgen ein Regenguß für Abkühlung sorgte. Doch danach gab es wieder schönes Sommerwetter. Ich folgte der kleinen Straße nun weiter bis zu einem kleinen Kloster, um das die Straße führte, um danach in eine abenteuerliche Schlaglochstrecke steil bergauf in den Bergwald überzugehen. Da ich mich aber nicht so gerne aufhalten lasse hielt ich in Schritt-Tempo die Richtung und wurde auch von sehr schönen Waldpassagen belohnt. Mein Navi meinte es auch weiterhin gut mit mir und führte mich auf völlig abgelegenen Nebenstraßen durch das Land. Doch langsam nahm die Bewölkung zu und wurde vor den Vogesen immer dichter. Kurz vor dem Erreichen der Passhöhe klatschten die ersten Regentropfen auf die Scheibe und im Radio konnte ich mir kurz darauf, denn nun empfing ich wieder deutsche Sender, eine Unwetterwarnung für die Gegend anhören. Da dieses Wetter dann auch den nächsten Tag anhalten sollte, entschied ich mich, gleich bis nach Asperg zu fahren. Eine kleine Überraschung gab es am Ende dann doch noch. Als ich mich dem Rhein näherte, wunderte ich mich ein wenig, wohin mich das Navi führte. Bisher war mir nicht bekannt, dass es bei Sessenheim auch eine Rheinbrücke gibt, aber ich hatte ja extra "Kein Fähren" angegeben. Nun ja, das war dann doch eine und geschlossen hatte die auch schon. Das zum Thema "Navigirl" *gr* Doch heimgekommen bin ich dennoch ... |
11. bis 12. Juli - Grillfest in Eppingen |
| Und auch dises Jahr ein tolles Fest. Immerhin brauchte ich für wenige Stunden auch das Bett in meinem Womo. Manche Nächte scheinen kürzer zu sein ... |
7. bis 16. Juni - Polen (Pommern) |
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07.06. - Fahren, fahren, fahren Da gibt es gar nicht viel zu schreiben – 600 km lagen vor mir und die schaffte ich auch. Der heftige Regenschauer der mich empfing, als ich eben die Tiefgarage verlassen hatte, sollte ein Hinweis auf die bevorstehende Wetterlage sein. Zuerst noch eine Mischung aus dunklen Wolken und blauen Himmelsflecken, ging es kurz nach Schweinfurt richtig los. Starkregen und Windböen wurden dann von Dauerregen abgelöst. Besonders schön war dabei, dass im Radio immer wieder von nur gelegentlichen Schauern gesprochen wurde. Ich hatte dagegen Regen ohne Pause bis ich bei Naumburg Thüringen durchquert hatte. Nun wurde es aber recht schön. Am Abend näherte ich mich meinem Ziel bei Potsdam. Das Navi wollte mich schon ständig von der Autobahn herunterlocken, aber ich hatte keine Lust auf eine Stadtdurchquerung, bis ich dann doch bei Wannensee abbog und durch die abendlich leeren Straßen des Viertels, am See vorbei, Richtung Potsdam fuhr. Mein Ziel war der Schloßpark von Sacrow, der in einer wunderschönen Waldlandschaft zwischen Havel und einem Ausläufer des Lehnitz-Sees gelegen ist. Ein ebenso schöner Parkplatz empfing mich dann auch, auf dem sich auch nur ein weiteres Wohnmobil befand. In der Nacht wurde ich einmal von heftigen Regen geweckt, am Morgen dafür durch verschiedene, ziemlich laute Vogelstimmen. |
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08.06. - Ankunft in Polen Eigentlich hatte ich geplant, nach dem Frühstück einen Spaziergang zum Havelufer zu machen, auch wenn der Boden durch den Regen der letzten Tage ziemlich aufgeweicht war. Doch gerade als ich mich für den Ausflug fertig machte, begann es erneut zu regnen und ich begrub diesen Plan. Nun ging es also wieder zurück zum Berliner Ring, wobei ich hier noch einmal die schöne Gegend um Potsdam herum bestaunen durfte – garantiert auch eine Reise wert. Rund 150 km später überquerte ich die Neisse und war nun in Polen. Und empfangen wurde ich auch erst einmal von Anblicken, die gut ins Klischee passten: Einem großen Bazar in Slubice, rasanten Überholmanövern auf den Landstraßen, dem einen oder anderem Schlagloch und zwei recht ansehlichen, knapp bekleideten Damen auf einem Parkplatz an der B2. Allem konnte ich allerdings erfolgreich ausweichen und bog dann auch auf weniger befahrenere Straßen ab. Allerdings konnte ich auch gleich wieder mein Navi abschalten, denn das kennt in Polen leider nur die – wenigen – Autobahnen. Viele ausgedehnte Waldgebiete waren zu durchfahren, viele Alleen und manch abenteuerliche Orstdurchfahrt – sonst waren die Straßen aber in einem ziemlich guten Zustand. An einem Waldsee kurz vor Osno Lubuskie machte ich Kaffeepause, bevor es dann durch Miedzyrzecz Richtung Süden weiterging, vorbei an den Bunkeranlagen des Ostwalls, von denen man, wenn man gut zu Fuß ist, auch einen großen Teil begehen kann. Ich aber fuhr weiter bis in den kleinen Flecken Wysoka und bezog Quartier direkt auf einer Wiese am Seeufer. Auf dem Bolzplatz nebenan waren vier Jungs mit ihrem Ball am Gange, vom See drang lautes Brandungsgeräusch herüber, da ein kräftiger Wind wehte, dennoch sorgte die Abendsonne noch für reichlich Wärme. Ich beobachtete zwei Tauben, die über dem See kreisten und dann im Flug badeten, so etwas hatte ich auch noch nie gesehen. Eine Entenmutter kam mit sechs kleinen Kücken daher geschwommen. Ich hörte noch ein klägliches Piepsen und die kleine Familie wartete, denn es folgte nun noch das siebte, der Nachzügler. Später saßen dann zwei Männer im Gras und entzündeten ein kleines Feuer. Einer schwankte dann sehr bedenklich davon, während der andere allein am Feuer zurückblieb. Inzwischen war der Wind eingeschlafen und der See lag spiegelglatt. Ein dunkler Streifen am Himmel in Richtung Westen ließ nichts Gutes für den nächsten Tag erwarten. |
