Unterwegs 2007 |
20. und 21. Dezember - Hochzeitsfahrt |
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... allerdings nicht meine ;) Mein langjähriger Freund Micha war der Glückliche und ich machte mich auf die Reise zur Trauung auf den Donrburger Schlössern bei Jena. Besser gesagt, ich wollte mich auf die Reise machen. Denn als ich am Morgen am Wohnmobil eintraf, war dieses durch die letzten eisigen Nächte völlig zugefroren. Aber immerhin: Der Lift funktionierte problemlos - zumindest nach oben; also Strom war genug da. Doch dann die nächste Überraschung - nach unten wollte er nicht mehr fahren, da war das Öl wohl eingefroren. Nun hatte ich ein Problem, denn der Lift ragte jetzt seitlich weit heraus, ging nicht nach unten und ich sass fest! Da gab es nur einen Ausweg: Motor starten, Gasheizung anwerfen ... und warten. Unter Mithilfe der Sonne dauerte es auch nur knapp 1 Stunde *grr*, bis der Lift bzw. das Öl warm genug war, um wieder zu strömen und ich so endlich die Fahrt beginnen konnte. Bei wunderschönen Sonnenschein und nur mässigen Verkehr wurde das auch eine sehr angenehme Reise, bis auf den Umstand, dass ich zu spät dran war und die Trauung nicht mehr rechtzeitig erreichen würde. Und so entschied ich mich dann auch bald, direkt das Dorf Bucha anzusteuern, denn dort im Gemeindesaal sollte am Abend die Feier stattfinden. So hatte ich auch genug Zeit bei Tageslicht die Örtlichkeit zu finden und mir direkt davor auch gleich einen geeigneten Übernachtungsplatz zu suchen. Über die Feier nur soviel: Ein strahlendes Brautpaar, lustige Gäste, furchtbare Musik (für meine Ohren jedenfalls) und viel zu viel Alkohol. Schwer krank wurde ich am nächsten Tag gegen Mittag geweckt und mit Frühstück versorgt, dass dann aber ungegessen im Kühlschrank verschwand. Mit meinen Neffen Oli hatte ich verabredet, am Abend gemeinsam Richtung Asperg zu fahren, was bedeutete, dass ich ausreichend Zeit hatte mich wieder zu erholen, da Oli erst am Nachmittag in Berlin abfahren konnte. Auf der schmalen Straße von Bucha bergab nach Jena schrottete dann ein unaufmerksamer Lieferwagenfahrer die Verkleidung meines Aussenspiegels. Am Abend dann die Reise heimwärts, da durfte auch Oli einen großen Teil der Strecke mal wieder Auto fahren. Bei wieder ziemlich eisiger Kälte trafen wir dann im Ländle ein und es konnte die Weichnachtszeit beginnen. |
15. Dezember - Bewegt sein |
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Das Motto galt diesmal bedingt auch für mich, hatte ich doch aber immerhin in den vergangenen Wochen eine Menge Bewegung durch die
laufende Basketballsaison, jedoch im ganz besonderen für meine rollende Datscha. Hatte das Teil doch nun tatsächlich 6 Wochen gestanden: Und wie zu erwarten war,
hatten die Akkus nicht mehr genug Power um den Lift zu betreiben, aber immerhin sprang der Motor ohne Probleme sofort an. Bei herrlichstem Wetter und relativ wenig Verkehr konnte ich so einen sehr angenehmen Nachmittag zwischen Heilbronn, Würzburg und Crailsheim verbringen - und die Akkus waren dann auch wieder geladen. |
2. und 3. November - Offenburg |
Unsere zweite Basketballmannschaft hatte am Samstag einen Spieltag in Offenburg. Diesmal war ich zur Unterstützung unseren jungen
Spieler auserkoren und da der Freitag davor ein Brückentag war, nutzte ich das schöne Spätherbstwetter gleich zu einem kleinen Ausflug in den Schwarzwald.
Die aufziehenden Wolken aus dem Norden hinter mich lassend, ging es dann ab etwa 250 Meter Höhe in strahlendem Sonnenschein dahin. Wunderschön die bunten Wälder,
Nebelfetzen in den Tälern und darüber der blaue Himmel. Das Thermometer zeigte zwar relativ kühle Temperaturen, aber im Auto war das natürlich kein Problem.Was ja leider nach Umstellung auf die Winterzeit ein wirkliches Problem darstellt, ist die früh einbrechende Dämmerung. Denn das bedeutet, dass ich bereits ab etwa 17 Uhr einen Übernachtungsplatz suchen musste. Da, wie schon erwähnt, am nächsten Tag Basketball in Offenburg angesagt war, suchte ich nach einem geeigneten Parkplatz im Umkreis der Stadt. Tatsächlich führte mich mein Kartenstudium nach Diersburg, abseits aller größeren Straßen und ich fand hier einen großen, unbefestigten Platz ausserhalb der Ortschaft. Und das Überzeugende dieses Platzes war - es befand sich dort ein etwa 8 Meter hohes Tipi mit einem Marterpfahl davor. Niemals zuvor hatte ich unter einem Marterpfahl g eschlafen! OK, das wurde dann auch eine (fast) völlig ruhige Nacht - abgesehen davon, dass gerade in dem Moment des Einschalfens direkt unter meinem Auto ein kurzes, aber heftigs Katzengefecht statt fand. Danach durfte ich dann aber schlafen. Am Morgen erwartete mich schon wieder Sonnenschein - im Gegensatz zu den Wetternachrichten im Radio, denn da wurde nur von dichten Wolken, Nebel und sogar Nieselregen gesprochen. Nach dem Frühstück fuhr ich dann zur Sporthalle und der Rest des Tages war ich erst einmal mit Basketball beschäftigt. Kurze Zusammenfassung: Wir haben beide Spiele verloren. Damit war aber auch zu rechnen, da wir nur mit Mühe überhaupt eine Mannschaft zusammen bekommen hatten. Kurz vor Ende des ersten Spieles brach an meinem Sportrolli die Achse und ich dacht schon, das wäre das Ende meines Spieltages gewesen, doch fanden wir eine passende Austauschachse an einem "Normal"rollstuhl und ich konnt das zweite Spiel dann auch noch bestreiten. Anschließen ging es problemlos nach Hause, auch das im Gegensatz zu den angekündigten Staus von Ferienrückreisenden. Und damit waren meine "englischen Wochen" eingeläutet - d.h. bis Mitte Dezember an jedem Wochenende Basketball! |
6. und 7. Oktober - Am Rhein |
Es zog mich einmal mehr in Richtung Wasser und schon am Nachmittag stand ich dann direkt am Rheinufer in Frankreich und bestaunte
das Glitzern der Sonne in kleinen Wellen,
das Vorbeiziehen gewaltiger Containerschiffe und den Andrang von ähnlich interessierten Ausflüglern. Die Sonne heizte
dermaßen auf, dass ich bald nur noch im T-Shirt unterwegs war. Kaffeepause auf einer Wiese im Elsass, abseits aller Touristenwege. Später fuhr ich dann entlang
des Rheins nordwärts und bog dann ab in den Wald bei Haguenau, wo ich wieder einmal auf der Wiese am Restaurant ein wunderbare, ruhige Nacht verbrachte.Am nächsten Tag schon bald wieder strahlender Sonnenschein, den ich unterwegs im Elsass für die bevor stehende trübe Jahreszeit zu speichern versuchte. Als ich allerdings am Nachmittag in Asperg eintraf, erwartete mich eine Überraschung - es war Kirbe - und keiner hatte es mir gesagt ;) Also war die Straße gesperrt und ich konnte nicht zur Tiefgarage! Nach einiger Sucherei fand ich glücklicherweise in einer weniger bekannten Nebenstraße noch einen Parkplatz, quälte mich dann durch die Menschenmassen und holte erst nach 21 Uhr mein Auto wieder ab - so kann es auch gehen. |
29. und 30. September - Albwochenende |
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Wieder einmal zog es mich zur Schwäbischen Alb. Frühherbstliches Traumwetter nach einer Reihe von weniger schönen Tage weckten
meine Reiselüste. Kurz entschlossen fuhr ich am Samstag Mittag ab Richtung Reutlingen, einmal mehr durch das verstopfte Metzingen - ziemlich blöd auch an einem
Samstag an den Designeroutlets - *argh* mir wird bei dem Wort allein schon irgendwie schlecht - vorbei zu fahren. Doch danach waren die Straßen frei und ich
durfte den bunten Wald, die Berge und das Wetter genießen. Herrlich die Reise durch das Lautertal - Felsen, Wiesen, freundliche Ortschaften. Für die Nachtruhe hatte ich mir den Parkplatz an der Bärenhöhle auserkoren. Als ich am Abend dort eintraf, standen nur noch wenige Autos da und auch diese waren meistens gerade im Begriff die Heimreise anzutreten. So hatte ich freie Auswahl auf dem großen Parkplatz und dann auch eine schöne ruhige Nacht. Irgendwann erwachte ich kurz durch das Geräusch von Regentropfen und am nächsten Morgen stiegen Dampfschwaden auf, als die Sonne endlich den Boden erreichte. Lange blieb es noch ruhig und ich konnte das Frühstück genießen. Aber fast genau ab 11 Uhr kamen die PKW plötzlich in einer Kolonne angeströmt, so dass es schon bald schwierig mit der Parkplatzsuche wurde und so machte ich mich schleunigst "vom Acker". Großräumig um Stuttgart herum, möglichst auf kleinen Nebenstraßen begann ich die Heimreise. Von der Autobahn kam eine Staumeldung nach der anderen und Stuttgart war wegen der Rad-Weltmeisterschaft teilweise gesperrt. So fuhr ich über Tübingen, Herrenberg, Weil der Stadt, Leonberg gen Markgröningen. Da ich, wie bereits erwähnt, meistens nur Nebenstraßen befuhr, benötigte das Ganze seine Zeit, doch ich konnte dafür die schöne Gegend ungestört erleben. |
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26. und 26. August - Homburg/Saar: Offene Billard-Saarlandmeisterschaften |
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Aus meiner Sicht ist das 2tägige-Turnier ganz gut verlaufen, denn ich als Amateurspieler habe gegen einige Vereinsspieler gewonnen
und nur gegen die beiden besten Spieler jeweils zweimal verloren. Übernachten konnte ich geruhsam auf dem großen Parkplatz direkt am Billardlokal. |
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14. bis 20. August - Zentral-Frankreich |
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14. August 2007 – Abfahrt Wie immer leicht verspätet setzte ich mich dann am Nachmittag doch in Bewegung. Überraschender- weise hatte ich auf den deutschen Straßen und Autobahnen überhaupt keine Probleme – der Verkehr war normal und alles lief stressfrei dahin. Bei Achern verließ ich die A5, tankte auf dem Autohof noch einmal voll und ab ging's nach Frankreich und zwar auf die mautfreie Elsass-Autobahn A35. Na ja, zwischen Strasbourg und Mulhouse war es auch nicht besser als auf einer deutschen AB - viel Verkehr und viele Baustellen. Aber schön anzusehen die Vogesen zur Rechten, mit einigen Türmen/Burgen auf hohen Gipfeln – wenn man doch da hoch fahren könnte. Kurz vor Mulhouse bei Ensisheim verließ ich dann die Autobahn und fuhr ein wenig ziellos in Richtung Westen. Es war gegen Abend und so langsam sollte ich mich auch nach einem