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09.06. - Umland Poznan Irren ist ja mal erlaubt. Herrlicher Sonnenschein begrüßte den Tag – zuzüglich des Gequake der Frösche, das schon in der Nacht lieblich mein Ohr umflüstert hatte – und endlich konnte ich somit mal wieder in einem warmen Womo aus dem Bett steigen. So verbrachte ich auch den ganzen Vormittag noch hier am See, natürlich mit Frühstück und auch mit Beobachtungen der Umgebung. So erschien auch einer der beiden Herren des letzten Abends, wusch sich im See die Hände und hatte irgendeine verdächtige Flasche dabei. Enten kamen ans Ufer, um sich in der Sonne zu putzen. Allerlei Insekten jagten übers Wasser. Und eine Bachstelze versuchte in tollkühnen Flugmanövern eine Libelle zu fangen. Leider verschwanden beide bald aus meinem Sichtbereich, denn ich hätte schon gerne gewusst, wer am Ende geschickter war. Kurz nach Mittag bezogen die ersten Schleierwolken den Himmel und aus Richtung West sah der Himmel nun auch nicht mehr so schön aus. Mein Weg führte aber genau in die andere Richtung und so hatte ich die Wolken immer nur im Rückspiegel. Der Tag war geprägt von der Fahrt durch kleine und größere Ortschaften gen Osten. Wälder und Seen, aber auch Felder und später eine Reihe von Industrieanlagen säumten den Weg. Ich sah kleine Dörfer, die richtig gut gepflegt waren, andere, in denen schien die Zeit still gestanden zu sein; manch eingefallenes Häuschen und manch Ruine einer alten Fabrik. Je näher ich Poznan kam, umso grauer und unfreundlicher schien die Welt. Staus und drückende Hitze machten die Situation auch nicht angenehmer. Ein Abstecher zum Schloß von Rogalin endete auf einem aufgeweichtem Parkplatz, so dass ich nur einen Blick aus der Ferne Richtung Schloß werfen konnte. Außerdem hatten mich nun die dunklen Wolken doch eingeholt und es fielen die ersten Regentropfen. So fuhr ich zwar weiter nach Kornik, weil ich hoffte dort am Park des Palais vielleicht einen schönen Platz zu finden, aber der einzige richtige Parkplatz war nicht für Übernachtungen erlaubt. Die B5 machte dann einen Schlenker um Gniezno und dabei gab sie einen Blick auf graue Betonbauten frei, der garnichts anmutiges an sich hatte. Rund 15 Kilometer nördlich bog ich dann von der B5 ab und fand einen kleinen Picknickplatz am Waldrand. Kaum hatte ich eine ebene Stellung gefunden, gab das mir bis hierher gefolgte Gewitter endlich seine Schleusen frei und ich war wirklich froh, rechtzeitig angehalten zu haben. |
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10.06. - Chelmno Erst spät in der Nacht hatte der Regen aufgehört. Am Morgen erwartete mich dann eine Mischung aus Wolken und Sonne, aber alles bei ziemlich warmen Temperaturen. Zurück zur B5 setzte ich meine Tour nach Nordost fort. Obwohl ich eigentlich gut in der Kolonne mitschwimmen konnte, ließ ich die gestressten Einheimischen immer vorbei, indem ich bei jeder Gelegenheit den Standstreifen ausnutzte und mich so die eiligen Fahrer selbst bei Gegenverkehr überholen konnten; fast alle bedankten sich mit Blinkzeichen dafür. Große Strecken der Fernverbindungen sind in sehr gutem Zustand und der Rest wird gebaut – so in etwa, kann man das zusammenfassen. Spannend sind dagegen die Orstdurchfahrten, vor allem auf kleineren Straßen. Da heißt es dann schon, alles festhalten. Und dann musste ich durch Bydgoszcz (Bromberg), das kostete eine Menge Zeit – Stop-and-Go an jeder Ampel, dazu ein kleiner Unfall. Zeit die Randbezirke der Stadt anzuschauen. Da kamen schon Erinnerungen an den sogenannten Sozialismus hoch. Allein der Anblick der Straßenbahnen liess an längst vergangene Zeiten denken. Bei Swiecie bog ich dann rechts ab und kurz nach der großen Brücke über die Weichsel in Chelmno (Kulm) noch einmal rechts und über ein ziemlich übles Kopfsteinpflaster kam ich direkt ans Ufer des großen Flusses. Zur Zeit des Sonnenunterganges kamen auch noch einige Pärchen, doch das Wetter spielte nicht mit, sondern schickte eine Gewitterfront. Aber auch das entwickelte sich zu einem spektakulären Schauspiel. Gen Westen glühte der Himmel, doch sonst war alles von schwarzen Wolken umgeben, aus denen auch immer wieder Blitze leuchteten; später auch gefolgt von einem kräftigen Regenschauer. |