Übernachtungsplatz umsehen. Da tauchte irgendwann ein Hinweisschild auf den Naturpark le Grand Ballon auf und so dachte ich mir gleich, hier
wird es doch sicher einen schönen Parkplatz geben.Woran ich nicht gedacht hatte war allerdings, dass es dazu erst einmal einen Pass mit 11%-Steigung zu bewältigen gab. Doch genau das, sollte sich dann als Attraktion erweisen. Immer höher schraubte sich die Straße – in einer Spitzkehre versuchten zwei Autos ein Drittes aus dem Graben zu ziehen, vielleicht zu schnell gewesen? Hilfe schien nicht benötigt zu sein und ich fuhr vorbei – höher und immer höher. Und dann öffnete sich der Blick in die Rheinebene! Ganz toll; das lässt sich schlecht beschreiben, man muss es selbst gesehen haben. Wie die Abendsonne versuchte den Dunst noch zu durchdringen, das Spiegeln von Wasserflächen und die zahlreichen Ortschaften. Auf knapp 1200m Höhe fand ich einen eigentlich geeigneten Parkplatz, aber hier fauchte der böigen Wind dermaßen um das Häuschen, dass ich mir die Nacht dann doch zu unruhig vorstellte und kehrt machte. Etwa 100m tiefer war ich an der Skistation mit Restaurant vorbeigefahren und das sollte nun mein Parkplatz werden; inklusive später eines tollen Blickes auf das hell erleuchtete Rheintal; direkt unter mir lag Mulhouse. Und so stand ich dann tatsächlich auf einem der Gipfel, die ich von der Autobahn aus bewundert hatte. |
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15. August 2007 – Nichts wie weiter Eigentlich hätte ich damit rechnen müssen: Sommerferien, Traumwetter und Feiertag. Aber das war dann doch deutlich schlimmer, als ich es mir hätte vorstellen können - ungefähr wie ein sonniger Sommersonntag im Schwarzwald. Autos, Motorräder, Wohnmobile und Fahrräder – alle quälten sich jetzt hier den Berg hinauf. So beliess ich es bei einem kurzen Abstecher zur Passhöhe des Grand de Ballon (1424m), machte kehrt und fuhr den Massen entgegen. Außerdem entschloss ich mich,
diesen Tag besser dafür zu nutzen, Kilometer zu machen. Denn irgendwelche interessanten Gegenden anzusteuern hatte echt keinen Sinn und zum anderen hatten
wegen des Feiertages LKW ein Fahrverbot. So kam ich dann auch auf den diversen Route Nationale trotz zahlreicher Baustellen und Ortsdurchfahrten gut voran –
Belfort, Besancon, Chalon-sur-Saone, um die größeren Orte zu nennen.Viel gab es unterwegs zu sehen. Eine lange Strecke ging es durch das Tal der Doubs, das mich stark an das Donautal erinnerte. Auch die Durchfahrten durch die kleineren Orte war sehr interessant, die Kirche fotografierte ich in Navilly. Als Endziel meiner Routenplanung hatte ich am Morgen ziemlich willkürlich einen kleinen Fleck namens Donjon eingegeben. Und siehe da, genau dort schlug ich in der Nähe eines kleinen Teiches mein Nachtlager auf. Es war gegen 19 Uhr und hatte immer noch über 30 Grad. Ich war das letzte Stück zum See nicht gefahren, da es über einen unbefestigten Wald-und-Wiesenweg führte, sondern hatte davor auf einem kleinen Schotterplatz „Stellung bezogen“. Bald sollte sich zeigen, dass sowohl Zeitpunkt als auch Platzwahl instinktiv glücklich gewählt war. Denn etwa eine Stunde später zog ein heftiges Gewitter vorbei. Während die Blitze in einiger Entfernung den Himmel teilten, traf mich nur das pausenlose Donnergrollen und dann ein mächtiger Regenguss. Hier auf dem Schotterplatz war das aber kein Problem und nach dem Gewitter ging dann auch endlich die Temperatur herunter. |
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16. August 2007 – Auvergne Es sollte sich zeigen, dass nach dem Gewitter vor dem Gewitter ist. Die halbe Nacht blitzte, donnerte es und immer wieder klatschte starker Regen auf das Dach. Erst spät kam ich so zum Schlafen. Am Morgen war das Theater dann aber vorbei. Es erwartete mich ein wunderschöner Tag mit Wechsel von Sonne und Wolken bei etwa 22 Grad; wie geschaffen für meine weitere Rundreise durch die Auvergne. Mein Ziel hatte ich aus der Karte gewählt – Gorges de Chouvigny. Bei Ebruil war ich dann fast allein auf der schmalen Straße unterwegs, die sich zwischen dem Fluss Chouvigny und felsigen Hängen um viele Kurven schlängelte. Und je höher es hinauf ging, desto deutlicher wurde ersichtlich, woher der Name kam; der Fluss wurde schmaler und die Felsen immer höher, eine wirklich beeindruckende Schlucht. Zwar begegneten mir auf der engen Straße nur wenige Autos, doch an den teilweise malerisch gelegenen Picknickplätzen konnte ich sehen, dass ich bei weitem nicht der einzige Tourist in dieser herrlichen Gegend war. Kaum aus dem Tal heraus ging es gleich wieder auf eine stark befahrene Fernstraße, die ich dann auch bald wieder leichten Herzens hinter mir ließ. Über Nebenstraßen und kleine Ortschaften ging es nun weiter Südwest. Ein wirklich konkretes Ziel hatte ich nicht, nur in Richtung der Berge orientierte ich mich grob. Es ging durch abwechslungsreiche Landschaft; Weiden und kleine Waldstücke wechselten sich ab. Überrascht sah ich auf der Höhenanzeige, dass ich beständig zwischen 700 und 800 Meter unterwegs war. Am späten Nachmittag verkündete mir ein großes Schild, dass ich nun Limousin erreicht hatte. Hier auf den Straßen entlang eines Militärgeländes war ich nun wirklich allein unterwegs. So hatte ich mir doch Zentralfrankreich schon eher vorgestellt. Als ich dann einen großen überwucherten Schotterplatz neben der Straße fand, entschied ich mich für eine kleine Rast. Aber wie ich die Ruhe dann so spürte, blieb ich doch gleich hier – gefahren war ich ja in den letzten Tagen genug. In der Morgendämmerung blickte ich auf das Thermometer: Außen 5,6 und innen 9,5. Held wie ich immer gerne sein will, hatte ich aber aufs Heizen verzichtet und so lange gewartet, bis die Sonne das für mich übernahm. |
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17. August 2007 – Limousin Der erste Weg führte diesmal in Richtung Tankstelle - im nächsten größeren Ort Ussel füllte ich also für stolze 1,19 Euro den Tank, womit ich selbst erleben konnte, wie groß in F die regionalen Preisunterschiede sind, denn ein paar hundert Kilometer vorher gab es den Liter auch für 1.06.
Aber so konnte ich nun daran gehen diese schöne Gegend des Limousin zu durchstreifen und ich kann gleich sagen, dass dieses Gebiet aus landschaftlicher Sicht
sofort mein Lieblingsgebiet in diesem Bereich Frankreichs wurde. Hügel, richtige Berge und sehr viel Wald; dazu nur relativ wenig Touristenverkehr und auf den
kleinen Nebenstraßen war ich meistens völlig allein unterwegs. Wenn mir fast alle Einwohner der kleinen Ortschaften hinterher schauen, dann weiss ich, dass
ich richtig bin ;)Die großen Waldgebiete auf schmalen, kurvenreichen Straßen bergauf-bergab zu fahren, war ein richtig guter Spaß. Am Mont Gargan öffnete sich unversehens ein phantastischer Blick über das Umland und ein Denkmal erinnerte an Gefallene des zweiten Weltkrieges. Lange ging es durch diese herrliche Gegend bis ich dann den Lac de Vassiviere ansteuerte, ein Stausee auf etwa 700m Höhe. Hier war allerdings menschenmäßig eine Menge los, aber da es auch zahlreiche Parkmöglichkeiten gab, verteilte sich das Autoaufkommen doch ganz gut. Ich drehte wohl eine ganze Runde um den See. Da das aber kein runder See ist, sondern ein Stausee, der sich in die verschiedenen Täler erstreckt, war das gar nicht so einfach zu erkennen, denn die Straße drehte eine Kurve nach der anderen. Nach einer längeren Kaffeepause am Seeufer ging es dann weiter in Richtung Norden. Auch hier noch den größten Teil auf einsamen Wegen durch dichte Wälder, die allerdings teilweise deutlich von den Stürmen der letzten Jahre gezeichnet waren. Etwa bei Boussac ging es dann in die Ebene und die Gegend wurde etwas langweiliger. Stark von der Landwirtschaft geprägt und so machten eigentlich die kleinen Ortschaften auf den Nebenstraßen mehr Eindruck auf mich – überhaupt nicht herausgeputzt für Touristen, sondern tatsächlich noch funktionale Dörfer, mit so mancher Ruine dazu. Einen Parkplatz fand ich am Abend am Rande von Lurcy-Levis. |
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18. August 2007 – Zwischen Auvergne und Bourgogne Laut Landkarte stand Heute auf meinem Weg nach Norden eher ebenes, bewirtschaftetes Gelände. Eine gute Gelegenheit einige Chateaus anzusteuern. Es sollte sich
aber schwieriger und auch nicht ganz so eindrucksvoll erweisen, wie ich eigentlich erwartet hatte. Gleich das erste Chateau de Levis hatte wohl eine
Veranstaltung, da waren die Parkplätze reichlich gefüllt und im Vorbeifahren war nicht viel zu sehen. Bei meinen nächsten Versuchen war eher das Finden ein
Problem. Entweder waren sie nur ganz schlecht ausgeschildert, oder mein Navi wollte mich unbedingt über unbefestigte Wiesenwege hinführen. Das Chateau de
Rosemont, teilweise
Ruine und völlig abgeschieden zwischen den Feldern – das habe ich gefunden!Um nich irgendwann in einem Schlammloch stecken zu bleiben, entschied ich mich entgegen den Navi-Anweisungen nur noch solche Wege zu befahren, die irgendeinen Ortshinweis aufwiesen. Das war dann auch eine ganz gute Entscheidung, denn selbst die waren oft sehr schmal und kurvenreich. Zwischenzeitlich war ich auch immer wieder auf Fernstraßen unterwegs und so kam ich von Süden in die Stadt Nevers. Ein toller Anblick wenn man über die Brücke der Loire kommt und auf die Stadt schaut, die sich auf der anderen Seite in die Höhe hebt, gekrönt von der Kathedrale Saint-Cyr-Sainte-Juliette. Ausgerechnet hier war nun sehr viel Verkehr und ich konnte leider nicht irgendwo anhalten um Fotos zu schießen. Es folgte ein Abstecher an die Formel-1-Strecke in Magny-Cours. Völlig tote Hose dort; zwar ein riesiges Gelände, aber fast menschenleer. Von der Rennstrecke selbst sind im Vorbeifahren allerdings nur Teile der Tribünen zu sehen. Später ging es über wieder stärker befahrene Fernstraßen Richtung Vezelay mit Blick auf die Basilique Sainte-Madeleine. Kurze Zeit später bog ich dann schleunigst wieder ab auf die Nebenstrecken, überquerte eine malerische alte Steinbrücke und fand für die Nacht eine Wiese bei Menades mit Steinkreuz Ave Maria von 1732. |