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11.06. - Zur Ostsee Am Morgen erwartete mich dann wieder Sonnenschein, nur wenige Wolken trieben durch's Blau. So saß ich auch einige Zeit neben dem Womo und las. Gegen Mittag wurden die Wolken dichter und ich startete die nächste Etappe. Zuerst sah ich mir ein paar Kilometer weiter in Grudziadz die alte Stadtmauer, vom Ufer der Weichsel aus, an. Anschließend ging es dann über die Brücke und Richtung Nordost. Die Wolken wurden immer dichter und einzelne Tropfen klatschten gelegentlich auf die Scheibe. Und so entschied ich mich, dieses Wetter zu nutzen, um wirklich schon zur Ostsee vorzustoßen. Dabei bog ich allerdings schon zeitig von der B1 ab und fuhr lieber auf der mäßig befahrenen 214. Wieder ging es oft durch Wälder, lange, gerade Abschnitte. Doch dann fuhr ich mitten hinein ins nächste Gewitter. Heftiger Regen liess nur noch etwa 40 km/h zu; aber schlimmer noch waren die großen Pfützen auf der Straße, da konnte man wirklich nur langsam durchfahren. Viele kleine und größere Orte durften durchquert werden; Wälder sowieso und natürlich lagen auch reihenweise Seen neben dem Kurs. Und als ich schon dachte, dass es sich „einregnen“ würde, klarte es etwas auf und die Sonne hitzte mir und meinem Auto heftig ein. Mein Reiseziel war ein See knapp hinter der Küste, an dem man laut meines Reiseführers wunderbar auf der Wiese übernachten kann. Tja, das war wohl Vergangenheit. Denn nun sperrte eine Schranke den Weg auf die Wiese ab und der kleine Parkplatz daneben machte keinen wirklich einladenden Eindruck. Ein Blick auf die Straßenkarte ließ mich dann den Weg an die Küste zu einem Leuchtturm einschlagen. Aber auch das entpuppte sich als Fehlschlag, denn es handelte sich um einen völlig überlaufenen Touristenfleck, dem ich schleunigst wieder den Rücken kehrte. So fuhr ich noch etwas weiter zum nächsten Strandflecken (Jaroslawiec), der auch ziemlich überlaufen war, aber der etwas außerhalb eine ganze Reihe von Parkplätzen anbot. Nur ein Nadelwald trennte mich jetzt noch vom Meer. Aber: Der Weg dahin führte durch tiefen Sand und das traute ich mir dann doch nicht zu. Dazu dauerte es auch nicht lange, und schon fing es mal wieder an zu regnen. |
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12.06. - Ostseeküste Und schon wieder Thema Wetter. In der Nacht erhob sich ein heftiger Wind und ließ die Regentropfen nur so auf Dach und Wände prasseln. Zum Glück stand ich ziemlich geschützt im Windschatten des Waldes, doch so manche verirrte Böe ließ auch meine Wohnung erbeben. Und dieses Wetter hörte nicht auf, so dass ich mich kaum überreden konnte, das Bett zu verlassen. Irgendwann nach Mittag machte ich mich dann doch auf den Weg – 'Meer schauen' war angesagt – 'mehr anschauen' war bei dem Wetter auch nicht möglich. Doch es dauerte einige Zeit, bis ich endlich einen richtigen Blick aufs Wasser werfen konnte. Das war dann aber auch wirklich ein verdienter Dank an diesem Tag. Oben auf der Steilküste bei Rewal, auf einer Wiese, wingeschüttelt und die fröstelnden Wanderer betrachtend, lag unter mir das graue Meer. Vom Wind getrieben brachen sich große Wellen, schwarze Gänse zogen in Dreiergruppen darüber hin und Möwen kurvten elegant vorüber. Gerade überlegte ich noch, ob ich trotz des heftigen Windes hier vielleicht sogar übernachten könnte, als ein Jeep neben mir hielt und mich ein Strandwächter, oder so etwas ähnliches, wegschickte. Den Block mit Strafzetteln steckte er aber wieder weg, als ich deutlich machte, mich zu verdrücken. Dann fuhr ich noch durch so manches Küstenstädtchen, nur sehr selten gab es einen Blick auf das Meer. Die Menschen liefen herum, als sei Herbst und ich fragte mich einmal mehr, weshalb ich mir immer wieder diese Reisen in die Küstenregionen antue. Völlig überlaufen, ganz selten schöne Parkmöglichkeiten und emsiger Verkehr in den Städten; das doch alles, was ich nicht brauche ... Und so bog ich dann zu guter Letzt auch wieder ab ins Landesinnere und warf meinen Anker auf einem kleinen sandigen Parkplatz an einem Badesee – und gönnte mir dann noch eine Belohnung: Ein echtes polnisches Bier - „Warka“. Alles was ich lesen konnte war, dass es nach Originalrezeptur (1478) gebraut ist, und dass es 650 ml sind! Das ist doch mal eine Ansage, oder? Da kann man dann wirklich beruhigt sagen: Also mehr als ein, höchstens zwei Bier trinke ich nie am Abend ... (Habe ich schon erwähnt, dass es wieder angefangen hatte zu regnen?) |
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13.06. - Pommern Gegen 7:30 Uhr erst hörte der Regen auf. Und was soll ich sagen, das dann auch für längere Zeit. Gegen Mittag riss dann auch ab und zu der Himmel auf und langsam stiegen die Temperaturen. Der Wind war immer noch sehr stark, aber kein Sturm mehr. Auf vielen Straßen lagen noch Äste als Spur der vergangenen Tage. Für diesen Tag hatte ich mir nur eine relativ kurze Etappe durch Pommern vorgenommen. Zuerst die B3 bis Goleniow, links ab auf die B6 bis Nowogard, hier nach rechts über die 144 durch Dobra, später die B20 bis Drawsko Pomorskie. Auf der 175 ging es nun durch einen großen Wald, der sich als militärisches Übungsgelände entpuppte. Kurz nach Drawno entschied ich mich, versuchsweise mal auf eine kleine Straße abzugbiegen. Irgendetwas lockte mich – waren es Wald und Seen und die wenigen Ortschaften? Die Straße war sogar in verhältnismäßig gutem Zustand, nur die Ortsdurchfahrten war erneut ziemlich abenteuerlich. Und tatsächlich ging es durch wunderschönen Wald, nur wenige Autos waren unterwegs und an einem kleinen See bei Wygon fand ich einen sehr schönen Picknickplatz mit ausreichend großen Parkmöglichkeiten. |