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19. August 2007 – Als der Regen kam in der Bourgogne Abendrot hält meist sein Versprechen. So wachte ich diesmal nicht bei Sonnenschein auf, sondern durfte mich am Prasseln von Regentropfen „erfreuen“. Diese Gelegenheit nutzte ich dann mal für Körper- und Raumpflege. Gegen 13:30 Uhr hörte der Regen dann erst einmal auf und ich setzte meine Tour de Chateaus fort. Durch Avallon ging es weiter nach Montbard. Dort wollte ich das Kloster Fontenay besuchen. Doch gerade als ich auf dem gut besuchten Parkplatz eintraf, setzte wieder der Regen ein und ich konnte nur einen kleinen Blick auf die große Anlage werfen. Der Regen wurde jetzt die meiste Zeit mein Begleiter und so blieb leider so manches Sehenswerte am Straßenrand „liegen“. Allerdings fuhr ich auch immer wieder durch sehr schöne Waldgebiete, durch scheinbar von der Zeit vergessene Dörfer und viele malerische Ortschaften, die meistens wie ausgestorben wirkten, es sei denn, sie hatten irgendetwas touristisch Interessantes zu bieten. Zum Glück ließ der Regen am frühen Abend wieder nach, gerade als ich Chaumont hinter mir gelassen hatte. Wieder folgte ich nun einem Hinweis auf ein Chateau, doch dieses lag dann ziemlich an den Hang gebaut, so für mich nicht geeignet für einen Abendbesuch. Dafür folgte ich der einsamen Straße bergauf in die Wälder der Champagne-Ardenne. Und fand hier auch weit oben einen ebenen Schotterplatz mitten im Wald. Kaum hatte ich mir dann eine ebene Stelle gesucht, ging der nächste gewaltige Regenguß darnieder, aus dem dann auch noch ein längerer Landregen entstand. Der Himmel ringsumher sah nicht gerade nach Besserung aus, und tatsächlich ging das dann auch die ganze Nacht so weiter. |
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20. August 2007 – Champagne und Heimreise Leider gab es am nächsten Tag keine Besserung. Der Himmel war dunkelgrau und darüber zogen noch dunklere Wolken, die immer wieder "Wasser liessen". So entschied ich mich dann die Heimreise bereits einen Tag eher zu beginnen. Allerdings wählte ich nicht den schnellsten Weg, sonder blieb weiterhin meist auf Nebenstraßen, um
zumindest noch so das eine oder andere Highlight zu sehen. Doch so richtig genießen lässt sich das bei einem derartig schlechten Wetter - neben Regen hatte
es ja auch nur zwischen 13 und 16 Grad - kaum.Erst als die Vogesen immer deutlicher den Horizont beherrschten, zeigte sich auch der erste hoffnungsvolle Lichtschimmer am Himmel. Und als ich durch wunderschöne Nebenstraßen die Nordvogesen passierte, wurde aus dem Lichstreifen ein richtig blauer Himmel über der Rheinebene. Wie mit dem Messer agbeschnitten, endete hier der dunkle Wolkenvorhang und ging übergangslos in blauen Himmer über, nie vorher habe ich so etwas gesehen. Und bald war ich dann tatsächlich im Sonnenschein unterwegs. Ein Blick zurück in den Himmel liess ganz deutlich sehen, wie sich die Wolken des Tiefdruckgebietes an der Luftschicht des Hochdruckkeiles anstauten. Über dem Schwarzwald allerdings warteten schon die nächsten dunklen Wolken auf mich und tatsächlich gab es dann auf der anderen Seite der Rheinebene die nächsten Regentropfen. Das aber dann bei deutlich höheren Temeperaturen und wie sich zeigen sollte, schaffte es das richtig schlechte Wetter dieses Mal nicht über den Rhein und blieb in Frankreich zurück, so dass ich dann noch einigermaßen freundliche Tage in der Heimat verbringen konnte. |
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4. und 5. August - Entlang Elz und Jagst |
Ein kleiner Wochenendausflug zwischen den beiden Urlaubsabschnitten führte mich wieder einmal in Richtung Odenwald, da es hier
selbst in der Urlaubshochsaison vergleichsweise ruhig zugeht. Am Samstagnachmittag war ich erst einmal unterwegs im "Bauland" zwischen Boxberg, Ahorn und
Osterburken. Weiter ging es Reichtung Buchen, als ich am Wegweiser zur Tropfsteinhöhle Eberstadt ankam. Und da mir der große, ruhige Parkplatz dort noch in
Erinnerung war, fuhr ich die wenigen Kilometer durch schöne Waldlandschaft, um mich hier für die Nacht "niederzulassen". Auf Grund der gewaltigen Sommerhitze
riss ich hier alle Fenster und Türen auf, was sich dann allerdings als fataler Fehler erweisen sollte - ihr ahnt es sicher schon: Mückenalarm!
Vor dem Schlafengehen konnte ich zwar noch 4 Exemplare erledigen, den Rest musste ich dann halbwegs erfolgreich mit "Mückentötolin" auf Abstand halten.Am nächsten Morgen sollte sich erweisen, dass zu dieser Jahreszeit nicht nur die Mücken in Scharen auftreten, sondern auch die Urlaubsausflügler die angenehme Kühle einer Tropfsteinhöhle zu schätzen wissen. Was bedeutet, dass auf dem großen Parkplatz ziemlicher Betrieb war. Schon bald machte sich auch die Hitze wieder bemerkbar. Ich fuhr dann durch die teilweise recht ruhigen Seitentäler bis mich am Nachmittag die Sommerwärme davon überzeugte, dass es vielleicht in einer schattigen Wohnung angenehmer sei und ich meine Tour beendete. |
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14. bis 22. Juli- Dänemark |
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14. Juli 2007 – Familientreffen in Großvillars und Abfahrt gen Norden Eigentlich wollte ich schon gegen Mittag die Reise nach Dänemark antreten, aber dann ließ ich mich doch überreden, vorher zum Grillen bei meiner Schwester anzutreten. Hier konnte ich dazu auch gut die Hitze des Tages abwarten und startete erst kurz vor 20 Uhr Richtung Norden. Ein wenig überrascht war ich, dass mein Navi mich durch kleine Dörfer und Nebenstraßen leitete, aber nicht wirklich in Richtung Autobahn. Doch bald war mir klar weshalb – die Routenoptionen standen noch auf „kurze Strecke“ und „keine Autobahn“. Schnell geändert – und schon bald war ich dann auf der A5 unterwegs. Es wurde eine lange Fahrt, aber dafür absolut stressfrei. Relativ wenig Verkehr in der Nacht ließen auch die vielen Baustellen nie zu einem Problem werden und die Müdigkeit bekämpfte ich mit längeren Pausen und Kaffee. Als es dann schon gegen 3:30 Uhr ganz langsam hell wurde, kamen sowieso die Lebensgeister wieder zurück. Jetzt waren es noch etwa 150 km bis Hamburg und ich beschloss, so lange weiter zu fahren, bis der Elbtunnel hinter mir lag, denn um diese frühe Stunde gab es dann tatsächlich überhaupt keine Probleme.>br> Kurz nach 5 Uhr war das geschafft und nun suchte ich noch einen geeigneten Platz, um ein paar Stunden zu schlafen. Bald war ein Autohof ausgeschildert und ich „warf hier meinen Anker“. |
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15. Juli 2007 – Ankunft Dänemark Allzu viel Schlaf wurde es dann doch nicht, zum Einen weil es schon bald ziemlich heiß und dazu auch recht laut wurde – junge Leute, die gegen 11 Uhr den Tag mit Bier und lauter Musik begannen – das hätte auch ich sein können (vor nur ein paar Jahren). Immerhin hatte das Erwachen um diese Zeit für mich den Vorteil, dass ich mir das Motorradrennen am Sachsenring über DVB-T anschauen konnte, bis ich am frühen Nachmittag die Reise fortsetzte. Bei Flensburg bog ich von der Hauptstrecke und drehte ab in Richtung Tönder. Auf schmalen, schlechten Nebenstraßen fielen nun auch noch die ersten Regentropfen, aus denen dann ein richtiger, kräftiger Regen wurde, der mich bis zur dänischen Grenze begleitete. Hier am ehemaligen Grenzübergang machte ich Rast und während dieser Pause hörte dann auch tatsächlich der Regen auf und das Wetter wurde wieder besser. Bei Höjer gelang mir dann der erste Blick auf die Nordsee. Der erste Anblick des Meeres lässt mich jedesmal wieder einen Freudenschrei ausstoßen, so auch dieses mal. Als nächstes gab es den Brand eines Kornfeldes zu bewundern, dessen Rauchfahne kilometerweit zu sehen war. Langsam begann ich nun auch nach einem geeigneten Platz zum Übernachten auszuschauen. Aber diesmal war es schwierig. Die Plätze aus dem Womo Reiseführer waren belegt und andere, die ich fand, gefielen mir nicht so richtig; meistens, weil sie zu nah an der Straße lagen. So durchquerte ich Skärbäk, Ribe, Esbjerg – mit seinem großen Hafen, an dem ich direkt vorbei fuhr. Danach ging es einige Kilometer direkt an der Nordsee entlang bis Hjerting, inklusive wundervoller Blicke auf das Meer, in dem sich die tiefstehende Sonne verfangen hatte. Eine Reihe von Parkplätzen direkt auf der Düne luden, jedoch nicht mich, zum Übernachten ein, da auch hier die Straße dicht vorbei führte. Ich bog dann ab in Richtung Varde und an einer recht einsamen Kreuzung lag vor mir die Einfahrt zu einem großen grünen Parkplatz. Es stellte sich zwar heraus, dass der zu einem Golfplatz gehörte, aber er war so groß und größtenteils leer, dass ich mich schnell entschloss hier zu parken. Es war auch kein Schild weit und breit zu sehen, dass das hätte verbieten wollen. |
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16. Juli 2007 – Strände und Klippen Obwohl es Montag war, füllte sich schon bald der Parkplatz mit den Autos golfliebender Menschen und ich beeilte mich davon zu fahren, denn so manch seltsamer Blick fiel auf mein unpassendes Fahrzeug. Für diesen Tag hatte ich mir vorgenommen konkrete Eindrücke vom Meer zu sammeln. Doch das große Strandgebiet zwischen Blavand und Henne, wo man große Teile des Strandes auch befahren kann, liess ich links liegen, da bei dem herrlichen, heißem Sommerwetter so viele Fahrzeuge unterwegs waren, dass mir der Spaß daran verging und ich mich schon mal langsam Richtung Norden orientierte. Durch wunderbare Dünenlandschaft führte die Straße dann über die Nehrung des Holmsland Kilt, die hier die Nordsee vom Ringköbing Fjord trennt. Bei Argab schaut ich den Kite-Surfern bei ihrem sichtlich anstrengenden, aber faszinierenden Sport zu, bevor ich dann an eine Zwangspause an der Brücke in Hvide Sande einlegen musste, da diese gerade hoch klappte, um ein Segelboot und einen Fischkutter Einlass in den Hafen zu gewähren. Weiter ging es immer der Küste entlang auf der 181 im recht dichten Verkehr. Erst nach Husby ließ dieser dann endlich nach und ab Thorsminde am Nissum Fjord wurde es tatsächlich leer auf der Straße.