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14.06. - Ein sonniger Sonntag Den ganzen Vormittag verbrachte ich noch an diesem wunderbaren Flecken. Blauer Himmel und Sonnenschein; doch der immer noch sehr starke Wind liess selbst hier frösteln, aushalten konnte man es nur im Windschatten von irgendetwas Größerem, z.B. einem Wohnmobil. Schweren Herzens fuhr ich dann aber doch davon, am Himmel tauchten auch wieder ein paar Wolken auf, doch sie trieben rasend schnell dahin. So wie ich, der an diesem Tag schon einmal eine größere Strecke in Richtung Süd-West, in Richtung Deutschland hinter sich bringen wollte. Sehr anstrengend dann die Fahrt auf den gut ausgebauten Fernverkehrsstraßen. Ständig muss man nach vorn und nach hinten blicken, über den Randstreifen ausweichen, um den überholgeilen Fahrern eine eigentlich sinnlose Gelegenheit zu bieten. Auch wenn sich dann fast alle artig mit Blinkzeichen bedanken, bringen tut es denen ja doch nichts. Eigentlich wollte ich noch auf der polnischen Seite einen schönen Platz für die Nacht finden, aber selbst die Fahrt auf völlig abgelegenen Straßen brachte keinen Efolg. Immerhin habe ich selten soviele Blicke auf mich gezogen, wie in diesen Ortschaften, die ich auf übelsten Straßen im Schritttempo durchquerte. Am Ende fand ich dann einen wunderbar ruhigen Platz nahe bei Cottbus mit Ausblick auf den Braunkohletagebau. |
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15.06. - Spreewald und Erzgebirge Die erste richtig warme Nacht lag hinter mit. Ruhig, abgesehen von ein paar Regentropfen, weckten mich am Morgen ein paar Fahrzeuge, die zum Tagebau fuhren. Aber das war nicht wirklich laut, in etwa so, wie die Grillen, die ebenfalls den Tag begrüßten. Die Sonne heizte meine Sperrholzschachtel sehr schnell auf und ich spürte endlich mal, dass es Mitte Juni war. Doch der Wetterbericht im Radio machte mich schon darauf aufmerksam, dass das nur ein kurzes Zwischenspiel sein würde. So fuhr ich dann in den Nordteil von Cottbus, um einen Blick auf die Anlage zu werfen, in der ich 18 Monate meiner Jugend in Uniform verbringen musste. Ich erkannte nichts mehr wieder. Ganz ehrlich, eine völlig unbekannte Stadt. Ich orientiert mich dann an dem Name des Dorfes, das wir an manch Wochenende verbotenerweise durch das DHL (für Uneingeweihte: „Diensthabende Loch“ im Zaun) besucht hatten. Und eigentlich hätte ich ja irgendetwas von dem alten Flugplatz erkennen müssen. Aber nichts da und schon war ich dabei, meine Reise weiter in Richtung Spreewald fortzustetzen, als ich plötzlich zwischen Bäumen die alten Kasernen erblickte. Daraufhin drehte ich noch ein paar Zusatzrunden und durfte feststellen, dass das Gelände wohl vom THW übernommen wurde; nichts mehr Armee und nichts mehr Flugplatz. Nun folgte noch eine Fahrt durch den Spreewald – sehr schön, aber touristisch voll erschlossen, um das mal zu umschreiben. Als Wohnmobil-Fahrer ist man in solchen Gegenden meist nicht sehr gut gelitten. Da gibt es dann Verbotsschilder auf Parkplätzen oder ähnliches – irgendwie auch verständlich. Danach begann ich mit der nächsten Etappe der Heimreise und drehte ab in Richtung Süden. Zuerst über Landstraßen – Lübben, Finsterwalde, Lauchhammer lagen auf meinem Weg, dann auf die Autobahn um Dresden herum und wieder herunter nach Freiberg. Und diese wunderschöne Universitätsstadt durchquerte ich dann während eines mächtigen Wolkenbruches. Nur erahnen konnte ich einiges der alten Gebäude, schade, da muss ich wohl noch einmal hin. Dieses Wetter begleitete mich dann auf der weiteren Reise durch das Erzgebirge. Landschaft und berühmte Orte blieben meist im Regendunst verschwommen, ein paar gesperrte Straßen machten die Fahrt auch nicht einfacher. Um so erfreuter nahm ich dann den Parkplatz hinter dem Stadtpark in Lößnitz als Übernachtungsplatz an, obwohl mitten in der Stadt, völlig ruhig gelegen. |
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16.06. - Heimwärts, endgültig Bewölkt, aber trocken - so legte ich dann den restlichen Weg in meine schwäbische Wahlheimat fort. Noch einige Kilometer auf Neben- und Hauptstraßen des Erzgebirges und Vogtlandes, durch Städte und Dörfer. Mäßiger Verkehr erlaubte recht schnelles Vorankommen und dann war ich auch schon bald auf der vogtländischen Autobahn, die mich dann die letzten *ha* Kilometer nach Hause brachte. |
17. bis 21. Mai - Hessenrundfahrt |
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17.05. - Rhön Es fing gar nicht gut an ... Nur mit großer Mühe konnte ich den Lift überrreden, mich ins Womo zu befördern und anschließend auch wieder einzuklappen. Also musste ich versuchen, das schleunigst in den Griff zu bekommen, sonst wäre es sicher keine angenehme Reise geworden. Und als nächstes liess sich die Kühlschranktür nicht mehr öffnen. Da ich dieses Problem schon einmal hatte, wusste ich wenigstens, wo das Problem lag. Schraubte also die Halterung ab und hängte die Tür aus. Und ja, wieder war die kleine Plastiknase am Arretierungsschieber abgeknickt. Zukünftig werde ich es wohl ganz ohne diesen Schieber versuchen. Da damit aber einige Zeit verloren war, änderte ich kurzfristig das geplante Ziel. Anstatt bis zum Harz zu fahren, suchte ich mir ein Ziel in der Rhön. Kaum hatte ich hier Stellung auf einen sehr schönen Wanderparkplatz bezogen, kamen die dunklen Wolken, vor denen ich bisher davon gefahren war, hier an und ein Gewitter, mit heftigen Böen und Regen entlud sich. Ja, die Kiste schaukelte ganz schön, dafür hatte ich einen traumhaften Ausblick über die Gegend. |
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18.05. - Immer noch Rhön Die Hälfte der Nacht stürmte und regnete es, aber am Morgen erwartete mich Sonne, die sich später jedoch mit einer Reihe von Wolken den Himmel teilen musste. Dann versuchte ich der Störung des Liftes
auf die Spur zu kommen, allen Anschein nach irgendein Kontaktproblem, denn mit Wackeln am Stecker bekam ich ihn dann irgendwann doch zum Funktionieren. Aber das Auseinanderschrauben und Rumgewackel an den
Schaltungsinnereien brachte keine Besserung. Doch dann hatte ich endlich einen Geistesblitz, denn mir fiel ein, dass die Firma, die den Lift eingebaut hatte, hier irgendwo in der Nähe ihren Firmensitz
hatte. Und nach einem Blick auf die Unterlagen wurde meine Ahnung Gewissheit – nur rund 30 km war ich davon entfernt. Also schnell ein Anruf dort und schon war ich auf dem Weg. Die Vermutung des
Mitarbeiters deckte sich mit meiner – eventuell ein Kabelschaden des Handbedienungsteiles. Also ein neues angesteckt und siehe da, alles funktionierte wieder. Das so ein kleines Gerät dann aber 102 Euro
kosten muss, da erspare ich mir mal lieber einen unfreundlichen Kommentar ...Inzwischen war es Nachmittag geworden. Ich fuhr nun durch das Umland von Fulda, bestaunte wunderschöne alte Bauernhöfe und endete dann auf einem Wanderparkplatz in den Bergen. Ein anstrengender Spaziergang auf nassen, steinigen Waldwegen liess mich die herrliche Luft besonders tief geniessen. Der Sonnenuntergang, der alles in ein warmes Licht tunkte, rundete den Abend ab. |
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19.05. - Um Fulda herum Wieder auf Nebenstraßen unterwegs ging es kreuz und quer vor allem durch das Gebiet des Vogelsberg. Teiche, Berge, Wälder, Wiesen und beschauliche Orte schmückten die Fahrt. Meine kleine Asiatin im Cockpit hatte allerdings ein wenig die Übersicht verloren und liess mich manche Strecke gleich zweimal fahren; aber kein Problem bei der schönen Gegend. Am Abend kam ich an einem kleinen Abzweig zum Schloss Eisenbach vorbei. Der schmale Weg führte zu einem Parkplatz oberhalb der alten, interessanten Anlage, doch ich hatte diesmal keine Lust auf den anstrengenden Rückweg bergauf, fuhr noch ein paar Kilometer weiter und fand einen ruhigen kleinen Wanderparkplatz im Wald. So gab es auch diesmal wieder einen schönen Waldspaziergang in wunderbarer Luft; interessiert sah ich mir die Pflanzenwelt an und lauschte den verschiedensten Vogelstimmen. Dennoch hinterliess ich eine blutige Spur auf diesem ach so lieblichen Weg. Unzählige Mücken mussten ihr Leben lassen, nur weil zwei von ihnen es geschafft hatten, ein wenig von meinem Blut zu naschen. Ich war ziemlich erbarmungslos und tatsächlich schaffte es nicht eine von ihnen, mir bis ins Wohnmobil zu folgen. Vielleicht waren ja auch alle tot ;) ? |
20.05. - Lahn-Dill-Bergland
Weiter nach Westen zog es mich. Damit allerdings auch in dicht bevölkerte Gegend. Durch Giessen führte mich die Reise, Wetzlar auch noch, bis ich dann endlich wieder ins Grüne kam. Der Rand des
Westerwaldes empfing mich hügeliger Kulturlandschaft. Auf kurvenreichen Strecken durch seltsame Basaltgestalten, bis ich am frühen Nachmittag, mitten in der Heide direkt neben Galgenkopf und der
Felsgruppe der Klipp eine Rast samt Sonnenbad einlegte.Später ging es weiter in den Taunus. Und auch hier wieder schmale, kurvige Straßen, wo ich trotz der herrlichen Natur immer ein Auge auf eventuell entgegenkommende Fahrzeuge haben musste. Gerade in den Ortschaften wurde das manchmal recht eng. Als abendliches Ziel hatte ich mir das Wispertal im Rheingaugebirge ausgesucht. Und kaum hatte ich es erreicht, als mich eine furchterregend schwarze Wolke empfing. So folgte ich dem ersten Schild zu einem abseits gelegenem Parkplatz und schon fielen die ersten Tropen. Es folgte ein heftiges, aber auch kurzes Gewitter. Für mich war damit aber der Reisetag beendet und ich genoß dann die abendliche Sonne. Von einem Spaziergang sah ich aber wegen des regennassen Bodens lieber ab. |
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21.05. - Rhein und heim Auf dem Weg durch das wirklich wunderschöne Wispertal wurde ich aus dem Radio dringlichst auf den bevorstehenden Wetterumschwung hingewiesen. Deshalb hatte ich mich auch entschieden, die Rückreise anzutreten, da der Spaß damit eh vorbei war. Noch schaffte es hier die Sonne aber den Dunst zu durchbrechen, auch wenn die seltsame Himmelsfärbung auf Schlimmes hinwies. Bei Lorch erreichte ich dann den Rhein und dieser begleitete mich nun lange Zeit. Auf den Uferpromenaden von Rüdesheim und Eltville herrschte Hochbetrieb. Dann streifte ich die Außenbezirke von Wiesbaden, dann Flußüberquerung nach Mainz, weiter nach Worms und eine halbe Stunde später etwa übernahmen dunkle Wolken das Kommando am Himmel. Im Radio wurden die Wettermeldungen dramatischer, aber auf meiner Fahrt über Landstraßen bekam ich es nur mit gewöhnlichem Regen zu tun und kam am Abend unbeschadet daheim an. |
9. und 10. Mai - Geburtstagfeier in Winzerhausen |
Diesmal diente das Womo als Reisemittel und Übernachtungsgelegenheit - wenn auch nur für ganz wenig Stunden - bei einer klasse Geburtstagsfeier von Katrin und Kai.