Am Strand von Fjaltring fand ich eine Lücke zwischen vielen PKW und konnte von oben über den Badestrand zum Meer blicken. Leider war auch an diesem Strand
das Übernachten verboten, aber ich hatte bereits ein Ziel auserkoren – den Leuchtturm Bovbjerg Fyr bei Ferring. Auf einer Schotterstraße geht es hoch auf die
Klippen und es empfing mich ein teilweise gefüllter Parkplatz, aber genau der Platz direkt auf der Klippe mit Blick übers Meer war frei, aber hallo!Anders als im Womo-Reiseführer angegeben, war es allerdings weder ruhig noch einsam. Fast wie auf einem Bahnhofsvorplatz kamen Autos oder fuhren wieder davon. Erst als die Sonne untergegangen war wurde es ruhiger und außer mir übernachtete nur noch ein älteres Paar aus Italien in ihrem Wohnmobil. In der Nacht kam dann das auf, was ich bisher irgendwie vermisst hatte – der ständige kräftige Wind. Nun fauchte es, mein Haus wackelte und die ersten Regentropfen klatschten auf Dach und Wände. |
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17. Juli 2007 – Richtung Norden Am Morgen war es dann richtig trüb, regnerisch und stürmisch und ich war wirklich alleine. Aber schon bald änderte sich das alles wieder – bis auf dem Sturm. Wieder löste ein Auto das andere ab. Nachdem ich trotzdem diesen herrlichen Blick übers Meer noch einige Zeit genossen hatte, setzte ich die Reise fort. In Lemvig führt die Straße in Kurven bergab in Richtung Hafen und so konnte ich das beeindruckende Ablegen eines modernen Fährschiffes sehen, dass das sowieso schon unruhige Wasser in weißen Schwaden hinter sich aufsteigen ließ. Überrascht war ich dann, als am Ortsausgang ein allseits bekanntes blaues Schild mich darauf aufmerksam machte, dass ich nun in Dänemark sei, mit samt den Hinweisen zu Höchstgeschwindigkeiten auf den Straßen – ja, schon klar, es laufen sicher viele Schiffe aus anderen Ländern diesen Hafen an. In Ydby verließ ich die Fernstraße 11 und weiter ging es nun auf schnurgerader Straße gen Hanstholm. Nachdem das nordische Surfparadies Klitmöller links liegen geblieben war, führte die Fahrt jetzt durch das Naturreservat Hanstholm, das größte Natur- und Wildschutzgebiet Dänemarks. Bewachsene Dünen, Sumpfwiesen und Strandseen werden auf der linken Seite von der Nordsee begrenzt. Das Meer hatte an diesem Tag ein sehr bedrohliches Aussehen – denn während auf der Straße gelegentlich die Sonne durch die Wolken blinzelte, hingen über dem Meer tief schwarze Wolken, die die Wellen dunkel schimmern ließen, nur gekrönt von den weißen Schaumkronen.
Hanstholm umfuhr ich auf der Umgehungsstraße, da ich weiter wollte zum Strand von Vigsö. Aber der wurde von einer Schranke abgesperrt und der kleine Parkplatz
davor war für Übernachtungen gesperrt. Nun war ich allerdings auf wirklich kleinen Nebenstraßen angekommen und behielt diese Variante ersteinmal auch bei,
denn was für ein schönes Reisen durch bewaldete, stille, ländliche Gegend. Alsbald bog ich ab auf eine lange Stichstraße zum Lild Strand. Der erwies sich aber
nicht gerade als Badestrand sondern eher als Anlegeplatz für
Kutter und Boote. Nur mit Mühe, mit mehrmaligen Vor- und Zurücksetzen, konnte ich mich dann wieder
aus der Mischung von Sand und Schotter befreien, die beinahe meine Falle geworden wäre.Es folgte ein Abstecher auf die 47 m hohe Sanddüne Buljberg. Was für ein Blick über Landschaft, Strände und Meer. Zu besichtigen gibt es hier auch eine gut erhaltene deutsche Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg. Da hier aber leider das Übernachten verboten ist, setzte ich die Tour fort und nun auf der Suche nach einem ruhigen Schlafplatz, der auch bald gefunden war – der Wanderparkplatz Klim Kalkbruch mit direktem Blick auf die stillgelegte Anlage. Einigermaßen windgeschützt und absolut ruhig und einsam bezog ich hier Quartier. |
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18. Juli 2007 – Ruhetag Da der Platz so idyllisch lag, blieb ich tatsächlich den ganzen Tag hier stehen. Lange geschlafen, lange gefrühstückt und schon war Mittag längst vorbei. Ausgedehnte Körperpflege, ein wenig "Wohnung" putzen und ein kleiner Spaziergang folgten, den Abend rundeten ein dickes Buch und der PC ab. |
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19. Juli 2007 – Skagerrak Noch weiter in den Norden trieb es mich. Aber eins vorneweg – die Hoffnung, hier oben von Touristenmassen verschont zu bleiben, sollte sich absolut nicht erfüllen :( Zuerst führte die Straße längere Zeit über Land bis ich mich bei Lökken wieder dem Meer näherte. Hinter Vittrup dufte ich endlich die verkehrsreiche 55 verlassen in Richtung Lönstrup und schon bald zeigte sich dann das erste Ziel des Tages am Horizont – die mächtige Sanddüne Rubjerg Knude. Wild entschlossen nahm ich die schmale Schotterpiste in Richtung der Düne in Angriff, um schon bald zu begreifen, dass es bei der Anzahl der entgegenkommenden PKW vielleicht schwierig mit der Parkplatzsuche werden könnte. Die schmale Straße war tief in den Sand eingeschnitten und für Wendemanöver gab es aber überhaupt keinen Platz. Also fuhr ich bis zum winkligen, kleinen Parkplatz und drehte dort eine Schleife um gleich wieder abzureisen. Erst in einiger Entfernung fand ich dann auf einer Wiese einen guten Platz um die Düne betrachten zu können. Ein irgendwie surrealistischer Anblick: Ein riesiger Haufen Sand, gekrönt von einem Leuchtturm, der bereits teilweise vom Sand
bezwungen ist, der Wind lässt
Sandfahnen dahin ziehen und die Silhoutten von Menschen stapfen durch das gelblich-weiße Licht.Im Hafen von Hirtshals durfte dann auch mein Fahrzeug endlich einmal wieder Getränke zu sich nehmen. Die sehr einfach zu bedienenden Tankautomaten ersparen dabei sogar ein wenig Geld, da hier der Sprit billiger ist. Bei Skiveren wollte ich eigentlich zum befahrbaren Sandstrand, doch als das Wohnmobil vor mir stoppte und dann nach links auf einen kleinen Parkplatz auswich, schaute ich mir die Strandzufahrt auch genauer an. Na runter, das wäre kein Problem gewesen – aber auf dem feinen Sand die Steigung wieder nach oben? Nach den Erfahrungen bei vorheriger Gelegenheit (s.o.) ließ ich das dann doch auch lieber sein und steuerte das nächste Ziel an – die Wanderdünen von Rabjerg Mile. Was für ein Anblick, wenn diese hohen Sanddünen auf einmal den ganzen Horizont einnehmen. Man könnte sich fast vorkommen, wie in einer richtigen Wüste. Etwas störend nur die Menschenmassen, die sich auch hier über den hellen Sand bewegten. Und auf dem zugehörigen Parkplatz ging es auch eher zu wie auf einem Basar. So hielt ich hier nur kurz, beschaute mir die Sache etwas und fuhr wieder davon. Auf der 40 Richtung Skagen war allerdings soviel Verkehr, dass ich mich entschied, den nördlichsten Punkt Dänemarks nicht zu besuchen, sondern ich fuhr in die entgegengesetzte Richtung, bog schnell wieder ab von der Hauptstraße und es ging durch schöne Heidelandschaft. Hier fand ich dann auch einen schönen Wanderparkplatz für die Nacht, der ausserdem auch eine gute Ausgangsposition für eine Abendwanderung bildete. Auf breiten, teilweise asphaltierten Radwegen rollte ich dann fast völlig allein dahin. Am Rande immer wieder Bunker und dann ein Hinweisschild zur Rajberg Mile. Und so kam ich dann tatsächlich von der anderen Seite bis zum Fuße der Wanderdüne und hier auch noch völlig ohne „Touristenstreß“. Ich war alleine – wenn nicht die Fußspuren im Sand etwas anderes bezeugen würden. Auf der knapp 2stündigen Tour gab es auch sonst viel zu sehen – Dünenwald, vom Wind gekrümmte Nadelbäume, alle möglichen Heideblüten, verschiedenste Vögel – ein Buntspecht beobachtete mich aufgeregt aus nächster Entfernung – und dann, etwas abseits über einen kleinen Waldweg eine wunderschöne, stille Seenlandschaft. |
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20. Juli 2007 – Ostseeinsel Fyn Mit leichtem Muskelkater begann ein neuer Tag nach einer ziemlich kühlen Nacht, ich war doch schon recht weit in den Norden vorgestoßen und es dauerte ein paar Stunden, bis ich wirklich wieder auf Betriebstemperatur kam; da war ich längst wieder unterwegs in Richtung Süden. Zuerst ging es wieder auf die 40, die vor allem in Richtung Skagen eine einzige Fahrzeugschlange war. Ich reihte mich also in den Gegenverkehr ein, bis ich hinter Frederikshavn endlich wieder auf Nebenstraßen ausweichen konnte. Lange Zeit ging es jetzt an der Ostseeküste mit immer wieder schönen Blicken auf das Kattegat weiter. Erst zwischen den Orten Hou und Hals änderte sich die ländliche Landschaft zur üblichen Ostsee-Touristen-Attraktion – viele Campingplätze, viel Verkehr, viele Radfahrer, viele Touristen. Da sowieso langsam die Heimreise angesagt war, wollte ich an diesem Tag noch einige Kilometer nach Süden hinter mich bringen und fuhr dann das erste Mal bei Aalborg auf eine dänische Autobahn. Abgesehen vom niedrigeren Tempo dufte ich allerdings den üblichen Wahnsinn erleben, der auch auf deutschen Straßen anzutreffen ist. Raser, Drängler, Linksschleicher und natürlich die durchgeknallten Kleintransporterfahrer, von denen sich zwei sogar ein Privatrennen lieferten – dabei wurde mir doch von verschiedener Seite versichert, in Dänemark gehe es auf den Straßen geruhsamer zu. Na meine Erfahrungen sahen da insgesamt nicht ganz so gut aus.