2. und 3. Mai - Schwäbische Alb
Bei dem Wetter konnte ich nicht zu Hause bleiben und kurz entschlossen fuhr in endlich mal wieder auf die Alb. Die B10 bis Geislingen und als erstes ins und durch das
Roggental - toll. Dann in der Nähe von Gussenstadt machte ich einen Spaziergang auf der Albhochfläche. Für einen Moment blieb ich direkt unter einem Windrad stehen und zwar so, dass das Rad sich
genau auf mich zu drehte. Dieser Anblick war so markerschütternd, dass ich ihn keine drei Minuten aushielt und schnell weiterrollte. | Es folgte eine Fahrt durch das Lonetal, vorbei an den Touristenmengen bei der Vogelherdhöhle führte die Straße durch Wälder, Wiesen, Felsen und Heiden. Am Abend kehrte ich dann zurück ins Roggental, da ich hier einen schönen Parkplatz für die Nacht erspäht hatte. Hier standen zwar schon drei Fahrzeuge, eines davon eine Arte Expeditionswomo, aber Platz war genug. Später tauchten dann zwei merkwürdige Gestalten aus dem Wald auf - Schutzanzüge, Helme, an denen Taschenlampen befestigt waren, liessen erkennen, dass es sich um Höhlenforscher handelte. Und so las ich nach, dass ich mich auf dem Parkplatz am "Mordloch" befand. Einer Karsthöhle, in der einst ein Wilderer den von ihm ermordeten Förster versteckt haben soll. Für den Sonntagnachmittag war die Wiederkehr der Gewitter vorausgesagt worden und so nutzte ich den wunderschönen Vormittag noch für eine weitere, mehr oder weniger planvolle Fahrt durch die Gegend. 17. bis 20. April - Thüringen
Klassentreffen bzw. Abifeier in Jena war angesagt. | Anreise für mich war dann schon der Freitag. Das Wetter war, wie vorausgesagt, nicht gerade berauschend. Dennoch hatte ich mir vorgenommen, ab Ilmenau durch den Thüringer Wald zu fahren und mir auch dort einen ruhigen Platz für die Nacht zu suchen. Aber als ich die Abfahrt Ilmenau erreichte, regnete es in Strömen und dazu war auch Nebel aufgezogen. So blieb ich lieber auf der Autobahn und als Dank durfte ich mich dann ein paar Kilometer weiter in einen dicken Stau stellen. Bei Arnstadt fuhr ich dann aber endlich ab und tourten noch ein wenig durch das Thüringer Land. Auf der Karte war mir der Stausee Hohenfelden als Nachtquartier ins Auge gefallen, doch dort angekommen, lag mir der Parkplatz viel zu unruhig dicht an der Hauptstraße. Ich fuhr noch etwas weiter und folgte dann einem Hinweisschild zum Freiluftmuseum bei Hohenfelden. Das erwies sich dann als Volltreffer und ich hatte einen völlig einsamen und ruhigen Platz ganz für mich allein. In der Nacht hatte der Regen aufgehört und am Morgen hingen dann zwar Nebelschwaden und auch dunkle Wolken am Himmel, aber der Regen kam nicht wieder. Am Museum trafen nach und nach Besucher ein und ich fuhr dann los, um den Vormittag noch zu nutzen, mir ein wenig vom Jenaer Umfeld anzuschauen. Gegen 15 Uhr kam ich dann am Hotel Jembo Park an und hier stieg dann eine wirklich schöne Feier - unser 30jähriges Abijubiläum. Fast alle Mitschüler und auch fünf der Lehrer waren dabei. Am Sonntag ließ ich mir erst einmal ganz viel Zeit im Hotel beim Frühstück mit zwei anderen Übriggebliebenen. Aber dann führte mich die Reise weiter nordwärts; die Saale entlang bei herrlichstem Wetter, auf schwach befahrenen Straßen und durch erschreckend leer wirkende Orte und Städte. Zwischen Naumburg und Freyburg folgte ein kleiner Abstecher zu zwei Windmühlen und danach ging es weiter in Richtung Unstrut und dort zum Schloss Burgscheidungen. Nach der Schlossbesichtigung nahm ich dann aber Kurs Süd auf, denn diesmal wollte ich das tolle Wetter für die Durchquerung des Thüringer Waldes nutzen. Weimar, Bad Berka, Stadtilm, Ilmenau lagen dabei auf dem Weg, bevor ich dann auf Nebenstraßen die Berge erklomm. Jetzt kann ich ja gestehen, dass der schönste Teil der Reise eigentlich gar nicht für mein Fahrzeug erlaubt war, denn die Straße war nur für Autos mit max. 2m Breite zugelassen. Aber es klappte prima auch bei entgegenkommenden Autos und ich konnte die Natur in der Abendsonne genießen. Später wieder auf "richtigen" Straßen folgten noch Schleusingen und Hildburghausen, ehe ich bei Bad Rodach einem Hinweisschild zu einem Waldbad folgte und eine ganz ruhige Nacht im Wald erlebte. Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen der Heimfahrt. Quer durch schöne Landschaften zwischen Coburg und Würzburg; bei Gerchsheim auf die A81 und am Nachmittag war ich dann daheim. 4. und 5. April - Steigerwald
Mein Blick fiel auf ein Foto von Schloss Weißenstein nahe Bamberg. Darunter hieß es "eine der schönsten Barockanlagen in Franken" und schon hatte ich ein Reiseziel. | Bei Boxberg runter von der A81 und dann über kleine, wenig befahrene Straßen Richtung Steigerwald. Ganz vorsichtig erwachte die Natur; Bäume und Sträucher hatten dicke Knospen, in geschützten Lagen grünte es auch schon und Frühjahrsblüher warfen ihre Lichteffekte über grünende Wegesränder. Auf den Feldern war Hochbetrieb und so fuhren auch immer wieder Traktoren und ähnliches Gerät auf den schmalen Straßen vor mir her. Und immer wieder gab es Schönes bzw. Interessantes zu bestaunen. Direkt vor dem Schloß gab es einen kleinen Stau, weil wohl mal wieder jeder direkt vor der Tür parken wollte. Ich fuhr dann herum um das Schloss und siehe da, nur ein paar Meter weiter gab es einen großen, fast leeren Parkplatz, auf dem auch bereits ein weiteres Wohnmobil Anker geworfen hatte.