Aber immerhin schaffte ich so einige Kilometer und gegen Abend kam ich zum Abzweig zur E20, Richtung Odense. Die Autobahn überquert dann das Kleine Belt –
ein wunderschöner Blick von der Brücke inklusive und da seit dem vergangenem Abend Windstille herrschte, gab es auch kein Problem mit Seitenwinden.Nun wollte ich aber endlich aus dem Getümmel heraus und bog ab nach Bogense. Laut Reisekarte gab es hier einige Strände und davon sollte einer als Übernachtungsplatz dienen. Und tatsächlich kam ich auch bald an ein entsprechendes Hinweisschild und folgte einer schmalen Straße einige Kilometer durch etwas Wald und viele Felder. Am Ende fand ich hier einen kleinen Parkplatz auf der Wiese mit Blick zum Wasser – also genau das, was ich gesucht hatte. Und um den Abend dann richtig abzurunden, gab es einen schönen Sonnenuntergang zu bewundern, der hier oben allerdings über Stunden dauerte. |
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21. und 22. Juli 2007 – Heimreise In der Nacht hatte langsam der übliche Küstenwind wieder eingesetzt und dann regnete es auch. Doch am Morgen begrüßte mich die Sonne und schnell wurde es wieder warm. Den ganzen Vormittag blieb ich noch an diesem idyllischen Platz stehen, bevor ich dann den langen Weg nach Hause antrat. Und das fing gar nicht gut an. Schon bei Annährung an die Autobahn konnte ich stockenden Verkehr erkennen. Allerdings gab es nicht wirklich eine Alternative zur Strecke, denn ich musste ja zurück über den Kleinen Belt. Überraschenderweise löste sich der Knäuel einige Kilometer vor der Brücke ohne ersichtlichen Grund wieder auf und nun ging es einige Zeit gut voran. Nächster Grund für zwei weitere kleine Staus – Gaffer *argh*. Haben manche Menschen noch nie ein Blaulicht gesehen? Oder müssen die einfach bremsen, um ja nichts zu verpassen ... und dabei wurden nur noch die verunfallten PKW auf einen Transporter geladen – wie aufregend. Vorgenommen hatte ich mir bis zu einem Rastplatz oder Autohof oberhalb von Hamburg zu fahren, dort den Nachmittag zu ruhen und in den Abendstunden die Reise fortzusetzen, die guten Erfahrungen der nächtlichen Anreise nutzend. Und was ich an Staus in der Gegenrichtung hoch nach Norden zu sehen bekam und dazu die Verkehrsmeldungen aus dem Radio bestärkten mich in diesem Vorhaben. Genauso machte ich es dann auch und eigentlich gab es dann nur noch ein Problem: Der Wetterbericht warnte vor Starkregen ab etwa Hannover mit Überflutungsgefahr! Glücklicherweise wurde es dann nicht ganz so schlimm, aber teilweise musste ich auf 60 km/h abbremsen umd der Aquaplaning-Gefahr auszuweichen. Ab etwa Boxberg wurde das Wetter wieder besser und bald war ich zu Hause. Gesamtstrecke etwa 2700 Kilometer. |
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30. Juni und 1. Juli - Murrhardter Wald |
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Wochenende im Schwäbisch-Fränkischen Wald, wieder einmal. Neben dem Odenwald und dem Elsass mein Lieblingsziel für einen
kleinen Wochenendausflug, da schnell erreichbar und menschenmassenmäßig noch nicht ganz so überlaufen. Mein erstes Anlaufziel war die Nonnenmühle in der Nähe von Althütte. Aber wie das manchmal mit nicht ganz aktuellen Reiseführern ist, kann es zu unerwarteten Überraschungen kommen, denn siehe da, die Nonnenmühle war abgebrannt; eine geschwärzte Brandruine empfing mich. Zu Hause las ich den Einsatzbericht der Feuerwehr - Nonnenmühle - also lag der Brand doch schon etwas zurück: Weihnachten 2005. Und dennoch waren alle Parkmöglichkeiten belegt, denn hier ist auch der Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Strümpfelbachtal. Später fand ich dann am Rande einer Nebenstraße eine ruhigen Wanderparkplatz im Wald, der mein Nachtplatz werden durfte. Und hier erlebte ich dann ein Naturphänomen, dass ich so noch nie gesehen hatte und im kleinen Maßstab das letzte Mal in meiner Kindheit. Als es heftig dämmerte blinkten auf einmal kleine Lichter - und je genauer ich hinsah, umso mehr wurden es. Der ganze Wald war auf einmal voller Irrlichter. Rund herum um das Auto tanzten Glühwürmchen durch die Dunkelheit - ein wunderschöner Anblick, der auch sehr lange anhielt. Am nächsten Morgen wirkte der Wald dagegen leblos und völlig ohne Geheimnisse. So fuhr ich dann noch einige Zeit durch die eigentlich so schöne Gegend, bis am Nachmittag der Regen einsetzte und ich im "Feuchten" zu Hause eintraf. |
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8. und 9. Juni - Ostalb |
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Viel gibt es diesmal nicht zu erzählen. Die Anreise am Freitag Nachmittag durch Stuttgart verlief überraschend problemlos. Bei Lorch bog ich ab von der B29 auf die Straße der Staufen. Etappenziele waren Maitis, Hohenstaufen, Rechberg, Lauterstein, Böhmenkirch. Einen Waldparkplatz in der Nähe von Bartholomä wählte ich dann zur Übernachtung. Am nächsten Tag war es dann vorbei mit Sonne und Hitze. Vom Morgen an zog ein Gewitter nach dem anderen um mich herum, ohne mich allerdings zu erreichen. Die Nachrichten berichteten dazu von Unwettern, Überschwemmungen und Straßensperrungen im ganzen Gebiet und so entschied ich mich dann doch am Nachmittag die Heimreise anzutreten. Mehrmals musste ich wieder einmal die Anweisungen des Navis ignorieren, da das Teil mich immer wieder ausgerechnet auf die unwettergeplagten Strecken lotsen wollte. So erwischten die ersten Regentropfen mich erst in Ludwigsburg und in Asperg kam ich bei Sonnenschein an. So stimmte die zeitliche Planung am Ende ziemlich gut. |
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19. und 20. Mai - Schwarzwald |
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Ohne eigentliches Ziel steuerte ich meinen Wagen auf Grund des schönen Wetters gen Schwarzwald. Von einer Freundin hatte ich
einen Routenvorschlag erhalten, der zwar eigentlich für eine Motorradtour geplant war, doch zumindest den ersten Teil des Vorschlages folgte ich dennoch. Pforzheim - Nagold - Altensteig - Freudenstadt - Pause bei Zwieselberg -Wolfach. Ab hier verließ ich dann den empfohlenen Weg. Weiter: Hausach - Fischerbach - Bad Peterstal - Allerheiligen. Hier in der Nähe des Wasserfalles gab es ausreichend Parkmöglichkeiten und ich verbrachte beim lautem Rauschen des Buhlbaches eine angenehme Nacht. Am Morgen dann, zwischen 8 und 9 Uhr, waren einige völlig durchgedrehte Biker unterwegs, die wohl meinten, die Leistung ihrer Sportmaschinen unbedingt zwischen zwei Kurven testen zu müssen und mich so aus dem Schlaf holten. Später kamen dann viele PKW und Busse dazu und beendeten damit die "Rennsaison". Heimreiseetappen: Baiersbronn - Forbach - Gernsbach - Bad Herrenalb - Neuenbürg - Pforzheim - Menschen und Fahrmaschinen gab es reichlich und von allen Sorten. |
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12. und 13. Mai - Ludwigshafen |
| Zwecks Übernachtung nach einer kleinen Feier zur Wohnungseinweihung diente das Gefährt diesmal als Bett. |
28. bis 30. April - Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald, Schwarzenberger Weiher |
Im Nachhinein war es wohl keine so glückliche Entscheidung kurz nach dem Aufenthalt in Südtirol ein deutsches Mittelgebirge zu
besuchen. Abgesehen von dem gleichen tollen Wetter und einem ähnlich starken Verkehrsaufkommen auf den Hauptstraßen, hielten die Berge dem Vergleich natürlich
nicht stand. Dafür gibt es aber schönere Wälder und auch einige malerische Ortschaften abseits der großen Straßen. Am Abend parkte ich dann auf dem
Wanderparkplatz in der Nähe des Fichtelbergsees. Um das genau zu beschreiben: Ich stand im Fichtelgebirge, auf dem Fichtelberg, kurz vor dem Ort Fichtelberg,
nahe beim Fichtelbergsee – alles klar?!
Die Nacht war ruhig und wieder erwachte ich bei strahlend blauem Himmel. Seit Wochen nun schon Sommertemperaturen und kein Regen, alles im April, keine guten
Zeichen für die Natur. Mir gefiel es natürlich schon ganz gut – passte zum Urlaub. Das Fichtelgebirge hatte ja den Reiz für mich schnell verloren und so war
mein nächstes Ziel die Schwarzenfelder Weiherlandschaft im Oberpfälzer Wald. Allerdings konnte ich schon noch einige schöne Eindrücke der Landschaft mitnehmen.
In der Oberpfalz ging es dann meistens deutlich geruhsamer zu, selbst die Fahrt durch Weiden war kein Problem. Aber dann bei der angesteuerten Seelandschaft
war ich wieder inmitten der Urlauber. Vorsichtig schlängelte ich mich über enge Wege, vorbei an überfüllten Strandbädern und ihren Parkplätzen hinein in das
Gebiet der vielen Seen.Einige Zeit saß ich an einem kleineren Teich lesend in der Sonne und lauschte der Natur. Vögel zwitscherten an jeder Ecke, im Teich waren viele Frösche unterwegs, einer quakte auch ganz aufgeregt, Insekten aller Arte umschwirrten mich. Dicht neben mir, auf einer grasfreien Stelle, sonnte sich ein Tagpfauenauge, stieg immer wieder zu einem kleinen Gleitflug auf, auch um mich herum, um sich dann immer wieder neben mir niederzulassen. Ab und zu ließ dann ein übermütiger Fisch das Wasser aufspritzen. Einige Wolken zogen über den Himmel und ein teilweise frischer Wind, ließ die Sonnenhitze gar nicht so sehr spüren. Nach einer Kaffeepause im Auto steuerte ich dann mein neues und wohl letztes Ziel dieser Reise an – einen Wanderparkplatz an der Pegnitz, Richtung Nürnberg. Interessanterweise entdeckte ich erst am Morgen das Schild an der Baracke am Rande des Parkplatzes. Dabei handelte es sich um einen Lehr-Bienenstock, mit recht emsigen "Flugverkehr". Aber da ich sie nicht belästigt habe, haben auch sie mich in Ruhe gelassen ;) Der Rest war dann einmal mehr - Heimfahrt. |
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20. bis 25. April - Südtirol |
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20.April 2007 – Ankunft in Südtirol "Verschiedenste Angelegenheiten schufen die Voraussetzung", dass ich erst 14:15 Uhr das Womo in Bewegung setzen konnte. Doch glücklicherweise hatte ich eine völlig stau- und stressfreie Reise – immerhin Freitag Nachmittag. Und dazu dieses Wetter, einfach nur Sonne pur.
Ein wenig diesig noch, die
Schwäbische Alb erschien erst ziemlich spät aus dem Dunst, dafür war es aber auch nicht ganz so heiß wie am vergangenem Wochenende und so ließ es sich
herrlich die Kilometer abreißen.Nach dem Tunnel in Füssen ließ ich dann auch den Dunst hinter mir und fuhr durch eine unglaublich schöne Gegend. Die Abendsonne ließ die Einzelheiten noch plastischer hervortreten. Die Zugspitze dominierte ganze Wegstrecken und viele Gipfel hatten noch ein weißes Kleid. Noch bei Tageslicht, so gegen 19:30 Uhr, fuhr ich dann über die italienische Grenze und hatte damit mein Tagesziel eigentlich auch schon erreicht. Denn gleich im ersten Ort Reschen ging es rechts ab Richtung Rojen. Hier am Lift, der um diese Jahreszeit nicht in Betrieb ist, erwartete mich direkt am Ufer des Reschensees ein großer, völlig leerer Parkplatz. In aller Ruhe konnte ich mir einen ganz ebenen Stellplatz mit Ausblick wählen. Und was für ein Ausblick das war! Unter mir das grüne, stille Wasser des Sees; auf der gegenüberliegenden Seite der kleine Ort Reschen und dahinter schneebedeckte Alpengipfel. Rechter Hand ragte die Spitze des Kirchturms der versunkenen Ortschaft Greus aus dem Wasser. Langsam senkt sich die Dunkelheit über die Landschaft, aber erstaunlich lange hell bleiben die Schneefelder auf den Bergspitzen. 21.April 2007 – Almen, Bäche, Täler 1912 m hoch – das wird ein persönlicher Höhenrekord für Übernachtungen. Auf der obersten Ebene des großen Parkplatzes am Lift in Sulden. Und Überraschung, der Lift ist noch geöffnet, hier ist eine ganze Menge Leben – von alpenländischer Volksmusik bis zu einem kleinen Rangierunfall auf dem Parkdeck direkt unter mir.
Und wenn ich dann auf diesen Tag zurückblicke: Ganz sicher einer meiner schönsten Urlaubstage bisher. Angefangen hat es am Ufer des Reschensees. Auf der
anderen Seite konnte ich den dichten Verkehr auf der SS40 sehen und so blieb ich lieber auf meiner Seite und wagte den Aufstieg zur Reschenalm. Auf der
Straße kam mir noch ein PKW entgegen, als es dann aber rechts ab auf den Schotterweg in die Höhe ging, war ich völlig allein (und da sollte sich noch
herausstellen, dass das auch gut so war). Der schmale Weg schlängelte sich steil aufwärts, am Beginn auch noch der optimistische Empfang mit einem
Hinweisschild „Verkehr auf eigene Gefahr“ (na ich denke, damit war das Befahren gemeint), unglaubliche Blicke ins Tal und auf die Berggipfel ließen mir
immer wieder den Atem stocken. Doch dann, es kann nicht mehr sehr weit bis zu den Almhütten gewesen sein, immerhin auf 1900 m Höhe, lag die Strecke in
einer schattigen Kurve unter einer Schneedecke. Mein vorsichtiger Versuch diese vielleicht doch zu bezwingen, endete ganz schnell mit durchdrehenden Rädern.
Also blieb mir nur rückwärts die schmale Bergstraße wieder herunter.Nächstes Ziel war dann das Matsch-Tal - auch hier gab die Strecke atemberaubende Blick in das Tal frei, dass ich einen Kloß im Hals spürte. Bei rund 1800 m hatte ich den Parkplatz erreicht. Und hier hatte ich nun endlich auch eine kleine Gelegenheit die Gegend direkt zu bewandern, denn ein nur mäßig steiler Weg führte entlang des kräftig rauschenden Bergbaches aufwärts.Die Wiesen waren gefärbt von Krokusblüten, die Sonne brannte, doch ein leichter Wind ließ das gar nicht richtig spüren. Dazu der über die Felsen schießende Bach, die teilweise schneebedeckten Berge, kleine Schmetterlinge, die ich noch nie vorher gesehen hatte – herrlich. 22.April 2007 – Martell-Tal, Tarscher Alm Wie zu erwaten war, füllte sich der Parkplatz am Morgen recht schnell. Nur da wo ich stand, blieb es einigermaßen geruhsam, da hier die Entfernung zur Liftstation am größten war. Dazu ließ die aufgehende Sonne und der blaue Himmel auf einen weiteren herrlichen Sommertag rechnen (im April!). Heute sollte es weit hinauf durch das Martell-Tal gehen. Herrlich die Anreise. Durch die blühenden Täler, alles leuchtete in sattem Grün, Gelb, Rosa, Weiß ... Der Verkehr hielt sich auf der Hauptstraße in Maßen und schon bald ging es dann wieder aufwärts. Wie schon beim Abstieg durch das Suldental war auch beim Aufstieg im Martell-Tal der unterschiedliche Fortschritt in der Entwicklung der Pflanzen beeindruckend. Während im Tal die Bäume schon kräftig grün erstarkt waren, zeigte sich weiter oben erst das vorsichtige erste Grün an den Zweigen. Nachdem ich den
zugefrorenen Zufritt-Stausee passiert hatte, ging es in extremen Serpentinen so steil den Berg hinauf, dass mehrmals die Hinterräder
durchdrehten; ein ziemlich eigenartiges Gefühl. Vielleicht hat der Motor einfach zuviel Drehmoment? Dennoch kam ich ohne Probleme nach oben und
knackte damit die 2000 m Grenze. Allerdings war es hier viel zu unruhig um länger stehen zu bleiben, denn auch hier war die Skisaison noch nicht beendet.
Also ging es bald wieder bergab hinein in die Hitze des Tales. Nur mein Navi hatte es wieder aufgegeben – scheinbar treibt ihn direkte Sonneneinstrahlung
nach einiger Zeit das letzte bisschen Verstand aus den Transistoren - „Die Strecke kann nicht berechnet werden“ - das war alles, was es noch zu sagen gab.Nach einer längeren Abkühlzeit und einem Hardreset nahm er dann seine Arbeit wieder auf und bald erreichte ich den fast völlig leeren Parkplatz an der Liftstation Tarscher Alm. 23.April 2007 – Ultental, Schnalstal Den ganzen Vormittag verbrachte ich auf dem schönen Parkplatz, mit Körper- und auch ein wenig Wagenpflege. Als ich dann losfuhr, musste ich nach wenigen hundert Metern schon anhalten. Mitten auf der Straße wurden ein paar soeben gefällte Bäume „verarbeitet“. Aber erstaunlich wie schnell die Arbeit von ein paar Profis erledigt wurde. Mein freundlicher Gruß beim Vorbeifahren wurde ebenso freundlich erwidert. Jetzt ging es einige Kilometer über die doch recht stark befahrene SS38, auf der einige Baustellen den Verkehr behinderten – fast wie in Deutschland. Mein nächstes Ziel hieß nun Ultental. Laut Karte wohl das längste Tal meiner Reise. Obwohl die Landschaft eigentlich sehr schön war, wurde diese Tour leider nicht zu einem Höhepunkt, denn zum einen viel Verkehr, viele Ortschaften mit vielen Neubauten und vor allem überall Baustellen und dementsprechende Baufahrzeuge und ganz viel Dreck. Aber ich Held fuhr bis zum Ende, bzw. fast bis zum Ende. Denn ausgerechnet das letzte Teilstück, etwa 6 km bis zu ein paar Seen, war wegen Asphaltierung gesperrt. Enttäuscht machte ich mich auf den Rückweg. Bei Kuppelwies verließ ich dann aber die Straße und machte einen Abstecher steil
bergauf zur Schwemmalm.
Anschließend ging es dann weiter zum Schnalstal. Es war jetzt gegen 17 Uhr und der Feierabendverkehr hatte deutlich zugenommen, doch
glücklicherweise strömte er mir vor allem entgegen. Das Schnals-Tal war gegenüber dem Ulten-Tal wieder Natur pur. Felsen, Wiesen, malerische Ortschaften
– wie z.B. „Unsere Frau in Schnals“ - der beeindruckende Katharina-Berg, gekrönt von einer Kirche. Dann ein paar Serpentinen hoch bis zur Dammkrone des
Vernagt-Stausees. Jetzt war es schon etwas spät geworden und so wollte ich die letzten Kilometer bis an das Ende des Tales hinter mich bringen. Hier empfing
mich das Skizentrum Kurzras, mit zahlreichen Parkmöglichkeiten. Noch war die Skisaison hier nicht ganz vorbei, doch die wenigen Autos und die beiden anderen
Wohnmobile verloren sich fast auf den großen Flächen. Und hier knackte ich nun auch die 2000-Meter-Marke für Womo-Übernachtungen. Die Höhenanzeige meines
Navis vermeldet 2020 Meter – das könnte kalt werden diese Nacht.
24.April 2007 – Kurzras, Vernagt-Stausee, Langtauferer-Tal Gegen 9 Uhr begann der Verkehr Richtung Skistation einzusetzen und ich hatte dann die Gelegenheit, Skifahrer bei den letzten Teil der Abfahrt zuzuschauen. Wie vom Wetterbericht angekündigt, zogen nun einige große Wolken über den Himmel und der Wind hatte auch deutlich aufgefrischt. So war es hier oben nicht ganz so freundlich, wie ich es von den vergangenen Tag gewöhnt war. Also fuhr ich dann ein paar hundert Meter ins Tal hinunter zum Vernagt-Stausee, den ich mir Gestern ja
bereits als Wanderungsziel ausgesucht hatte. Hier hatte ich auch Glück mit dem Wetter. Die Wolken waren wieder weniger geworden, der Wind
zwar nicht, aber auf rund 1700 m Höhe war es dann doch recht angenehm und ich drehte eine kleine Runde, zumindest soweit, wie es die Wegverhältnisse
zuließen.Ziel für den Nachmittag war dann das Langtauferer Tal, schon sehr nahe dem Reschenpass, denn nun war langsam auch an den Heimweg zu denken. Bei Graun im Vorbeifahren einen Blick auf die Spitze des im Wasser des Reschensee versunkenen Kirchturms werfend, bog ich ab in dieses viel ruhigere, sehr malerische Tal. Zuerst ging es durch schroffe Felsen bergauf, ehe sich das Tal weitet und viele kleine Höfe und auch Gasthöfe an der Straße bietet. Unterhalb der Ötztaler Alpen endet das Tal im Örtchen Melag. Und hier konnte ich dann das sehen, wovon ich schon gelesen hatte. Wiesen voller Krokusblüten, unglaubliche Mengen, die das Grün mit einer weißen Decke, unterbrochen mit einigen blauen und violetten Flecken, überzogen. Das sollte man wirklich einmal gesehen haben, denn als Foto lässt sich das nicht darstellen. Geeignete Stellplätze für eine Übernachtung gab es allerdings nicht und so entschied ich mich wieder den großen Parkplatz am Reschensee anzusteuern, auf dem ich bereits die erste Nacht gestanden hatte. Diesmal war ich allerdings nicht alleine. Es hatten bereits vier oder fünf Womos Anker geworfen und nach mir kamen noch einige dazu. Aber auf dem großen Platz war das überhaupt kein Problem, jeder hatte mehr als genug Platz. 25.April 2007 – Heimreise, Hopfensee bei Füssen Am Morgen verließen dann nach und nach die kleinen und großen Reisemobile den Parkplatz. Da ich wieder einmal der Letzte war, konnte ich das in aller Ruhe genießen. Nach dem vergangenen Tag mit einiger Bewölkung und etwas niedrigeren Temperaturen kündigte sich mit strahlend blauem Himmel bereits der nächste Sommertag im Frühling an. Und so konnte ich mich auf eine erlebnisreiche Heimfahrt durch die Alpen freuen.
Keine Wolke behinderte die Sicht auf die Bergriesen, auch die Zugspitze war im Gegensatz zum vergangenem Jahr wunderbar anzuschauen. Auf einem Parkplatz
machte ich kurze Rast direkt neben einem blühenden Obstbaum und konnte dessen Duft in vollen Zügen genießen.Die Heimreise lief trotz vielen Verkehrs fast zu glatt und ich kam zu schnell voran. Nach einer kurzen Hochrechnung würde ich ungefähr zur Feierabendzeit den Stuttgarter Raum erreichen – und das wäre sicher nicht besonders sinnvoll. Also verließ ich bei Füssen die Autobahn und bog in Richtung der Königsschlösser ab, denn auf Neuschwanstein wollte ich schon immer mal einen Blick werfen. Durch Füssen ging es dann problemlos, kaum Verkehr und ich konnte einige Blicke auf die schöne Stadt genießen. Je näher allerdings dann die Schlösser kamen, desto stärker der Verkehr. Und im Ort unterhalb des Schlosses nützte ich dann auch gleich die erste Gelegenheit, um mich sofort wieder zu verabschieden – oh Gott, wie muss dass denn erst in der eigentlichen Saison aussehen? Ich bog dann ab von der Hauptstraße und suchte nach einen schönen Platz für eine Nachmittagsrast. Bald sah ich schon einen Zipfel blaues Wasser und daneben einen ruhigen Parkplatz mit nur wenigen Autos. Aus dem geplanten kleinen Spaziergang wurde dann eine Tour von 2 Stunden mit über 7 km. Herrliches Wetter, einigermaßen ebene Wege und dabei der Blick über den See auf das Alpenpanorama mit Schloß. Am Ende hatte ich mehr als die Hälfte des Hopfensees umrundet. Weiter ging es dann bis zu einem Rastplatz kurz vor dem Albabstieg, um den Sonnenuntergang abzuwarten. Der Rest war dann Routine. |
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14. und 15. April - Naturpark Stromberg-Heuchelberg |
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Da am kommenden Wochenende endlich etwas Urlaub ansteht – 8 Tage Resturlaub von 2006 plus Wochenende und Feiertag, knapp zwei
Wochen also – hatte ich an diesem Wochenende keine Lust auf eine größere Reise. Das Wetter dazu sehr sommerlich, also konnte ich doch gleich in der näheren
Umgebung bleiben. Schon immer wollte ich einmal den Naturpark Stromberg-Heuchelberg etwas näher kennenlernen, durchgefahren war ich ja schon des öfteren. Zuerst steuerte ich einen Wanderparkplatz an der B35 in der Nähe von Maulbronn an, der mich schon immer angelockt hatte. Der Parkplatz selbst erwies sich als nicht unbedingt übernachtungstauglich, denn etwas klein, aber vor allem zu nah an der viel befahrenen Straße. Doch zum Wandern sehr gut geeignet und so legte ich eine erholsam anstrengende Runde
quer durch den Wald hin. Die Wege waren durch die vergangenen trockenen Tage sehr gut befahrbar und so waren auch die
kleinen Anstiege kein Problem. Nur ganz wenig Menschen begegneten mir, darunter ein alter Mann mit seinem Hund. Der Hund konnte gar nicht genug von mir
gestreichelt werden und wollte mir am liebsten das Gesicht ablecken. Als wir uns dann trennten, sagte der Mann noch: „Davon kann er nicht genug bekommen.