Ich suchte mir also auch ein Plätzchen für die Nacht und dann machte ich mich auf Erkundungstour.Die Fotos zeigen das ja. Es fand im Inneren des Schlosse irgendeine Veranstaltung statt, denn fast alle Besucher liefen in Trachten herum. Im Hof vertrieben sich die Kinder, gemeinsam mit ein paar Erwachsenen, die Zeit mit Singspielen ("Taubenschlag", "Im Keller ist es duster" ... kennt das jemand?). Durch die tolle Akustik des Hofes war das auch für mich ein wunderbares Erlebnis. Nach einer ruhigen Nacht erwartete mich ein nicht ganz so schöner Tag, was das Wetter betrifft. Mein Ziel hatte ich schon am Tag vorher entdeckt, das kleine mittelalterliche Städtchen Iphofen. Auch hier gab es einen großen Parkplatz am Rande des Ortes, allerdings standen da auch schon eine Reihe von Wohnmobilen, doch ich fand auf den extra ausgeschilderten Plätzen auch noch einen für mich. Und dann sah ich mir das Städtchen an. Ich hatte auch Glück mit dem Wetter, denn jetzt fiel kein Tropfen Regen mehr, während es vorher - und auch nachher, immer wieder etwas tröpfelte. Später ging es noch ein Stück entlag des Mains, der aber sehr kanalisiert schien. Und ab Heilbronn empfing mich wieder Sonne und schönes, warmes Frühlingswetter. 28. Februar und 1. März - Kleiner Rheinfrühling
Diesmal klappte es mit der Sonne. Und dann aber auch gleich richtig. Da war sogar Schwitzen angesagt bei meinem Spaziergang entlang des Rheins auf
der französischen |
Seite. Endlich konnte ich auch eines meiner drei französischen
Wörter üben. Ich habe sicher 20mal Bonjour sagen dürfen. Ein wenig peinlich wurde es nur, als ein älterer Herr daraufhin ein Gespräche mit mir begann - ich nehme mal an,
dass das französisch war ... Doch irgendwann gab er dann auf.Sonne. Sonne. Und eine Menge Wochenendausflügler. Aber wunderbar entspannt alles und ich hatte dort in der Nähe auch einen ruhigen Platz zwischen alten Bäumen für die Übernachtung gefunden. Gegen 7:30 Uhr wurde ich von einem seltsamen Knarrgeräusch geweckt. Immer wieder, im Abstand von mehreren Sekunden. Erst dachte ich, irgendeines der elektrischen Geräte im Auto hatte ein Problem, dann merkte ich, dass es wohl eine tierische Ursache haben müsste. Irgendein geflügeltes Monster musste direkt über mir im Baum sitzen. Mindestens ein riesiger Vogel musste das sein, ganz gewiss! Als ich dann eine gute Stunde später aus den Decken schlüpfte, war das Ungeheuer verschwunden. Dafür hatte es durch den morgendlichen Nebel eine wunderbare Stimmung zwischen den Bäumen. Den folgenden sonnigen Sonntag kreuzte ich dann mal wieder durch die wunderschönen Ortschaften des Elsass. 22. Februar - Auf der Suche nach Sonne
... hatte ich einmal mehr keinen Erfolg. Hatte doch das Wetterkommando behauptet, im nördlichen Württemberg könne man sogar mit ein wenig Sonne rechnen,
so strafte mein Ausflug diese Aussage auf's sträflichste der Lüge. | Das einzige was mich empfing war: Regen, Schnee, Nebel und Trübsal. So blieb es diesmal bei einem kleinen Ausritt, der mir aber immerhin bewies, dass die diversen Akkus im WoMo den Winter gut überstanden hatten - ist ja auch schon etwas ;) 29. Dezember bis 2. Januar 2009 - Cap Gris-Nez (Ärmelkanal)
29.12. - Anreise | Kurz nach 18 Uhr ging es diesmal los. Es war natürlich schon dunkel, aber das war so geplant. Der Berufsverkehr ebbte bereits ab, ich war gut ausgeschlafen und in Luxemburg und Belgien würden mich viele Kilometer beleuchteter Autobahn erwarten. Und so wie geplant, klappte dann alles auch ziemlich gut. Auch der halb volle Tank reichte ziemlich exakt bis Luxemburg, wo ich für 81 ct./Liter Diesel nachfüllte – Vorkriegspreise sozusagen. Aber so gegen 2 Uhr morgens, kurz hinter der belgischen Grenze nahm ich dann den ersten geeigneten Parkplatz in Frankreich, etwas über 100 km vor Calais und gönnte mir Schlaf.
30.12. - Küste erreicht | Nun gab es endlich auch einmal Tageslicht. Die Nacht hatte ungefähr -3 Grad gebracht, etwas Reif überzog die Landschaft und eine schwache, aber mutige Wintersonne kämpfte sich durch die Morgenschwaden. Bett abbauen, Kaffeekochen, Frühstücken, Katzenwäsche und weiter ging es Richtung Meer, um Calais herum und bei Sangatte gab es den ersten Blick auf das bleifarbene Wasser des Ärmelkanals. Dann fuhr ich einige Kilometer die Küste entlang auf der Suche nach geeigneten Parkplätzen. Aber leider waren die
wirklichen schönen Plätze direkt am Meer für Wohnmobile gesperrt. Sehr schade, aber da selbst jetzt im Winter sehr viele Womo-Besatzungen hier unterwegs
waren, auch irgendwie verständlich.Am Ende entschied ich mich für den großen Parkplatz am Cap Gris-Nez. Vom Parkplatz selbst gab es zwar leider keinen Blick auf das Meer, aber dafür Wanderwege bis zur Steilküste. So machte ich dann bei wenigen Graden unter dem Gefrierpunkt eine schöne Ausfahrt und konnte, gemeinsam mit vielen anderen Ausflüglern, ausgiebig eine wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Aber kalt war es dennoch und dann war ich froh, als ich wieder im beheizten Wohnmobil ankam und schnell wieder auftaute. Später saß ich am Fenster, schaute die Farben der Dämmerung an, die den Horizont verzauberten. Darüber hing eine ganz schmale Sichel des Mondes und ein hell strahlender Abendstern. Dieses malerische Bild wurde alle 5 Sekunden vom blauen Lichtschwert des Leuchtturmes zerschnitten. Später glitzerte der Nachthimmel voller Sterne, die aber auch Gefahr liefen, immer wieder vom Firmament gesäbelt zu werden.
31.12. - Silvester (schon wieder?) | Dunkel lag der Weg zum Meer vor mir. Die Lichter am und das Licht des Leuchtturmes reichten nicht wirklich hierher. Gut, dass ich den Weg schon vorher ein paar mal im hellen Tageslicht zurückgelegt hatte. Die hölzerne Plattform direkt über dem Meer war völlig leer und dunkel. Ich stand wenigen Minuten vor Mitternacht an der Brüstung. Unter mir rauschte das Meer, Positionslichter von Schiffen blinzelten mir zu. Landeinwärts, am Horizont, direkt über dem Leuchten der Ortschaft hing, ein rötlicher Stern. Dann drehte ich um und blickte übers Meer. Punkt 12 ein kräftiger Schluck aus der Rotkäppchenflasche. Rechts von mir stiegen Raketen über Wissant auf und ganz klein sah ich einzelne Raketen auf der englischen Seite leuchten. Und alles wurde immer wieder vom Lichtfinger des Leuchtturmes berührt. Kalt war es. Zu kalt um lange hier zu stehen. Am Parkplatz starteten auch drei oder vier Raketen, doch niemand der anderen Womo-Besatzungen ließ sich sehen. Plötzlich flog der kleine rötliche Stern lautlos in meine Richtung; blieb dann irgendwo über dem Leuchtturm stehen, bevor er dann steil nach oben zu den Sternen entschwand. Meine ersten Worte im neuen Jahr folgten ihm: „Du blöder Alien, nimm mich mit“.
01.01. - Neujahr | Schon am späten Nachmittag des vergangenen Tages waren die erst Wolken aufgezogen. Als ich am späten Vormittag die Rollos hochzog, war es hier vorbei mit dem schönen Wetter. Ein winterlicher Dunst lag - neben dem Reif - über der Welt um mich herum. Mein Fahrt führte wieder entlang der Küste noch ein Stück weiter nach Süden. Immer wieder gab es Bunkeranlagen zu sehen, manche waren auch zu Museen ausgebaut. Die Straße führte später wunderschön zwischen Sanddünen hindurch, die auch immer wieder den Blick auf das Meer freigaben. In Boulogne-sur-Mer gab es noch Gelegenheit den Hafen zu bestaunen, doch das trübe Licht ließ keine weiten Blicke und Fotos zu. Am Nachmittag bog ich dann ab nach Osten, Richtung Arras. Ich fühlte eine Erkältung aufziehen und dachte an die Heimreise. Das Wetter machte auch nicht mehr so richtig Spaß - kalt und trüb; eine ziemlich blöde Mischung sag' ich mal. Da es ja auch immer sehr zeitig dunkel wird, suchte ich mir dann auch bald einen Parkplatz für die Nacht; das war dann schon auf belgischem Boden und diesmal war ich auch ziemlich zeitig im Bett und heizte ordentlich ein.
02.01. - Heimfahrt | Zehn Stunden Bettruhe hatten die drohende Erkältung wohl in die Flucht geschlagen, es ging mir jedenfalls schon wieder deutlich besser. Genügend Zeit für Frühstück liessen meine Kräfte völlig regenerieren und so trat ich dann die Fahrt über die letzten 550 km an. Tanken musste ich zwar noch in Belgien, da ich Luxemburg beim besten Willen nicht mehr erreichen konnte, aber bei einem Diesel-Liter-Preis von 93 ct. war das auch ok. Der neblige Dunst blieb auch auf dem Rest der Reise erhalten. In Belgien durfte wegen Smogwarnung auf fast der gesamten Strecke maximal 90 km/h gefahren werden, was mich natürlich nicht so störte, wie viele PKW-Fahrer. Erstaunlicherweise war später auch in Deutschland relativ mäßiger Abendverkehr auf der Autobahn unterwegs und so kam ich glücklich am Abend daheim an. Unterwegs 2013 Unterwegs 2012 Unterwegs 2011 Unterwegs 2010 Unterwegs 2008 Unterwegs 2007 Unterwegs 2006 Unterwegs 2005 |