Das ist wie bei uns Menschen, vom Liebkosen können wir auch nicht genug bekommen ...“Nun folgte eine Autoreise um den Naturpark herum – Knittlingen, Sternenfels, Zaberfeld, Pfaffenhofen. Hier dann rechts ab, Richtung Vaihingen den Berg hinauf in den Wald. Auf einem Parkplatz bei einem Steinbruch schlug ich nun mein Lager auf. Hier waren am frühen Abend noch zahlreiche Radfahrer und Läufer unterwegs. Kurz vor Sonnenuntergang leerte sich der Parkplatz und ich entschloss mich zu einem weiteren kleinen Spaziergang. Den stillen, einsamen Waldweg entlang ging es genau in Richtung der untergehenden Sonne. Ich war der einzige Mensch auf der Welt; der Wald duftete nach Erde, frischen Grün und geschlagenem Holz, überall zwitscherten Vögel und der Boden zwischen den Baumstämmen war übersät mit bunten Blüten. Als es dämmerte, war ich zurück im Wagen. Wie gewohnt, liess ich den Sonntagmorgen ganz langsam angehen – mit Aufräumen, Frühstück und Morgenwäsche. Ab etwa 9 Uhr begann sich der Parkplatz auch etwas zu füllen, aber vor allem die vielen Radfahrer machten aus meinem einsamen Waldweg vom Vorabend eine richtige kleine Autobahn. Das war überhaupt nicht verlockend für mich. So entschied ich mich, noch einmal kreuz und quer durch den Naturpark zu fahren. Und das war eine gute Entscheidung – herrlichstes Wetter, wenig befahrene Straßen und vor allem die gewaltig erwachende Natur. In der Nähe von Schätzingen kam ich an einem Wanderparkplatz vorbei, auf dem ich schon früher einmal gestanden hatte. Der große Vorteil dieses Platzes ist, dass man von der wenig befahrenen Straße rund 300 m bis zum Waldrand fahren muss, also wirklich schön ruhig stehen kann. Und da hier nur zwei PKW parkten fand ich am Rand einen schönen schattigen Platz für meine große Kiste. Zwischen Straße und Parplatz führen asphaltierte Wege durch das Tal – auch hier Bedingungen wie bei einem Radrennen. Also nahm ich für einen kleinen Spaziergang den entgegengesetzten Weg, den Berg hinauf in den Wald. Und so belebt das Tal war, so einsam war es ein paar hundert Meter weiter oben – keinen einzigen Menschen traf ich hier. Der Weg war allerdings auch nicht gerade in einem guten Zustand, dafür aber teilweise noch richtig sonnig, da den Bäumen ja gerade das erste Grün aus den Nähten platzte. Wieder hörte ich Kuckucksrufe, viele andere Vögel machten sich in den Zweigen zu schaffen und überall war der Waldboden bedeckt mit kleinen Blüten in den schönsten Farben und Formen. Über die hartnäckigen kleinen und großen Fliegen reden wir an dieser Stelle nicht, aber über brummende Hummeln, den schwarzen Pelz einer kleinen Wühlmaus, die in ihrem Loch verschwand und einen kleinen weißen Schmetterling mit leuchtend gelben Flügelspitzen. Zurück am Parkplatz setzte ich mich dann noch eine halbe Stunde zum Lesen neben dem Wohnmobil in die Sonne. Viel gelesen habe ich da allerdings nicht, da Augen und Ohren immer wieder in Richtung Wald unterwegs waren. Als die Sonne dann nicht mehr durch die Bäume durch scheinen konnte, entschied ich mich, damit dieses tolle Waldwochenende zu beenden, denn ich hatte soviel gesehen und gefühlt, da konnte jetzt eigentlich nichts mehr dazu kommen. Aber die Heimreise durch die blühende Landschaft war dann doch noch einmal wunderbar. |
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31. März und 1. April - Steigerwald/Bayern |
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Das Reiseziel bestimmte diesmal meine große Europakarte an der Wand. Da gab es doch einen großen "weißen" Fleck in Richtung
Schweinfurt, also eine Gegend, durch die ich schon gelegentlich gefahren bin, aber niemals vorher Station gemacht hatte. Mein Naturreiseführer listete auch
einige sehenswürdige Gegenden auf und so ging es in Begleitung der letzten Regenschauer ab gen Nordost. Am Abend fand ich dann auch einen absolut idyllischen einsamen Parkplatz am Waldrand mit Blick über die angrenzenden Felder. Aber leider, leider gab es hier keine einzige Parkmöglichkeit, an der das Auto zumindest halbwegs waagerecht stehen konnte und ich musste schweren Herzens weiterziehen. Nächstes Ziel war dann der ausgeschilderter Wanderparkplatz Zaberstein - und der war nun wiederum ideal. Kaum angekommen, dämmerte es schon und der Abend verging schnell. Mein Schlaf wurde dann ganz in der Nähe von einer Eule bewacht, die immer wieder ihre gespenstischen Rufe in die Nacht schickte. Früh am Morgen wurde ich schon wach, öffnete die Rollos und fühlte mich - immer noch im Bett liegend - von allen Seiten von den kahlen Ästen der Buchen freundlich eingekreist. Ein Specht begann sein Tageswerk, andere Vogelstimmen erklangen und bald ging im Osten zwischen den Baumstämmen die Sonne auf. Oh herrlich - kann ein Tag schöber beginnen? Keine Verpflichtung, frei sein, tun was man will - und wenn man den ganzen Tag so liegen will - warum nicht? Aber dann wollte ich doch lieber einen Spaziergang durch den Wald erleben,
zögerte das Frühstück und andere Tagesgeschäfte so lange heraus, bis gegen Mittag
die Temperatur von 5,5 auf 14 Grad gestiegen war und machte mich auf den Weg zur Ruine Zaberstein.Den ersten Versuch über normale Waldwege musste ich dann abbrechen, da diese durch Waldarbeiten auf Grund der diversen Sturmschäden nur schwer passierbar waren und ich nur mühsam vorankam. Auf dem teilweise asphaltierten Hauptweg ging es dann gut voran, allerdings auch nicht mehr allein. An den lichten Stellen am Wegesrand grünte ganz frisch das Gras und war übersät von kleinen blauen, gelben und weißen Blüten. Plötzlich lief ängstlich fiepend nur etwa zwei Meter vor mir ein Maulwurf über die Straße und suchte ergebnislos am Wegesrand eine lockere Stelle, um sich einzugraben. Kurz vorher hatte ich eine kleine Familie überholt, die winkte ich jetzt heran und gemeinsam schauten wir dem armen kleinen Kerl zu. Die beiden Jungs waren völlig begeistert, da sie noch nie vorher einen Maulwurf gesehen hatten. Der Ausschank nahe der Ruine hatte leider noch geschlossen, normalerweise sollte es dort leckere Bratwürste geben, hatte ich mir zumindest sagen lassen. Also ging es weiter zur Burgruine selbst, wo ich mir allerdings den Ausflug auf den Aussichtsturm sparte :) und auch so zwischen den ja noch kahlen Laubbäumen einen schönen Blick in das Vorderland genießen konnte. Mit leicht ächzenden Knochen bewältigte ich dann auch den Rückweg, der über eine größere Wegeslänge bergauf führte, bestieg mein Gefährt und machte dann später noch eine Autotour quer durch den freundlichen Steigerwald. |
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10. und 11. März - Odenwald |
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Ja, nun kommt er wirklich, der Frühling! Und dann hielt mich natürlich nichts mehr - ab und weg! Da das Schönwettergebiet aus Richtung Nordwest hereinwehte, richtete ich meine "Nase" auch in diese Richtung. Mein eigentliches Ziel war ein Naturschutzgebiet bei Reinheim. Aber leider fand ich weder ein Hinweisschild dazu noch den angegebenen Parkplatz. Ich blieb aber auf den Nebenstraßen in Richtung Höchst und erreichte bald auf einer schmalen Straße einen Abzweig zu einem abgelegen Waldparkplatz. Der war ideal für eine Übernachtung. In der Abendstimmung inspizierte ich noch ein wenig die Umgebung und lauschte während der Dämmerung erstaunlich vielfältigem Vogelstimmen - immerhin schreiben wir gerade mal Anfang März. Am Thermometer liess sich schnell erkennen, dass ich eine kalte Nacht zu erwarten hatte, also schnurrte die Heizung, und nach dem Abendessen begann ich bei guter Musik Solschenyzins "Krebsstation". Nachdem die Vögel in der Dunkelheit verstummt waren, konnte ich die absolte Stille geniessen - ja fast, denn Frankfurt war nicht mehr weit. Und so zogen doch noch lange hoch am Himmel Flugzeuge ihre Bahn und erinnerten daran, dass es keine Flucht vor der Zivilisation mehr gibt. Je tiefer die Nacht, umso weniger wurden es und dafür durften meine Gedanken ebenso hoch und weit in entlegene Gegenden im Osten reisen. Und dann, mitten in der Nacht, schlichen sich die Waldgeister an und leerten meine Gasflasche! Damit keine Heizung mehr - jo, das wurde kalt. Aber als "Held" im warmen Bett hielt ich natürlich bis zum Morgen durch. Als ich gegen 8 mich dann doch aus den Decken schälte, hatte es außen 1,7 und innen 8 Grad. Und bei den Temperaturen aus dem Bett und in die Kleidung zu steigen, das hatte schon etwas. Dann raus aus der Hütte, die zweite Flasche angeschlossen und schon bald bollerte die Heizung los. Draußen zwitscherten wieder lauthals die Vögel, der Kaffee war auch bald heiß und der Himmel blau. Anschließen folgte eine stundenlange Kreuz-und-Quer-Tour durch den Odenwald. Auf schmalen Straßen ging es geruhsam zu, auf den größeren dagegen fand wohl das erste große Moped-Happening 2007 statt. Zum Abschluß meiner Tour ging es dann noch im Kolonnenverkehr am Neckar entlang Richtung Heidelberg, bis ich bei tiefstehender Sonne Markgröningen erreichte. |
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10. und 11. Februar - Schwäbische Alb / Donau |
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Die fast schon frühlingshaften Temperaturen befeuerten auch meine Reiselust. Und trotz ziemlich mieserablen Wetteraussichten
machte ich mich auf in Richtung Osten, um den heranrückendem Regengebiet zumindest am Samstag zu entfliehen. Ab Stuttgart-Degerloch auf Landstraßen über Bad Urach, Münsingen, Ehingen, immer Richtung Biberach. In der Nähe von Ehingen folgte ich den Hinweisschildern zum Schloß Mochental, das sehr eindrucksvoll am Berghang weit über das Tal zu sehen ist und besonders durch die strahlend weiße Mauer auffällt, die sich um das gesamte Grundstück schlängelt. Durch Attenweiler, vorbei am Federsee, ab jetzt Richtung Donau und schon dämmerte es kräftig. Also hieß es wieder einmal: Augen auf und Parkplatzsuche. Kurz hinter Binzwangen fand ich diesen dann auch am Keltenmuseum Heuneburg. Inzwischen hatte mich doch leichter Nieselregen eingeholt, es dunkelte und so konnte ich leider die Umgebung nicht weiter erkunden.
Als ich dann am Morgen den ersten Blick aus dem Fahrerhaus werfen konnte, war die Begeisterung groß. Weit konnte das Auge über das Donautal hinweg gen Süden
schweifen, wo teilweise schneebedeckte Alpengipfel in einem kleinen Streifen Sonnenschein aufragten. Schade, dass sich so etwas nicht auf einem Foto verewigen
lässt. Immerhin ließ sich mit diesem Panorama das Frühstück
umso besser genießen. Nach und nach zogen dann aber dunkle Wolken aus Westen heran, die Gipfel
verschwanden Stück für Stück aus dem Sichtfeld und bald peitschten heftig regenschwere Windböen mein Fahrzeug und ließen es schwanken.Nichts da also mit einem Abstecher zur Grabungsstätte. So machte ich mich dann auf den herrlichen Weg durch das wilde Donautal, wo glücklicherweise auch der Regen deutlich schwächer wurde. Der frühe Zeitpunkt im Jahr hat hier einen großen Vorteil: Da die Laubbäume ja noch kahl sind, kommen die vielen Felshänge noch viel besser zur Geltung (außerdem ist auch kaum ein weiteres Auto unterwegs). Nach Beuron verließ ich dann das Donautal bergauf gen Norden. Und kaum hatte ich die Albhöhen erreicht, empfingen mich Fetzen von blauen Himmel und bald heizte die Sonne derart ein, dass ich ein Fenster öffnen musste. Lustigerweise hörte ich die nächsten Stunden regelmäßig im Radio nur Berichte von "Sofawetter", Dauerregen u.ä. während ich tatsächlich mindesten 3 Stunden im Sonnenschein auf der Alb unterwegs war. Erst als ich dann gegen Abend in Richtung Ludwigsburg kam, ballten sich dunkle Wolken drohend zusammen. Doch erst als ich schon fast die Einfahrt zur Tiefgarage erreicht hatte, begann der Regen - tolles Wochenende. |
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2. und 3. Februar - Erdweg bei Dachau |
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Auswärtsspieltag Oberliga/Süd in der Nähe von Dachau. Eine gute Gelegenheit, dass Womo wieder einmal zu bewegen und dazu auch
noch die Bequemlichkeit am Abend vorher anzureisen, eine ruhige Nacht zu verbringen und dann ausgeruht die beiden Spiele anzugehen. Da ich von früheren
Spieltagen wusste, dass die Spielhalle samt grossem Parkplatz ruhig außerhalb des Ortes lag, also alles kein Problem. So bestieg ich am Freitag Abend nach Feierabend mein Gefährt und wagte mich auf die A8 Richtung München. Trotz dieses mehr als ungünstigen Zeitpunktes war es eine recht flüssige Fahrt und kurz vor 8 Uhr traf ich dann auch auf dem Parkplatz ein, suchte mir einen Stellplatz, bereitete ein kleines Abendmahl, öffnete eine Flasche Wein und ein Buch. Als ich dann später mein Notebook hochfuhr, konnte ich einen recht guten TV-Empfang per DVB-T feststellen und ließ mich sozusagen von einer Snookerpartie von den Malta-Open in den Schlaf wiegen. Als fauler Mensch ließ ich es am nächsten Morgen dann langsam angehen, so dass ich mit meinen Morgenverrichtungen erst fertig war, als es in der Sporthalle bereits Frühstück gab und auch die ersten meiner Mannschaftskollegen eingetroffen waren. Kurz zu den Spielen: Gegen den Tabellenersten aus Regensburg gab es eine knappe Niederlage und gegen Gastgeber Dachau einen Sieg. Am Abend gegen 8 war ich dann wieder zu Hause. |
30. Dezember 2006 bis 2. Januar 2007 - Jahreswechsel am Atlantik |
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Am Samstag, den 30.12., erfüllte ich mir einen schon seit Jahren bestehenden Wunsch - eine kleine Flucht vor den üblichen Silvester-
und Neujahrsverrichtungen. Die Entscheidung für einen Stellplatz am Meer war gleich gefallen und da ich im Winter nicht die Alpen überqueren wollte, blieb am
einfachsten erreichbar die Atlantikküste von Holland oder Belgien. Wieder einmal brauchte ich am Morgen viel zu lange um endlich zu starten. Bis ich den PKW beladen hatte, zum Womo-Stellplatz gefahren war und hier alles umgeladen hatte, war es bereits kurz vor 13 Uhr. Kaum eine halbe Stunde unterwegs, leuchtete die Öllampe auf - die Reise fing echt gut an. Also am nächsten Parkplatz halt machen, irgendwie die echt schwere Motorraumabdeckung in die Höhe wuchten und Öl nachfüllen - so richtig voran ging es also immer noch nicht. Bei Aachen war tanken angesagt und hier begann der angekündigte Sturm loszulegen. Ich bekam die Türen kaum auf und zu! Aber noch ging es weiter und die Fahrt war zwar etwas wacklig durch die vielen Windböen, aber nicht gefährlich. Bald ging es über die holländische Grenze; ich wollte aber weiter nach Belgien, da in Holland das freie Übernachten verboten ist. Was mich nun überraschte - ich war vorher weder in Holland noch in Belgien auf Autobahnen unterwegs gewesen - die Autbahnen (jedenfalls die wichtigen) sind nachts beleuchtet! Das kannte ich bisher nur aus Luxemburg. Und das machte mir die Weiterreise natürlich viel einfacher. Das kurze Stück Holland war rasch durchquert, doch der Wind wurde jetzt noch stärker und auf einer Brücke so stark, dass ich deutlich vom Gas gehen musste. Damit war klar, jetzt ist Ende. Kurz hinter Brüssel bog ich zur Raststätte "Grobt-Bijgaarden" ab und fand etwas abseits der Hauptparkfläche noch ein paar besonders ruhig gelegene Parkbuchten.
Kurz vor 8 Uhr wuselte ich mich am Morgen aus der Decke, denn die letzten rund 120 km zum Atlantik wollte ich schnell hinter mich bringen. Mein erste Ziel hieß
de Panne, nah der französischen Grenze. Von hier wollte ich die Küste entlang und Ausschau nach einem geeigneten Parkplatz halten. Auf einer gut ausgebauten
Straße - auf dem Mittelstreifen übrigens mit Straßenbahn - kann man die ganze Küste Belgiens entlang fahren, was ich aber eigentlich für diesen Tag nicht vor
hatte. Einige Orte sind auch zu durchqueren; die hinterließen aber keinen bleibenden Eindruck.
Sehr viele Neubauten und Hochhäuser; der Strand gesäumt von den Bettenburgen der Hotels.Kurz vor Westende bog ich dann ab in die Dünen zum Hotel Sint Laureins. Direkt entlang des Weges gab es hier gleich einen Parkstreifen auf dem auch schon einige Wohnmobile parkten, zwischen die ich mich dann einreihte. Das Wetter war inzwischen richtig schön geworden: 12 Grad, mäßiger Wind und sogar die Sonnen blinzelte vorsichtig hervor. Also packte ich meine Kamera und machte mich auf in Richtung Wasser. Und direkt hinter der Düne begann eine kilometerlange Promenade die Küste entlang. Also ausreichend "Auslauf" für mich und ich konnte einige Kilometer (und Fotos) machen. Lustig auf der Promenade sind die vielen "Fahrgeschäfte", da kann man sich fast jedes beinkraftbetriebene Fahrzeug ausleihen, dass man sich so vorstellen kann - vom Eiswagen bis zum Buggy. Direkt am Wasser wurden zahlreiche Hunde ausgeführt, die dass sichtlich genossen - Eltern brachten ihren Kindern das Drachensteigenlassen bei, mit jeweils unterschiedlichem Erfolg. Oben auf der Düne gab es dann noch einen richtien, gebührenfreien Stellplatz für Wohnmobile; da war richtig was los - bestimmt 50 Stück standen da herum. Einige davon hatten hier direkten Blick aufs Meer, aber diese Plätze waren natürlich alle schon belegt und so parkte ich dann doch nicht noch einmal um. Eigentlich hegte ich ja die Hoffnung, den Jahreswechsel vielleicht auf der Promenade erleben zu können - aber da hatte das Wetter andere Ansichten. Obwohl gegen 22 Uhr das Thermometer auf unfassbare 14,1 Grad gestiegen war, nahm der Sturm immer mehr zu. Und ab etwa 23 Uhr peitschte dieser dann auch noch Regenschauer vor sich her. So sah ich mir die vergleichsweise wenigen Raketen aus dem Cockpit aus an. Da das belgische Fernsehen (DVB-T) ungefähr genauso spannend war, wie das öffentlich-rechtliche deutsche begnügte ich mich mit lauter Musik aus der Konserve. Ein paar Gläser Rotkäppchen und einige SMS später ging ich dann zu Bett. Wieder war es eine extrem stürmische Nacht, die das Auto manchesmal heftigst schwanken liess. Erst am Morgen wurde es ein wenig - aber wirklich nur ein wenig - ruhiger. Spät erwachte ich dann, durfte mich an einer leeren Flaschen Gin erfreuen, die ein Spassvogel hinter meinen Scheibenwischer geklemmt hatte um dann mit großem Erstaunen einen blauen Himmel zu bewundern, über den nur noch wenige Wolken von den immer noch heftigen Sturmböen getrieben wurden. Kurz nach Ostende führte die Straße direkt am Meer entlang und es gab ausreichend Platz auf dem Seitenstreifen zum Parken.
Eine heftige Brandung war zu
bewundern, dazu aufgewirbelten Sand, der über die Straße fegte und ein paar Fußgänger, die rückwärts gegen Wind und Sand ankämpften. Und dazu dann immer wieder
die Straßenbahn, die hier direkt an der Brandung vorbei rauschte.In der Nähe von Griete (Holland) machte ich dann meinen Neujahrsspaziergang direkt entlang des Deiches der Westerschelde, denn hier war der Wind deutlich schwächer und ich konnte auch so parken, dass die Womo-Tür auf der windabgekehrten Seite war, ich also problemlos aus- und einsteigen konnte. Als die Sonne sich dem Horizont zu neigte ging es dann weiter. Nach einem Blick in meinen Womo-Reiseführer entschied ich mich für einen ruhigen Stellplatz in einem Naturschutzgebiet bei Sant-Niklaas in der Nähe von Antwerpen. Den beschriebenen großen Parkplatz fand ich dann auch ohne Schwierigkeiten; allerdings begriff ich erst gar nicht, wie groß der Platz tatsächlich war. Das was ich zuerst als Rasenflächen ansah - zu meiner Verteidigung dämmerte es schon heftig - waren alles Stellplätze. Der nächste Tag bestand dann eigentlich nur noch aus der Rückreise. Erst durch den dichten Verkehr über die Autobahnkreuze bei Antwerpen - gepriesen sei da die Erfindung der Navigationsgeräte - und dann immer Richtung Aachen und in immer schlechteres Wetter hinein. Regen und Wind begleiteten mich nach und durch Deutschland - wobei mein Womo seinen 20.000 Kilometer bewältigte. |
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